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Kanalsanierungsarbeiten in Horneburg

Trennsystem spart Kosten

In Horneburg wird die Kanalisation saniert, aber eine Großbaustelle wird es im Dorf nicht geben

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Datteln - Wenn heute der Stadtrat zustimmt, dann rollen ab 2021 die Bagger durch Horneburg. Der Grund dafür sind marode und sanierungsbedürftige Abwasserkanäle. Eine Großbaustelle, die fast jedes Haus, jeden Garten und jede Straße berührt hätte, bleibt dem Dorf jedoch erspart.

Bei einer konventionellen Kanalsanierung wäre nahezu das ganze Dorf zu einer großen Baustelle geworden. Um das Dorf mit seinem historischen Kern aber möglichst zu schonen, entschied sich die Stadtverwaltung dafür, in Horneburg künftig sauberes Wasser vom Abwasser zu trennen und nicht mehr beides zusammen durch die Kanalrohre zu schicken.

Zwar werden auch so Baumaßnahmen nötig. Sie fallen aber deutlich kleiner aus. Zudem werden Baukosten von knapp einer Million Euro gespart. Drei Faktoren veranlassen die Stadt laut ihrem Fachdienstleiter für Stadtentwässerung, Christof Murawski, Horneburg in den Fokus zu rücken: Der bauliche Zustand der Kanalisation ist schlecht, in den maroden Rohren fließt weniger Abwasser als Grund- und Regenwasser – und durch das bergbaubedingt steigende Grundwasser drohen den Bürgern im Dorf nasse Keller. Laut Murawski ist der Anteil des eigentlichen Abwassers in der Horneburger Kanalisation extrem gering. Viel zu viel sauberes Wasser werde unnötig mit zur Kläranlage transportiert. Der Anteil liegt laut Murawski bei 67 Prozent. „Das zahlt dann aktuell der Bürger“, sagt er.

Die Gründe dafür sind die undichten Rohre, die das ansteigende Grund- und Regenwasser aufnehmen und mit zur Kläranlage transportieren. „Dort läuft dann die dreifache Menge Wasser ein, die eigentlich gesäubert werden müsste.“ Etwas „Fremdwasser“, so Murawski, sei bei dem aktuellen Mischsystem, auf dem das Kanalnetz in Horneburg noch basiert, zwar normal, aber nicht in diesem Ausmaß. Eine Option wäre nun, das bestehende System aufrecht zu erhalten, die Kanalrohre einfach nur abzudichten. Das hätte aber zur Folge, dass die Bagger nahezu im gesamten Dorf Rohre freischaufeln müssten. Und: Weil das Regenwasser dann nicht mehr in großen Mengen ins Kanalnetz abfließen könnte, drohen laut Murawski vielen Horneburgern feuchte Keller. Die Sanierung nach diesem Mischsystem würde laut Murawski knapp 4,2 Millionen Euro kosten.

Der Chef für Stadtentwässerung bevorzugt daher eine andere Option: Eine Umstellung auf ein Trennsystem soll die Kanalsorgen in Horneburg beheben – zumindest in den meisten Bereichen. Das würde laut aktuellen Berechnungen knapp eine Millionen Euro weniger kosten und nur einige kleine Baustellen im Dorf nötig machen. Im Bereich Buschweg und im Bollwerk besteht laut Murawski aber mangels bereits vorhandener Rohre aber keine Möglichkeit, das Trennsystem anzuwenden. An diesen beiden Straßen und auf dem angrenzenden Stück der Horneburger Straße werde das Mischwassersystem darum aufrecht erhalten. Dort werden die Kanalrohre saniert.

Das Regenwasser soll durch den ehemaligen Mischwasserkanal fließen und hinter dem Schloss Horneburg in den Sauerkampgraben übergehen. Dieser wird von dem Waldgebiet hinter dem Buschweg bis hin zum Schloss verlängert. In diesem Zuge soll der Bachlauf auch renaturiert und zu einem Hingucker im Dorfbild werden. Wenn nach den Ausschüssen nun auch der Stadtrat zustimmt, werden nach Einschätzung von Christof Murawski wohl ab 2021 oder 2022 die Bagger rollen.

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