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Zu wenig Kita-Plätze

Jugendamt möchte zwei zusätzliche Ü3-Gruppen einrichten

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DATTELN - Für das Kindergartenjahr 2016/2017 rechnet das Jugendamt mit einem drastischen Anstieg des Platzbedarfs in den 18 Kindertagesstätten. Zwei zusätzliche Ü3-Gruppen sollen – wahrscheinlich im Beisenkamp und eventuell in Hagem oder Hachhausen – eingerichtet werden. Das Land NRW stellt dafür gesondert 180 000 Euro zur Verfügung.

Laut verschiedener Prognose-Modelle des aktuellen Kindergartenbedarfsplans des Jugendamtes fehlen im kommenden Kindergartenjahr zwischen 136 und 157 Ü3-Plätze, insgesamt gibt es 1 025. In den beiden Folgejahren ist die Entwicklung wieder rückläufig. Bei der U3-Betreuung zeichnet sich ein ähnliche Entwicklung ab.

Konkrete Zahlen, wie sich der Bedarf entwickeln wird, sind nur schwer zu ermitteln. Gründe dafür sind unter anderem, dass noch nicht abzusehen ist, wie viele Flüchtlinge der Kanalstadt weiterhin zugewiesen werden – Ende 2015 waren es 65 Flüchtlingskinder – oder wie sich das Neubaugebiet „Westerkamp“ (Haard-Kaserne) mit seinen 160 möglichen Wohneinheiten entwickelt.

Die Stadt geht bei dem Baugebiet von einem Zeitraum von fünf Jahren bis zur vollständigen Realisierung aus. Daraus ergibt sich eine Hochrechnung, dass im Kindergartenjahr 2018/19 etwa 33 Kinder mehr in Hachhausen leben werden. „Natürlich möchten wir Eltern mit kleinen Kindern eine fußläufiges Angebot bieten“, sagte Jugendamtsleiter Klaus Peveling auf Nachfrage. Da bietet es sich an, eine zusätzliche Gruppe im Ev. Kindergarten an der Hachhausener Straße anzusiedeln.

Möglich wäre stattdessen aber auch, eine zusätzliche Gruppe in der ehemaligen Mosaikschule unterzubringen. Letztere Lösung scheint aber eher unrealistisch. Die 180 000 Euro Fördergelder müssen nachhaltig – über 20 Jahre wird kalkuliert – in die Schaffung einer neuen Kita-Gruppe investiert werden, dürfen hingegen aber nicht in (Umb)Baumaßnahmen fließen. Diese Kriterien zu erfüllen, dürfte in der Mosaikschule schwierig werden.

Eine der beiden zusätzlichen Gruppen vom Typ III (25 Kinder ausschließlich Ü3) wird mit großer Wahrscheinlichkeit in der integrativen Kindertagesstätte „Kinderarche“ im Beisenkamp entstehen. Die Kinderklinik als Träger ist mit diesem Vorschlag an die Stadt herangetreten.

Um dem Platzbedarf gerecht zu werden, wird auch weiterhin – „wie nahezu alle Jugendämter“, so Peveling – mit Überbelegungen gearbeitet. Gruppen können, Ausnahmen ausgenommen, mit bis zu zwei Plätzen überbelegt werden. Das schafft 64 Plätze.

Die 180 000 Euro Fördergelder sind der Betrag, den die Landesregierung allen kleineren Städten für den Ü3-Ausbau zur Verfügung stellt. Verzichten andere Gemeinden, könnte mehr überwiesen werden. Das ist unwahrscheinlich, wäre aber nötig, denn pro Platz wird mit 20 000 Euro gerechnet. Bei nur einer neu zu gründenden Gruppe mit 25 Kindern fehlen 320 000 Euro.

Der Stadtrat hat in der letzten Sitzung zunächst der Einrichtung einer zusätzlichen Ü3-Gruppe zugestimmt.

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