Ein Bild mit Symbolkraft: Dr. Mirjam Morgen (li.) und Ebru Habri bitten die Dattelner, wegen Corona zuhause zu bleiben.
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Ein Bild mit Symbolkraft: Dr. Mirjam Morgen (li.) und Ebru Habri bitten die Dattelner, wegen Corona zuhause zu bleiben.

Corona-Krise in Datteln

Ausnahmezustand im Krankenhaus: Infizierten-Welle wird einem "Tsunami" ähneln

  • Uwe Wallkötter
    vonUwe Wallkötter
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  • Sarah Kuhlmann
    Sarah Kuhlmann
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Die Vorbereitungen für die Infizierten-Welle sind im Dattelner Krankenhaus bereits getroffen. Eigentlich wurde finanzielle Unterstützung versprochen - doch davon keine Spur. 

  • Ein Mediziner vergleicht die zu erwartende Infizierten-Welle mit einem Tsunami. 
  • Im Moment sind nur die Hälfte der Betten im St.-Vincenz-Krankenhaus belegt, um sich so auf mögliche Infizierte vorzubereiten. 
  • Zwar waren finanzielle Hilfen für Kliniken angekündigt, doch das Dattelner Krankenhaus hat noch keinen Cent gesehen. 

Das St.-Vincenz-Krankenhaus in Datteln hat bereits einige Vorbereitungen für die anstehende Infizierten-Welle getroffen. Derzeit befinden sich lediglich vier Corona-Patienten im Krankenhaus.

St.-Vincenz-Krankenhaus in Datteln: Nur die Hälfte der Betten belegt

300 Patienten könnten im Krankenhaus in Datteln Platz finden, derzeit sind aber nur 156 Betten belegt. Grund dafür sei unter anderem, dass einige, nicht sofort notwenige Operationen verschoben wurden. Deshalb herrscht im Krankenhaus auch in finanzieller Sicht Ausnahmezustand. Zwar haben Bund und Länder finanzielle Hilfen für die Kliniken angekündigt. Bislang sei aber noch kein einziger Euro geflossen, sagt Geschäftsführer Wolfgang Mueller. 

Um die finanzielle Hilfe des Bundes auszurechnen, wurde die Belegung aus 2019 als Vergleich genutzt. Die lag bei 262 Patienten. Für die Differenz der jetzt knapp 100 leer stehenden Betten soll das Krankenhaus 560 Euro pro Bett und Tag vom Bund bekommen. Das sei nicht ausreichend. Außerdem soll das sogenannte Pflegeentgelt von 185 Euro nur gezahlt wird, wenn Betten belegt sind. Das heißt, für die rund 100 leeren Betten gibt es für die Pflege keinen Cent. Aber die Personalkosten für die Pflegekräfte liegen weiter bei 100 Prozent.

St.-Vincenz-Krankenhaus im finanziellen Ausnahmezustand

"Wir schreiben pro Woche Rechnungen in Höhe von rund 1,3 Mio. Euro. Das ist jetzt nur noch die Hälfte", sagt Mueller. In März und April konnten noch Gehälter gezahlt werden, wie das in Zukunft aussehe, sei noch unklar. Das ist auch davon abhängig, ob und welche Hilfen es geben wird. 

Ansonsten ist im Krankenhaus alles so gut es geht vorbereitet. Aktuell verfügt das Krankenhaus über 14 Betten auf der Intensivstation, zehn davon mit Dauerbeatmungsplätzen. Auch die Station „4 links“ wurde leer gezogen, so dass dort im Pandemiefall 21 Betten und acht zusätzliche Beatmungsplätze zur Verfügung stehen. Von den OP-Sälen wurden fünf von acht geschlossen, um die Narkosegeräte zur Dauerbeatmung nutzen zu können.

Im Krankenhaus in Datteln fehlt es an Schutzkleidung

Es gibt derzeit auch Probleme mit der Versorgung von Schutzanzügen und -masken. Außerdem fehlt es an Beatmungsgeräten. Der Markt sei derzeit leer gefegt. 

Seit dem 18. März gilt außerdem Besuchsverbot im Krankenhaus mit lediglich zwei Ausnahmen: Bei der Geburt eines Kindes und bei einem bevorstehenden Tod. 

Vorbereitungen sind alle getroffen. Jetzt wartet man auf die "Tsunami-Welle".

Die Zahl der Infizierten in Datteln ist weiter gestiegen - das ist der aktuelle Stand. 

Auch Händler aus Datteln kämpfen derzeit, um ihre Kunden nicht zu verlieren. 

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