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Weihnachtspost-Skandal

Fahrerin beschuldigt ihren Sohn

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DATTELN - Zum Jahresende 2014 sorgte in Waltrop und Umgebung ein Skandal um abgefischte Weihnachtspost für Wut und Empörung. Vor dem Amtsgericht Recklinghausen wies die verdächtige Briefdiebin, eine externe Post-Mitarbeiterin aus Datteln, die Vorwürfe zurück. Täter soll allein ihr Sohn gewesen sein.

Selbst gebastelte Grußkarten, wertvolle Geschenkbriefe und Pakete: Zwischen dem 21. Oktober und 2. Dezember 2014 sollen die Mitarbeiterin eines Subunternehmens der Post und ihr Sohn bei Leerungen von Briefkästen in Serie Post und Pakete abgefischt, geöffnet und die Inhalte für sich behalten haben. Als Beute werden vor allem Geldscheine (10 bis 20 Euro), aber auch DVD-Filme (darunter „Stauffenbergs Anschlag auf Hitler“), Konsolenspiele und Kleidungsstücke aufgelistet. Aus entgegen genommenen Post-Paketen sollen Mutter und Sohn darüber hinaus eine Lederjacke von Boss (700 Euro), ein älteres iPhone-Modell (130 Euro), ein Armband und eine Tunika (162 Euro) unterschlagen haben.

„Ich habe nichts davon gewusst und nie etwas gemerkt. Ich habe meinem Sohn vertraut“, beteuerte die Angeklagte. Der junge Mann habe sie bei ihren Service- und Entleerungs-Touren durch Waltrop, Datteln und Recklinghausen stets unterstützt. Die Rollenverteilung: „Ich bin nur gefahren, die Kästen hat immer er geleert.“ Der Sohn konnte den Vorwürfen seiner Mutter nichts entgegen setzen, denn er war zum Gerichtstermin nicht erschienen. Gegen ihn wird nun separat weiter prozessiert. Zwischen Mutter und Sohn, der offenbar Drogenprobleme hat, scheint der Kontakt komplett abgerissen.

Aufgeflogen war das Abfischen von Weihnachtspost nach einer Beschwerdewelle. Ende 2014 hatten reihenweise Postkunden beklagt, dass ihre in Waltrop aufgegebenen Briefe nicht beim Empfänger angekommen waren. Die Sicherheitsabteilung der Deutschen Post hatte daraufhin die Dattelnerin, die im Waltroper Bezirk Briefkästen entleert und Pakete entgegen genommen hat, unter die Lupe genommen. Und dabei schnell festgestellt, dass dutzende Briefe und Warensendungen geöffnet worden sind.

Der Angeklagten wird außerdem vorgeworfen, bis Februar 2014 zu Unrecht öffentliche Sozialleistungen eingestrichen zu haben. Der Prozess wird fortgesetzt.

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