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Wer zum Beispiel einen Revolver im Kaliber .357 Magnum erwerben möchte, braucht eine Waffenbesitzkarte. Für Klein- und Großkaliberschützen soll sich nach dem neuen Gesetzesentwurf so einiges ändern.

Anhörung im Bundestag

Schärferes Waffengesetz: Die Folgen für die Sportschützen in Datteln könnten schwerwiegend sein

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  • Anna Lisa Oehlmann
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Die Bundesregierung plant eine Verschärfung des Waffengesetzes. Die Sportschützen in Datteln befürchten schärfere Kontrollen und weniger Mitbestimmungsrecht.

Die Umsetzung eines EU-Feuerwaffenrichtlinie muss bis Ende 2019 in Deutschland erfolgt sein. Doch die Bundesregierung plant nun ein Waffengesetz, das noch schärfer ist als es die EU-Richtlinie erlaubt. Sollte die Verschärfung wie geplant in Kraft treten, hätte das weitreichende Folgen für die Sportschützen und die Schießvereine in Datteln.

Verschärfung des Waffenrechts sorgt bei Sportschützen in Datteln für Diskussion | cityInfo.TV

Verschärfung des Waffenrechts sorgt bei Sportschützen in Datteln für Diskussion | cityInfo.TV

Auch jetzt gelten Auflagen für die Sportschützen: Sie benötigen das große Führungszeugnis der Polizei, müssen einen Waffen-Sachkundelehrgang besuchen und bekommen nicht direkt eine Waffenbesitzkarte (WBK) ausgehändigt. Im Falle des Sportschützenvereins Datteln 1987 (SSV 1987) wird nur jährlich auf den Jahreshauptversammlung über die Vergabe der WBK an neue Mitglieder abgestimmt. 

Datteln: Schützen stünden unter "Generalverdacht"

Nach neuem Gesetz würde nun eine Verfassungsschutzabfrage auf neue Schützen zukommen. Die Polizei soll zudem feststellen, ob ein Anwärter zum Führen einer Waffe tauglich ist. Das soll bei einem persönlichen Besuch bei der Polizei überprüft werden. Für Peter Amsel, Vorsitzender des SSV 1987, ist die Situation klar: "Wir werden unter Generalverdacht gestellt."

Für Unverständnis sorgen auch die in dem Gesetz geforderten Trainingseinheiten. Mit jeder eingetragenen Waffe müsse demnach 18 Mal pro Jahr trainiert werden und dies schriftlich festgehalten werden. Für Sportschützen mit mehreren Waffen sei das ein großer Aufwand. "Das würde für mich dann bedeuten, dass ich 52 Mal im Jahr den Trainingsbetrieb durchführen müsste", sagt Jörg Wassong vom SSV Horneburg, der drei Kurzwaffen, die eingetragen werden müssen, besitzt.

Datteln: "Blinder Aktionismus" von Horst Seehofer

Peter Amsel wirft Bundesinnenminister Horst Seehofer mit diesem Gesetz blinden Aktionismus vor. „Seehofer meint jetzt, etwas machen zu müssen. Dabei war der Attentäter aus Halle überhaupt kein Sportschütze und hat nichts mit dem Sport zutun. Er hat sich seine Waffe sogar selber gebaut“, so Amsel.

Etwa zwei Millionen Sportschützen gibt es in Deutschland. Um alle zu überprüfen, müsste das Personal in den Behörden aufgestockt werden. Sie müssten sich um die rund 5,8 Millionen legalen Waffen (2005) kümmern, die im Nationalen Waffenregister gespeichert sind.

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