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Wer parken will, sollte besser etwas Kleingeld in der Tasche haben.

Wechselgeld

Unglaublich was einem Rentner in Datteln passiert, als er eine Briefmarke kaufen will 

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Deutschland ist Bargeld-Weltmeister. Dennoch gibt es immer wieder Probleme, wenn der passende Betrag nicht zur Hand ist. Muss der Händler oder der Käufer auf alles vorbereitet sein?   

Rentner Helmut Rusche ist stinksauer. Dass der Kauf einer einfachen Briefmarke seinen Blutdruck derart in die Höhe schnellen lassen würde, darauf war er nun wirklich nicht gefasst. Eine Briefmarke für 1,55 Euro sollte es sein. Kaufen wollte er das Postwertzeichen im Reisebüro Schlicht an der Martin-Luther-Straße. Bezahlen wollte er mit einem Fünf-Euro-Schein. 

Datteln: Beim Bezahlen kommt der Schock

Helmut Rusche denkt sich nichts dabei, bestellt die gewünschte Marke und legt besagten Fünf-Euro-Schein auf die Theke. Doch sein Gegenüber will den Schein nicht annehmen und verweist auf ein Schild. Auf diesem ist zu lesen, dass für Briefmarken nur noch abgezähltes Geld akzeptiert wird. Passend hat Helmut Rusche den Betrag nicht. Und so muss er unverrichteter Dinge das Geschäft verlassen.

Der Ärger ist groß. Nicht allein, weil Helmut Rusche sich schlecht behandelt fühlt. Er denke vielmehr an ältere Menschen, die nicht so fit wie er seien, sagt er. Immerhin sei Datteln nicht gerade mit allzu vielen Post-Service-Stellen gesegnet. 

Datteln: Geschäfte sind keine Wechselstuben

Andrea Stawinski kann verstehen, dass er sauer ist. "Aber", sagt sie, "unsere Kunden wissen das eigentlich." Schon lange weise ein Schild auf diesen Umstand hin. "Unser Problem ist, dass der Herr nicht der einzige ist, der so kleine Beträge nicht passend zahlen kann." Und das summiere sich über den Tag hinweg. 

Bis zu 40 Kunden versuchten täglich Kleinstbeträge mit Scheinen zu bezahlen, berichtet sie. "Wir können einfach nicht so viel Kleingeld bereithalten, um diesen Service zusätzlich anzubieten", erklärt sie. Ebenso kämen viele Leute in ihr Reisebüro, um Kleingeld für den Parkplatz zu wechseln.

Datteln: Ende gut alles gut?

Der Vorsitzende der Werbegemeinschaft in Datteln, Stephan Bröcker, kann verstehen, dass es für manch einen Händler ein Problem ist, größere Kleingeldbeträge bereitzuhalten. "Die Wechselgeldbeschaffung ist ja ein generelles Problem", sagt Bröcker. "Die Gebühren, die da anfallen, sind immerhin ganz schön ordentlich." Von einem flächendeckenden Problem ist ihm allerdings nichts bekannt. "Ich denke, das betrifft eher die Geschäfte, die in direkter Nähe zu den Parkplätzen liegen", so der Chef der Werbegemeinschaft.

Andrea Stawinski hat sich indes die ganze Angelegenheit noch mal durch den Kopf gehen lassen und will den Post-Service wieder vollumfänglich aufnehmen, sodass es nicht mehr zu Situationen wie mit Herrn Rusche kommt.

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