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Matthias Ruhe, Leiter des Unternehmens Urbanmaker aus Münster am 3D-Drucker.

Vortrag und Live-Demo

3D-Druck: Möglichkeiten und Grenzen

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Datteln - Keine Zukunftsfantasie, sondern Realität: Sogar Lebensmittel, Schmuck und Häuser können gedruckt werden. Den Beweis gab’s im Treffpunkt Energie.

Ringe, Ketten, Vasen oder Hocker mit einem 3D-Drucker fertigen – all das ist heute möglich. Einen Einblick in die Möglichkeiten und Grenzen des 3D-Drucks gab Matthias Ruhe, Leiter des Unternehmen Urbanmaker aus Münster, bei einem Vortrag mit Live-Demo im Treffpunkt Energie Datteln. Die Wirtschaftsförderung der Stadt Datteln hatte lokale Unternehmen dazu eingeladen.

Von vielen Menschen wird der 3D-Drucker noch belächelt. „Er wird als teures Spielzeug angesehen“, sagt Ruhe. Doch schon heute werde er vielfältig eingesetzt, sogar zur Fertigung von Ersatzteilen in der Automobil- und Flugzeugbranche oder beim Bau von Häusern. Nachfrage und Forschung nähmen zu. So gibt es bereits erste Versuche, Zellgewebe, Zähne, Haut und Herzklappen über einen 3D-Drucker herzustellen. Auch in der Lebensmittelbranche oder der Konditorei werde der 3D-Drucker eine immer größere Rolle spielen: „Ich habe sogar schon Schmelzkäse und Nudeln aus dem 3D-Drucker gegessen“, berichtet Ruhe.

Seine Firma setzt die Drucker pausenlos ein: 23 Drucker laufen dort 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Für jedes Material von Kunststoff über Metall und Papier bis zu Beton werde ein bestimmter Drucker gebraucht und ein eigenes Druckverfahren: Schmelzen, Lasern, Aushärten und Verkleben.

Dattelner Unternehmen setzen Kunststoff-3D-Drucker ein

Zur Veranschaulichung hat Ruhe nicht nur verschiedene Produkte nach Datteln mitgebracht, sondern auch einen 3D-Drucker, der während seines Vortrags aus rotem Kunststoff schichtweise ein Modellhaus fertigt. „Viele 3D-Drucker können derzeit nur einfarbig drucken“, erklärt Ruhe. Aber es gebe auch schon erste Produkte mit mehrfarbiger Oberfläche.

Als weitere Beispiele berichtet er von einem Kollegen, der für seine Frau einen individuellen Verlobungsring mithilfe des 3D-Druckers herstellen ließ. Ein anderer Kollege – dessen Hobby Miniaturmodelle sind – ließ sich in Schaffnerkostüm einscannen, als Kunststofffigur drucken, und die steht jetzt als Miniaturmodel neben seinen Eisenbahnen.

Und nicht nur für solche Spielereien seien die Drucker nützlich – auch für die Fertigung von Ersatzteilen. So sei es viel günstiger und effektiver, sich Kunststoff-Ersatzteile drucken zu lassen. Denn sogar die Originalersatzteile würden mit der Zeit brüchig werden, mithilfe des 3D-Drucks hätte man dann aber ein ganz neues Produkt.

„Kunststoff-3D-Drucker werden auch von Dattelner Unternehmen eingesetzt – beispielsweise für Prototypen im Design-Bereich“, erklärt Dr. Petra Bergmann, von der Wirtschaftsförderung. Brauchbare Metalldrucker gebe es ebenfalls. Sie seien zur Zeit für Unternehmen aber noch zu teuer.

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