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Die Rampe zur Aussichtsplattform am Olfener Lippeufer.

Umweltschützer sind entsetzt

Tourismus am Lippeufer

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DATTELN - Umweltschutz und Tourismus – passt das zusammen? Ja, finden die Städte Olfen und Haltern sowie das Land und investieren Millionen in Ökoprojekte im „2Stromland“ zwischen Lippe und Stever. Neue Radwege und eine Aussichtsplattform an der Lippe gibt‘s auch. Darüber sind Umweltschützer entsetzt.

„So werden ökologisch sinnvolle Projekte konterkariert“, ärgert sich der Dattelner Vogelkundler Alfons Pennekamp, der für die Naturschutzverbände NABU, BUND und LNU spricht.

Die Flussverbindung zwischen Stever und Lippe sei eine prima Sache, findet Pennekamp, die ebenfalls mehrere Millionen Euro teure Renaturierung der Lippe durch den Lippeverband ebenso. Doch wenn im Gegenzug Ausflügler die Lippeauen erobern, sei das für Flora und Fauna fatal, beklagt Pennekamp.

„Die Lippe ist der letzte Fluss in Nordrhein-Westfalen, der weitestgehend nicht zugänglich ist“, sagt der Umweltschützer. Wie berichtet, hat Olfen pünktlich zum Start der Ausflugssaison einen neuen Weg am Olfener Lippeufer in Nähe der Rauschenburg schottern lassen.

In Arbeit ist auch eine Aussichtsplattform samt langer Rampe. Die steht auf Olfener Seite gegenüber des Ahsener Storchen-Baumnests am Haus Vogelsang. Die Plattform selbst wird noch begrünt, soll später von Weiden umrankt sein.

„Toll“, sagt Alfons Pennekamp. „Nur leider laufen dann die Leute bis ans Wasser. Und einige lassen auch noch ihre Hunde los und die scheuchen die Vögel auf.“ Das sei vor allem in der Brutzeit verheerend. Vom Müll, den so mancher Ausflügler hinterlässt, ganz zu schweigen.

Für Pennekamp steht fest: „Olfen will Naherholung für seine Bürger schaffen, schlägt dabei aus ökologischer Sicht aber über die Stränge.“ Denn, da ist sich der Ornithologe sicher: Umweltschutz und Tourismus passen nur in Maßen zusammen. „Wir brauchen große Räume für die Natur, die nicht von jedem betreten werden dürfen.“

Das sehen die Partner des Projekts „2Stromland“ anders. Sie wollen die Lippe „erlebbarer“ machen.

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