An der Carl-Gastreich-Straße Nummer 5 erinnern sechs Stolpersteine an das Schicksal der Familie Goldberg.
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An der Carl-Gastreich-Straße Nummer 5 erinnern sechs Stolpersteine an das Schicksal der Familie Goldberg.

Gedenken an die Opfer des Holocaust

Datteln: So wurde aus einem jüdischen Frontsoldaten ein Flüchtling

  • Sebastian Balint
    vonSebastian Balint
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Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern wir an die jüdische Familie Goldberg, die in Datteln lebte und 1935 in die USA flüchtete.

Der Kaufhausbesitzer David Goldberg diente von 1914 bis 1918 als Frontsoldat des Deutschen Heeres im 1. Weltkrieg. David Goldberg sei ein stolzer Deutscher gewesen, berichtet Enkel Alan Hoffstadter (75) im Gespräch mit unserer Redaktion, „zumindest bis zur Machtübernahme durch die NSDAP.“ Die Goldbergs wohnten auf der Carl-Gastreich-Straße Nummer 5, das Kaufhaus der Familie befand sich am Tigg. Heute erinnern sechs Stolpersteine vor dem Haus an die Familie.

David Goldberg und seine erste Frau Emmi betrieben gemeinsam das Kaufhaus am Tigg. Sie kümmerte sich um Einkäufe, Lagerbestände und volle Regale im Geschäft, er kümmerte sich um die Buchführung. Das Paar hatte drei gemeinsame Kinder: Berta, Hans und Charlotte.

Charlotte berichtet von einem idyllischen Leben in Datteln

Alan Hoffstadter erinnert sich, dass seine Mutter Charlotte das Leben in Datteln vor der Machtergreifung durch die Nazis stets als „idyllisch“ beschrieben hat. Sie habe von Apfel- und Birnenbäumen und von Stachelbeeren im Garten des Hauses an der Carl-Gastreich-Straße erzählt. Obwohl sie Jüdin war, besuchte sie die katholische Schule in Datteln. Dort brachten die Nonnen ihr bei zu nähen. „Was sie nicht besonders mochte“, berichtet Sohn Alan Hofftstadter.

Der Bierkeller-Putsch von 1923 habe seinen Großvater David das erste Mal aufschrecken lassen, berichtet Alan Hoffstadter. Ob die Entwicklungen im Land nach der Machtergreifung durch die Nazis letztendlich ausschlaggebend war, das konnte nie sicher geklärt werden, aber Emmi beging am 17. Juni 1933 Selbstmord – Zehn Tage nach dem 14. Geburtstag ihrer Tochter Charlotte.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der heutigen Printausgabe der Dattelner Morgenpost und in unserem ePaper.

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