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ARCHIV - Ein Spatz sitzt am in Berlin auf einer mit Schnee bedeckten Hecke (Foto vom 05.12.2010). Erstmalig wurden bei einer bundesweiten Aktion die Wintervögel gezählt. Berlin bestätigte ein weiteres Mal, dass es Hauptstadt der Spatzen ist: der Haussperling liegt bei den über 41.000 gezählten Vögeln weit vorn. Insgesamt beteiligten sich rund 1.600 Vogelfreunde an der Aktion. Foto: Soeren Stache dpa/lbn +++(c) dpa - Bildfunk+++

Vogelarten

Es schlägt die Stunde der Wintervögel

DATTELN - Wie viele und welche Vögel leben in diesem Winter im Garten, in Sichtweite des Balkons oder im Park nebenan? Der Naturschutzbund (NABU) ruft wieder zur Stunde der Wintervögel auf.

Ob Meise, Amsel oder Spatz, sie alle werden vom 4. bis 6. Januar gezählt. Der NABU ist auf die Unterstützung der Bürger angewiesen. Die Ergebnisse werden dann bis 15. Januar online telefonisch oder schriftlich dem NABU gemeldet.

Dort werden die Ergebnisse zusammengeführt, regional verglichen und auch die Ergebnisse der letzten Jahre herangezogen. „Danach hat man dann ein Bild über Zunahme oder Abnahme von Vogelarten, kann sich Gedanken machen, ob eventuell Maßnahmen einzuleiten sind, weil die eine oder andere Vogelart plötzlich kaum noch oder überhaupt nicht mehr da ist“, erklärt Ulrich Kamp vom NABU Ostvest.

„Die Kiebitz- und Feldlerchenverluste im Sommer fielen zahlreichen Naturfreunden erst dann endgültig auf, als keine dieser Vögel mehr zu sehen waren.“

Zahl blieb in den letzten Jahren konstant

In den vergangenen Jahren waren die Vogelzähler in Datteln und den Nachbarstädten sehr aktiv. Die Bilanz wies aus, dass die Zahlen der Piepmätze konstant bleiben. Die statistischen Gewinner sind durchweg alte Bekannte wie der Haussperling, die Kohl- und Blaumeise und die Amsel. „Das sind alles Vögel, die gesellig leben und gern in Gruppen auftreten und ordentlich Krach machen. So wie die Spatzen, wenn ein Futterplatz schlagartig von vielen Vögeln besucht wird.“ Aber auch Vögel, die allein oder allenfalls als Pärchen leben, sind aufgrund ihrer Lebensart nicht bedroht. Kamp: „Ein Paradebeispiel ist hier das Rotkehlchen. Fast überall zu sehen, aber fast immer nur als Einzelgänger, die Art als solche ist konstant – noch, und hoffentlich für immer.“

Futterhäuschen erleichtern Zählung

Wer im Winter ein Futterhäuschen bestückt, hat natürlich bei der Zählung Vorteile und kann zusätzlich die Vögel auch durchgängig beobachten. „Es ist lustig, zu beobachten, wenn drei Vögel gleichzeitig auf einem Meisenknödel landen wollen oder wenn ein ganz gieriger Zeitgenosse für jedes Korn, welches er zu sich nimmt, gleich drei andere durch die Gegend schleudert.“

Und wie kann man die Vögel erkennen, die man sieht und zählen soll? Die Abbildungen der häufigsten heimischen Vögel im Meldebogen und in der Zählhilfe leisten bei Unsicherheiten wertvolle Erkennungshilfe. Ulrich Kamp appelliert an die Bürger: „Ihr Mitwirken an dieser Aktion kostet Sie eine Zeitstunde, dient aber nur und ausschließlich den gefiederten Freunden und kommt diesen auch zugute.“

Und so zählen Sie mit: Die Zählhilfen und die Meldeformulare gibt es spätestens ab Montag, 17. Dezember in der Geschäftsstelle der Dattelner Morgenpost,Hohe Straße 20.

- Die Meldung ist bequem online möglich unter www.nabu.de/onlinemeldung oder www.stundederwintervögel.de vom 4. bis 15. Januar. - Die Meldung kann auch telefonisch kostenlos unter ( 08 00/1 15 71 15 am 5. und 6. Januar von 10 bis 18 Uhr erfolgen. - Per Post erfolgt die Meldung mit dem entsprechenden Meldebogen bis zum 15. Januar 2019 (Datum Poststempel). - Unter allen Teilnehmern verlost der NABU Preise.

Vogelfütterung Es ist wichtig, den Vögeln im Winter – vor allem bei Eis und Schnee – einen abwechslungsreichen Tisch zu decken. - Körnerfresser wie Finken und Sperlinge lieben die Körner-Fettgemische mit Sonnenblumenkernen, Hanf, Mohn oder Leinen. Erdnüsse sind besonders beliebt. - Für Weichfresser wie Rotkehlchen oder Zaunkönig sind Futterstellen nahe am Boden ideal, bestückt mit in Öl getränkten Haferflocken, Rindertalg oder Hirse. - Allesfresser wie Amseln versorgen sich gerne mit Haferflocken, Rosinen oder Apfelstücken. Meisen mögen gerne Sonnenblumenkerne.

Auch wenn im Moment nur wenige Vögel zu sehen sein sollten, weil bei Wind und Regen jedes Vögelchen sich irgendwo ein geschütztes Plätzchen sucht, sie sind da! Kamp betont: „Mein Tipp ist: Gewinnen wird wie in den Vorjahren der Haussperling, auf den nächsten Plätzen folgen Amsel, Kohl- und Blaumeise.“

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