42 Schafe wurden an der Ahsener Straße in Datteln geschächtet. (Symbolbild)
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42 Schafe wurden an der Ahsener Straße in Datteln geschächtet. (Symbolbild)

Illegale Schlachtungen

Opferfest: Könnte der Dattelner Schlachter am Ende sogar straffrei davonkommen?

  • Sebastian Balint
    vonSebastian Balint
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Obwohl am Wochenende in Datteln 42 Schafe ohne vorherige Anmeldung geschlachtet wurden, könnte die von der Polizei gestellte Strafanzeige im Sande verlaufen. Wir erklären warum. 

  • An der Ahsener Straße in Datteln wurden 42 Schafe geschächtet.
  • Polizei und Veterinäramt retten 23 weitere Tiere vor der Schlachtung.
  • Es wurde eine Strafanzeige wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz geschrieben.

Update, 4. August, 10.43 Uhr: Der Schlachter, der am Wochenende auf der Ahsener Straße in Datteln 42 Schafe geschächtet hat, könnte sogar straffrei davonkommen. Damit z. B. § 17 Tierschutzgesetz Fall greift, müsste es den Ermittlern gelingen den Nachweis zu erbringen, dass die Tiere ohne einen vernünftigen Grund getötet wurden oder, dass sie länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen erleiden mussten. 

23 weitere Schafe sollten Schlachter in Datteln zum Opfer fallen

Gelingt dies nicht, dürfte die Zuständigkeit wieder beim Kreisveterinäramt liegen. Dann droht dem Schlachter, der in Datteln noch 23 weitere Tiere schlachten wollte, lediglich ein Ordnungswidrigkeitsverfahren. Gelingt der Nachweis aber doch, könnte dem Schlachter eine Geldstrafe oder sogar eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren blühen. 

Datteln: Opferfest wird auch in der Kanalstadt gefeiert

Weltweit wurde vom 30. Juli bis zum 3. August das islamische Opferfest gefeiert, auch in Datteln. Dabei handelt es sich um das höchste islamische Fest im Jahr. Traditionell opfern gläubige Muslime zu diesem Anlass ein Tier. Dieses wird dann im Familienkreis verspeist. Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie konnten diese Feiern aber auch in Datteln nur unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln stattfinden. 

Datteln: Opferschlachtung muss angemeldet werden

Die Opferschlachtung muss aber vorab angemeldet werden. Die Schächtung, also ein Schnitt durch die Halsunterseite des Tieres, ohne Betäubung ist in Deutschland grundsätzlich verboten. Eine Ausnahmegenehmigung kann erteilt werden. Für den Kreis Recklinghausen - und somit auch für Datteln - ist jedoch keine bekannt, sagt Kreissprecher Jochem Manz.

Beim Schächten wird den Schafen in den Hals geschnitten. Die Tiere bluten anschließend ohne Betäubung aus. Dieses Ritual soll in Datteln stattgefunden haben. (Symbolbild)

Datteln: 840 Schlachtungen waren für den Kreis angemeldet

Für insgesamt neun Schlachtstätten im Kreis Recklinghausen wurden Schlachtungen im Rahmen des Opferfestes für insgesamt 840 Tiere angemeldet. 270 Rinder und 570 Schafe. Diese Tiere wurden nicht geschächtet. 

Auf der Ahsener Straße in Datteln kam es am Wochenende jedoch zur Schächtung von 42 Schafen. Anwohner waren auf die rituelle Schlachtung aufmerksam geworden und hatten die Polizei alarmiert

Datteln: 23 Schafe hatten Glück

Vor Ort fanden die Beamten 23 noch lebende Tiere vor, die wohl auch der Schächtung zugeführt werden sollten. Polizeisprecher Andreas Lesch bestätigt den Einsatz in Datteln auf Nachfrage. Auch, dass eine Strafanzeige wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz durch die Polizei geschrieben wurde. 

Nach Schächtung in Datteln: Ermittlungen dauern an

Die Ermittlungen hierzu dauern aber noch an, sagt Lesch. Das Kreisveterinäramt hat zudem ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen der illegalen Beseitigung von Schlachtabfällen eingeleitet.

Ganz andere Probleme haben die Anwohner am Neumarkt, sie fühlen sich durch alkoholisierte Männer auf dem Platz belästigt. Nicht nur Belästigungen, sondern handfesten Bedrohungen sah sich die gebürtige Dattelnerin Dunja Hayali am Wochenende in Berlin ausgesetzt.

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