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Der Missbrauchsprozess gegen einen Dattelner Briefzusteller steht kurz vor dem Urteil.

Urteil in Sicht

Missbrauchsprozess: Verteidiger blitzen vor Gericht ab - ist der Dattelner schuldfähig?

Ein 54-jähriger Briefzusteller steht wegen Missbrauch in 62 Fällen vor dem Bochumer Landgericht - bald könnte nun ein Urteil gesprochen werden.

  • Im Prozess um den gefilmten sexuellen Missbrauch zahlreicher betäubter Frauen und Mädchen durch einen Briefzusteller (55) aus Datteln scheint ein Ende in Sicht
  • Die Bochumer Richter haben die letzte noch offene Forderung der Verteidiger abgelehnt
  • Am 21. April soll nach aktuellem Stand das Urteil fallen

Die Richter der 8. Strafkammer bezeichneten das bisherige psychiatrisch-psychologische Gutachten nochmals ausdrücklich als „überzeugend“. Die Sachkunde der Sachverständigen stuften die Richter anders als die Verteidiger als „nicht zweifelhaft“ ein. 

Dass die zwei Gutachter im Zuge ihrer Expertise zur Schuldfähigkeit des Angeklagten „keine Erkundigungen zur Krankengeschichte eingeholt haben“, so die Richter, lasse aber keineswegs „Zweifel an der Sachkunde“ erkennen. „Das Verhalten der Sachverständigen war nicht pflichtwidrig“, hieß es .

Datteln: Sachverständige bleiben bei Einschätzung zur Schuldfähigkeit 

Die Pflichtverteidiger Jens Tuschhoff und Matthias Tillmann hatten die zwei Gutachter zuletzt scharf kritisiert und ihnen Voreingenommenheit vorgeworfen, weil zur Einschätzung der Schuldfähigkeits-Frage auch die Betrachtung der kompletten Krankengeschichte des Angeklagten gehöre. 

Nachdem die Richter inzwischen zwei Ärzte des Briefzustellers (zur jahrelangen Verordnung von Antidepressiva) als Zeugen befragt haben, sahen die Sachverständigen aber nach wie vor keinen Anlass zur Änderung ihrer Einschätzung in der Schuldfrage.

Briefzusteller aus Datteln geständig - keine weiteren Anträge 

Der Briefzusteller hat bereits zugegeben, in Serie Frauen und Kinder in seiner Wohnung an der Castroper Straße betäubt, missbraucht und gefilmt zu haben. 

Weil die Verteidiger nun offenbar keine weiteren Beweisanträge stellen wollen, könnte das seit Mitte 2019 laufende Verfahren mit der jetzigen Zeitplanung zu Ende gehen. Danach soll am 21. April das Urteil verkündet werden.

Das bisherige Gutachten sieht den Angeklagten Mann aus Datteln als schuldfähig an und empfiehlt Sicherheitsverwahrung.

Zwei schwere Verbrechen prägen den Kriminalitätsbericht der Polizei für die Stadt Datteln - die Zahl der Sexualstraftaten ist deutlich gestiegen.

Die Frage nach der Schuldfähigkeit zögere das Urteil im Missbrauchsprozess hinaus - das waren die Gründe.

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