Oftmals dampfte im vergangenen Jahr am Kraftwerk Datteln 4 gar nichts.
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Oftmals dampfte im vergangenen Jahr am Kraftwerk Datteln 4 gar nichts.

Uniper

Langer Rechtsstreit: RWE bezieht nun doch Strom aus dem Kraftwerk Datteln 4 - es gibt „Klärungsbedarf“

  • Fabian Hollenhorst
    vonFabian Hollenhorst
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Seit Mai 2020 ist das Kraftwerk Datteln 4 bereits am Stromnetz angeschlossen. Die Zeit der geringen Auslastung im Jahr der Inbetriebnahme könnte nun ein Ende haben.

Seit Mai 2020 ist das Kraftwerk Datteln 4 bereits am Stromnetz angeschlossen. Im Jahr der Inbetriebnahme herrschte am Kohlemeiler von Betreiber Uniper allerdings eher Stillstand als Produktion, wie aus den Aufzeichnungen der Bundesnetzagentur hervorgeht.

Doch dieser Zustand könnte nun vorbei sein. Anfang Februar lief das Kraftwerk über einen Zeitraum von knapp zwei Wochen nahezu unter Volllast von knapp 1050 Megawatt – zuvor war das eher Ausnahmezustand. Und der Bedarf an Strom aus Datteln hat auch einen Grund: Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat den Hoffnungen des Energiekonzerns RWE, seine in den Jahren 2005 und 2006 geschlossenen Verträge mit Uniper-Vorgänger E.on nicht erfüllen zu müssen, eine Absage erteilt.

Datteln: Großkunden sorgen für Auslastung beim Uniper-Kraftwerk

RWE bezieht seit Februar 2021 Strom aus Datteln, bestätigte RWE-Pressesprecher Lothar Lambertz auf Anfrage. Vor dem Landgericht Essen sowie dem Oberlandesgericht in Hamm musste der Energiekonzern zuvor bereits in erster und zweiter Instanz Niederlagen einstecken. Dennoch betonte Vorstandschef Rolf Martin Schmitz im Jahr 2020 bei der Online-Hauptversammlung des Konzerns: „Wir nehmen aktuell keinen Strom von Datteln 4 ab.“ Man sei nach wie vor der Auffassung, die alten Verträge mit Uniper wirksam gekündigt zu haben. Deshalb bestehe „auch künftig keine Verpflichtung zur Abnahme“.

Weil sich am Bundesgerichtshof nun die Hoffnungen auf Revision zerschlagen haben, bleiben die Verträge nach den vorangegangenen Urteilen gegen RWE rechtskräftig. Laut Angaben des Umweltverbandes BUND sind die beiden Großkunden RWE und Deutsche Bahn vertraglich dazu verpflichtet, 863 MW der knapp 1050 MW Volllast von Uniper abzunehmen.

Datteln: Veraltete Strompreise und neues Geschäftsmodell bei RWE

Neben dem Argument, Strom aus Datteln passe nicht mehr zum neuen Geschäftsmodell von RWE, das sich vom Kohleverstromer zu einem weltweit führenden Erzeuger von erneuerbaren Energien wandeln will, spielten auch die veralteten Strompreise in den Verträgen eine große Rolle, warum RWE aus den Verträgen aussteigen wollte.

 RWE-Sprecher Lambertz lässt durchblicken, dass das letzte Wort zwischen den beiden Konzernen noch nicht gesprochen sei: „Es gibt unseres Erachtens noch Klärungsbedarf.“ Gegenstand dieser Gespräche seien Vertragsdetails.

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