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Dieter Schwott mit seinen beiden Oldtimer-Treckern: Ein Steyr 80A (Baujahr 1951, 1-Zylinder, 15 PS in Grün) und einen etwas größeren Steyr T180 (Baujahr 1951, 2-Zylinder, 30 PS in Rot).

Trecker-Liebhaber

Dieter Schwott macht alte Schätzchen wieder flott

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Datteln - 40 alte Traktoren hat der 62-Jährige Dieter Schwott in den vergangenen 25 Jahren repariert. Fast täglich steht er von morgens bis abends in der Werkstatt. Bald will er seine Arbeit etwas herunterfahren.

Trecker sind seine Leidenschaft. Seit 25 Jahren restauriert Dieter Schwott Schlepper-Oldtimer. „Der Älteste war von 1938 und der Jüngste von 1958“, erzählt der 62-Jährige. Etwa 40 Traktoren hat er schon aufgearbeitet. „Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen“, sagt Schwott. Besonders in Erinnerung geblieben sei ihm das älteste Modell von 1938: „Das stand etwa 25 Jahre in einem Blumenbeet. Es ging nichts mehr. Das Teil musste mit einem Kran rausgezogen werden“, erinnert sich Schwott. Heute sei der Trecker wie neu.

Eine Rarität zum Verkauf

Schwott selbst hat aktuell zwei alte Schätzchen auf seinem Hof stehen. Einen Steyr 80A (Baujahr 1951, 1-Zylinder, 15 PS in Grün) und einen etwas größeren Steyr T180, (Baujahr 1951, 2-Zylinder, 30 PS in Rot). Nach Holland und Österreich ist er gefahren, um die beiden Oldtimer abzuholen. Den Steyr 80A versucht er seit vier Jahren zu verkaufen. 6500 Euro möchte er dafür haben. Dieser ist eine besondere Rarität, da es sich um einen von lediglich zwölf in Deutschland für die Straße zugelassenen Traktoren dieser Bauart handelt. Aber die Leute seien trotzdem nicht bereit, diese Summe dafür zu zahlen.

Beide Steyr-Trecker haben es in einen Foto-Kalender von Verleger Hubert Schmölzl aus Werne geschafft – der neuste Kalender ist ab sofort in der Buchhandlung Bücherwurm, Castroper Str. 33, erhältlich. In diesem Jahr sei aber nur der kleinere, grüne Trecker dort abgelichtet. „Der war letztes Jahr noch rot. Ich habe ihn in seine Originalfarbe umlackiert“, sagt Schwott.

Der 61-Jährige ist eigentlich gelernter Zweirad-Mechaniker. Als das Unternehmen geschlossen wurde, hat Schwott als Schlosser auf der Zeche Auguste Victoria angefangen zu arbeiten. Trotz der Arbeit stand er in seiner Freizeit regelmäßig in der Werkstatt und reparierte Trecker. „So dreckig wie in der Werkstatt war es auf dem Pütt nicht“, erzählt der Trecker-Liebhaber. Besonders das Öl sei oft sehr hartnäckig. „Meine Frau sagt manchmal, ‚Du machst mir noch die Waschmaschine kaputt‘“, sagt Schwott.

Bislang wurde jeder Trecker repariert

Aktuell repariert er für einen Bekannten einen kleinen 19-PS-Kommunaltrecker, der früher im Wein- und Gemüseanbau eingesetzt wurde. „Der Motor funktioniert schon wieder. Heute habe ich das Blech rot lackiert“, sagt Schwott. Probleme, an Ersatzteile für seine alten Vehikel zu kommen, habe er nicht. Manchmal muss er jedoch viel herumtelefonieren. Kurz mal im Netz nachsehen kann er nicht. „Ich habe kein Internet, und ich will das auch gar nicht mehr. Das ist mir zu kompliziert“, sagt der 62-Jährige, der bislang jeden Trecker repariert bekommen hat. Und dafür investiert er viel Zeit: „Ich stehe fast täglich von morgens halb neun bis abends in der Werkstatt – außer sonntags“, sagt Schwott. Aber er möchte seine Arbeit etwas herunterfahren: „Ich habe keine Lust mehr, Traktoren für andere zu reparieren. Irgendwann ist auch mal gut.“

Zehn eigene Trecker besaß er schon. Ein Sammler sei er aber nicht. „Dafür habe ich zu wenig Platz. Ich habe ja nur eine Garage und ich kann ja sowieso immer nur einen Trecker fahren“, so Schwott. Und das macht er regelmäßig: Sei es zu diversen Oldtimer-Treffen, am Kanal entlang Richtung Vinnum und Haltern – oft auch zusammen mit seinem Bruder Peter, der ebenfalls einen eigenen Oldtimer-Trecker besitzt.

Trecker-Liebhaber seit 1995

Durch seine Nachbarn ist er 1995 nach seinem Umzug auf einen Hof in Hachhausen zum Trecker-Liebhaber geworden. „Ich habe immer bei den Nachbarn über den Zaun geschaut und dort alte Trecker stehen sehen. Irgendwann habe ich dann gesagt: Ich will auch einen“, erinnert sich Schwott zurück.

Sein erster eigener Traktor war ein Bautz. Den hat er mit einem Kollegen aus dem Allgäu geholt. „Mit einem anderen Kollegen war ich mal 14 Stunden unterwegs, um einen Trecker abzuholen“, sagt Schwott. Einen Traum habe er noch: einen Hanomag KL. „Der Trecker ist etwas niedriger und mehr noch wie ein Auto.“ Aber der sei jenseits seiner finanziellen Möglichkeiten. „Den gibt es ab 30.000 Euro aufwärts“, sagt Schwott: „Aber dafür würde ich alles stehen- und liegenlassen.“

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