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Sie haben die Vereinbarung mit der Stadt bereits unterzeichnet: die Vertreter von sieben Sportvereinen. Kinderschutz-Fachkraft Susanne Sassor (vorne, 3.v.li.) hofft, dass es noch mehr werden.

Übergriffe

Kinder in Vereinen sollen besser geschützt werden

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Datteln - Sieben Sportvereine unterzeichnen Vereinbarung mit der Stadt. Die ehrenamtlichen Helfer benötigen ein erweitertes Führungszeugnis.

Immer wieder kommt es vor, dass Kinder und Jugendliche in Sportvereinen Opfer von Übergriffen und Belästigungen durch Trainer oder andere ehrenamtliche Helfer werden. Deshalb wurde 2012 das Bundeskinderschutzgesetz geändert.

Um Kinder und Jugendliche vor Gewalt und sexuellen Übergriffen zu schützen, sind Sportvereine mit aktiver Jugendarbeit verpflichtet, für ihre ehrenamtlichen Helfer ein erweitertes Führungszeugnis einzuholen, um einschlägig vorbestrafte Personen von dieser Tätigkeit im Verein auszuschließen.

Darüber schließt die Stadtverwaltung Vereinbarungen mit den Vereinen ab, die Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit durchführen. Sieben Vereine – der Schwimmklub, die BSG Datteln, der Judo-Klub, die Kanuten Emscher-Lippe, der TV Datteln, die DJK Sportfreunde und SW Meckinghoven – haben inzwischen diese Vereinbarung unterschrieben.

Für Vereine ist Einholen eines Führungszeugnisses kostenfrei

„Es besteht für diese Vereinbarung keine gesetzliche Pflicht. Aber wir wollen damit die Bedeutung des Kinderschutzes deutlich machen“, sagt Susanne Sassor, Kinderschutz-Fachkraft im Dattelner Rathaus. Sie nutzte die letzte Jahreshauptversammlung des Stadtsportverbandes, um über dieses wichtige Thema zu informieren. Man habe 30 Vereine angeschrieben und hoffe, dass sich noch mehr melden, um diese Vereinbarung zu unterzeichnen.

Nur bestimmte Straftaten führen dazu, dass Ehrenamtliche von der Betreuung von Kindern und Jugendlichen ausgeschlossen sind. Dazu zählen zum Beispiel die Verletzung der Fürsorgepflicht oder sexueller Missbrauch. Wer einen Verdacht hat, dass sich ein Ehrenamtlicher nicht angemessen gegenüber Kindern und Jugendlichen verhält, sollte sich an die Kinderschutz-Fachkräfte im Rathaus wenden, die dann eine anonymisierte Beratung durchführen.

Spontane Einsätze als Ehrenamtlicher im Verein sind übrigens auch ohne Führungszeugnis möglich. Dazu bedarf es einer Selbstverpflichtungserklärung, in der man bestätigt, nicht einschlägig vorbestraft zu sein. Um das Ausstellen von Führungszeugnissen für die Vereine zu vereinfachen, sollen die entsprechenden Anträge gebündelt werden. Für die Vereine, so Susanne Sassor, ist das Einholen eines erweiterten Führungszeugnisses übrigens kostenfrei.

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