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Schüler des Comenius-Gymnasiums beteiligten sich am Dattelner-Rundgang zum Gedenken an die Opfer der Pogromnacht.

Gedenken an die Opfer der Pogromnacht

Erinnerungen an das jüdische Leben in Datteln: Rundgang mit neuem Teilnehmer-Rekord

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Seit 1988 findet der Dattelner-Rundgang entlang der Stationen ehemaligen jüdischen Lebens statt. In diesem Jahr kamen besonders viele Dattelner zusammen.

Gut 100 Dattelner folgten der Einladung zum Gedenken an die schreckliche Pogromnacht vom 9. auf den 10. November im Jahr 1938. „So viele Menschen wie heute sind noch nie erschienen“, stellte VHS-Leiterin Rosemarie Schloßer fest und zeigte sich stolz über die jährliche Zunahme der Teilnehmer. 

Datteln: Hin- und nicht wegschauen

„In Zeiten wie diesen ist es wichtig, hin- und nicht wegzuschauen“, ergänzte Bürgermeister André Dora. Theo Beckmann, Vorsitzender des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins erinnerte daran, wie schwer es sei, unfreiwillig seine Heimat zu verlieren.

Der Rundgang startete am Tigg, wo die meisten Stolpersteine liegen, die an die jüdische Bevölkerung von einst erinnern sollen. „An ihren letzten freiwillig gewählten Wohnsitz“, ergänzte Rosemarie Schloßer.

Datteln: Gegen das Vergessen ankämpfen

Die Stolpersteine wurden am Vormittag gereinigt und aufpoliert. Zu der Aktion hatte „Die Linke“ aufgerufen. Mit der Aktion wollten sie gegen das Vergessen ankämpfen. Das Comenius-Gymnasium hatte sich noch eine weitere Aktion einfallen lassen. Schüler stellten Grablaternen zu den Steinen auf und legten weiße Rosen oder Chrysanthemen nieder.

Im Jahre 1814 siedelten sich erstmalig Juden in Datteln. Schon früh entstanden ein Friedhof und eine Betstube. Um 1900 lebten etwa 60 Juden im Ort. Im Jahre 1912 wurde eine bescheidene Synagoge gebaut. An die Synagoge erinnert heute nur noch eine Gedenktafel, welche vom Heimatverein aufgestellt worden war.

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