+
Helfen und beraten gemeinsam in der Schwangerschaft: (v.li) Franka Bodin, Stefanie Wagner, Anetta Uhlenberg, Lina Ali und Claudia Volke

Unterstützung bei Schwangerschaft

492 Frauen auf der Suche nach Hilfe

  • schließen

DATTELN - Viele verschiedene Familien suchen während der Schwangerschaft Rat bei der Beratungsstelle des Sozialdienstes katholischer Frauen.

In Not geratene Frauen und Familien bei einer Schwangerschaft zu unterstützen, hat sich die Schwangerschaftsberatung des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) vor Jahren zur Aufgabe gemacht. Die Beraterinnen beim SkF sind vor und nach der Geburt für die Frauen da. „Die Frauen kommen mit vielen, vielen Fragen“, sagt Franka Bodin bei der Vorstellung des Jahresberichts 2018. Die Familien und Frauen, die Hilfe suchen, seien unterschiedlich. „Vom Akademikerpaar bis zu einer obdachlosen, alleinestehen Frau“, ergänzt Anetta Uhlenberg. Beide Sozialarbeiterinnen haben 2008 bei der Schwangerschaftsberatung des SkFs angefangen.

Lina Ali spricht fünf Sprachen

Insgesamt suchten 492 Frauen im vergangenen Jahr die Beratungsstelle auf. „Die Zahlen sind immer noch immens hoch“, sagt Franke Bodin. Auch Schwangere mit Flüchtlingshintergrund haben im Jahr 2018 zu einer erhöhten Beratungsnachfrage geführt. Bei den beratenen Frauen waren insgesamt 42 Staatsangehörigkeiten vertreten, die meisten nichtdeutschen Frauen kamen aus Syrien. Um die Flüchtlingsfrauen mit ihren Familien bestens zu unterstützen und Integration gelingen zu lassen, hat die Schwangerschaftsberatung im Mai eine neue Mitarbeiterin eingestellt: Lina Ali. Sie ist seit 2015 in Deutschland, kommt gebürtig aus Syrien und spricht fünf Sprachen. Ali begleitet die Frauen, die geflüchtet sind, beantwortet Fragen und gibt Beratung. „Für die Frauen ist es sehr entlastend, wenn jemand ihre Sprache spricht“, sagt Bodin. Lina Ali begleitet Schwangere zur Vorsorge, unterstützt bei Behördenfragen, leitet ein Gruppenangebot für geflüchtete Frauen und begleitet bei Arztbesuchen.

Viele Frauen und Familien kommen dabei zunächst in die Beratung, um sozialrechtliche Fragen zu klären oder einen Antrag auf finanzielle Beihilfen zu stellen. „Oft stecken aber noch ganz andere Probleme dahinter“, sagt Uhlenberg. Das Antragstellen diene oft als „Türöffnereffekt“ und die Betroffenen sprechen noch weitere Probleme an.

Pseudonym im Krankenhaus

Seit 2014 haben Frauen, die ihre Schwangerschaft geheim halten wollen, die Möglichkeit einer medizinisch begleiteten Geburt; die sogenannte vertrauliche Geburt. Im letzten Jahr sei das ein Mal der Fall gewesen. Ein wesentliches Ziel ist, der schwangeren Frau eine medizinisch begleitete, geschützte und rechtssichere Entbindung zu ermöglichen. „Ich als Beraterin weiß zwar den Namen, im Krankenhaus bekommt die Frau aber ein Pseudonym“, sagt Uhlenberg.

Eine zusätzliche Veränderung sei auch der Wechsel in der Geschäftsführung im Herbst vergangenen Jahres gewesen. Claudia Volke, Rechtsanwältin für Familien- und Erbrecht, hat die Geschäftsführung des SkF für Datteln, Waltrop und Oer-Erkenschwick übernommen. Vor ihrem Amt war sie im Vorstand des SkF tätig.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Feuerwehr rückt aus zur Bismarckstraße - Kellerbrand im Mehrfamilienhaus
Feuerwehr rückt aus zur Bismarckstraße - Kellerbrand im Mehrfamilienhaus
Live-Ticker: Hier ist was los auf den Fußballplätzen im Vest Recklinghausen
Live-Ticker: Hier ist was los auf den Fußballplätzen im Vest Recklinghausen
Am Montag startet die Baustelle in Marl-Brassert: Worauf sich Autofahrer einstellen müssen
Am Montag startet die Baustelle in Marl-Brassert: Worauf sich Autofahrer einstellen müssen
Der Moskauer Zirkus kommt mit großen Tigern und fliegenden Menschen nach Recklinghausen
Der Moskauer Zirkus kommt mit großen Tigern und fliegenden Menschen nach Recklinghausen
Dieser Mann will 2020 den Hertener Bürgermeister Fred Toplak ablösen - mit Video-Interview
Dieser Mann will 2020 den Hertener Bürgermeister Fred Toplak ablösen - mit Video-Interview

Kommentare