Europameister Marius Kusch mit seinen Omas Eleonore Schaberick (l.) und Edith Funke (re.)
+
Europameister Marius Kusch mit seinen Omas Eleonore Schaberick (l.) und Edith Funke (re.)

Erinnerungen an Weihnachten in der Heimat

Schwimm-Europameister aus Datteln wartete gespannt aufs Christkind

  • Sebastian Balint
    vonSebastian Balint
    schließen

Vor vier Jahren wagte Schwimmer Marius Kusch aus Datteln den Sprung über den großen Teich. An die Weihnachtsfeste in seiner Heimatstadt denkt er gern zurück.

Marius Kusch gehört zweifelsohne zu den besten Schwimmern, die es derzeit in Deutschland gibt. 2017 sichert sich der 1,91 Meter große Sportler EM-Bronze, im Jahr darauf EM-Bronze mit der deutschen Lagenstaffel und 2019 schließlich EM-Gold – in neuer deutscher Rekordzeit.

Vor vier Jahren zog es den gebürtigen Dattelner nach Charlotte im US-Staat North Carolina, um dort an der Queens University zu studieren und sich auf ein noch größeres Ziel vorzubereiten: die Olympischen Spiele in Tokio. Weihnachten werde in den USA ganz anders als in Deutschland gefeiert, berichtet Marius Kusch.

„Wir haben an Heiligabend Bescherung“, erzählt Kusch. „Im Gegensatz zu den Amerikanern, die am 25. Dezember früh morgens aufstehen und dann ihre Bescherung haben.“ An die gemeinsamen Festtage mit seiner Familie in Datteln und der obligatorischen Weihnachtsgans mit Rotkohl und Klößen erinnert sich der Rekordschwimmer gern zurück.

„Schon vor Weihnachten wurde traditionell gebacken. Es gab Spritzgebäck oder andere Leckereien, die meine Mutter und ich immer zusammen gebacken haben“, schwärmt der Ausnahmesportler. Der Weihnachtsbaum wurde bei Familie Kusch erst zum Heiligabend aufgestellt. Geschmückt wurde er mit Lichterketten, Kugeln, Strohsternen, „und auch mit selbst gebasteltem Tannenbaumschmuck“, sagt Kusch.

Datteln: Nachmittags wurde mit dem Vater gespielt

Besonders gern denkt Marius Kusch an die Zeit zurück, „als meine Opas noch gelebt haben und wir mit der ganzen Familie gemeinsam Weihnachten gefeiert haben.“ Damals habe sein Vater am Nachmittag mit ihm Spiele gespielt, „während das ‚Christkind‘ die Geschenke gebracht und unter den Baum gelegt hat“, erzählt Marius Kusch.

Dann wurde weihnachtliche Musik abgespielt und der junge Marius Kusch durfte gemeinsam mit den Eltern das Wohnzimmer betreten. „Dort wurde dann ausgiebig die Bescherung zelebriert“, erinnert er sich. „Und wenn sich dann alles wieder etwas beruhigt hatte, zogen wir uns an und fuhren zu meinen Großeltern.“ Und auch dort habe ein großer und festlich geschmückter Weihnachtsbaum gestanden. „Dann haben wir gemeinsam Weihnachtslieder gesungen“, erzählt Marius Kusch.

Marius Kusch

Marius Kusch wurde am 5. Mai 1993 in Datteln geboren.

Kusch sammelte erste Erfahrungen im Schwimmen beim SSC Datteln.

Im Jahr 2004 wechselte er zum SV Blau-Weiß Recklinghausen.

2009 folgte der Wechsel zur SG Essen. Dort trainierte er unter Henning Lambertz bis 2013.

Es folgte ein Wechsel zur SG Stadtwerke München, wo er bis 2015 trainierte.

Im Jahr 2016 wechselte Kusch an die Queens University von Charlotte (North Carolina) in den USA.

Seit 2019 lebt der gebürtige Dattelner in San Diego im Sonnenstaat Kalifornien.

2017 gewann er bei den Kurzbahneuropameisterschaften in Kopenhagen die Bronzemedaille über 100 Meter Schmetterling.

2018 holte er bei den Europameisterschaften in Glasgow mit der deutschen Lagenstaffel ebenfalls eine Bronzemedaille.

2019 konnte er sich in Glasgow den Europameistertitel über 100 Meter Schmetterling auf der Kurzbahn sichern. Und das in neuer deutscher Rekordzeit von 49,06 Sekunden. Damit unterbot er den alten Rekordwert aus dem Jahr 2009 um 0,17 Sekunden.

Datteln: Kicker-Turniere mit Familie und Freunden

Ein Geschenk, an das sich der Sportler besonders gern zurückerinnert, ist ein Profi-Kicker-Tisch. „Mit dem haben wir Turniere mit meinen Freunden und mit meiner Familie ausgespielt.“ Seitdem Marius Kusch in den USA lebt, sieht er die Familie nicht mehr ganz so oft. „Meine Omas wohnen in Oer-Erkenschwick“, sagt Kusch. „Die besuche ich natürlich immer, wenn ich im Ruhrgebiet bin.“ Den Kontakt zu seinen alten Freunden pflege er vor allem über die üblichen Medien, sagt Marius Kusch. „Ich besuche sie aber nach Möglichkeit, wenn ich in Deutschland bin.“

Wie Marius Kusch in diesem Jahr das Weihnachtsfest begehen wird, das steht noch nicht fest. „Ich werde das Fest in San Diego verbringen“, sagt er. „Genauere Gedanken dazu habe ich mir aber noch nicht gemacht. Ich habe allerdings verschiedene Einladungen bekommen.“

Weitere Artikel, etwa über die Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie in Datteln, lesen Sie in der Printausgabe der Dattelner Morgenpost und in unserem ePaper.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Coronavirus in Datteln: Zwei Neu-Infektionen - Zahl der Gesundeten steigt
Coronavirus in Datteln: Zwei Neu-Infektionen - Zahl der Gesundeten steigt
Coronavirus in Datteln: Zwei Neu-Infektionen - Zahl der Gesundeten steigt
„Schlag ins Gesicht“: Keine Post mehr in Datteln? Das sind die Pläne an der Hafenstraße
„Schlag ins Gesicht“: Keine Post mehr in Datteln? Das sind die Pläne an der Hafenstraße
„Schlag ins Gesicht“: Keine Post mehr in Datteln? Das sind die Pläne an der Hafenstraße
610.000 Euro für die Digitalisierung: Diese Schüler sollen in Datteln ausgestattet werden
610.000 Euro für die Digitalisierung: Diese Schüler sollen in Datteln ausgestattet werden
610.000 Euro für die Digitalisierung: Diese Schüler sollen in Datteln ausgestattet werden
Eine süße Ära geht zu Ende: Der "Meister der Torten" tritt nach fünf Jahrzehnten ab
Eine süße Ära geht zu Ende: Der "Meister der Torten" tritt nach fünf Jahrzehnten ab
Eine süße Ära geht zu Ende: Der "Meister der Torten" tritt nach fünf Jahrzehnten ab
newPark in den Rieselfeldern: 160 Hektar große Fläche  wird aufgeteilt - das ist der Grund
newPark in den Rieselfeldern: 160 Hektar große Fläche wird aufgeteilt - das ist der Grund
newPark in den Rieselfeldern: 160 Hektar große Fläche wird aufgeteilt - das ist der Grund

Kommentare