Stiller Protest mit dem Beamer.
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Stiller Protest mit dem Beamer.

Klimaprotest am Steinkohlekraftwerk

Datteln 4: Aktivisten starten erste Aktion mit Spruch von Greta Thunberg

  • Uwe Wallkötter
    vonUwe Wallkötter
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  • Sebastian Balint
    Sebastian Balint
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Uniper macht jetzt Nägel mit Köpfen und nimmt früher als angenommen den Betrieb auf. Verschiedene Umwelt- und Klimaschutz-Gruppen wollen dagegen am Samstag rund um das Kraftwerk protestieren. 

  • Am kommenden Samstag geht das Steinkohlekraftwerk Datteln 4 endgültig ans Netz.
  • Dann soll damit begonnen werden kommerziell Strom zu erzeugen.
  • Noch in der letzten Woche hatte es mehrere Protestaktionen an dem umstrittenen Kraftwerk gegeben.

Update, 30. Mai, 0.52 Uhr: Mit einer Projektion auf den Kühlturm des Kraftwerks Datteln 4, hat das Aktions-Bündnis Ende Gelände die für Samstag angekündigten Proteste eingeläutet. Die Aktivisten projizierten unter anderem das Wort "Ernsthaft?" und den Satz "How dare you?"auf den Turm. "How dare you?" wurde durch Klima-Aktivistin Greta Thunberg bekannt, die diesen Satz in einer hochemotionalen Rede vorn den Vereinten Nationen sagte. Unbestätigten Meldungen zufolge sollen auch erste Platzverweise erteilt worden sein.

Update, 29. Mai, 11.02 Uhr: Nach Informationen unserer Redaktion hat sich die Zahl der angemeldeten Protest-Aktionen auf jetzt zehn erhöht. Die Anmelder kommen demnach nicht nur aus dem Ostvest, sondern aus ganz Deutschland. Die Polizei steht derzeit noch in Gesprächen mit den Anmeldern, um eine ordnungsgemäße Durchführung der Aktionen sicherzustellen. Bislang waren nur stationäre Proteste angemeldet worden. Das hat sich jetzt geändert. Einige der Anmelder wollen auch mit Protestmärschen gegen die Inbetriebnahme des umstrittenen Steinkohlekraftwerks Datteln 4 demonstrieren.  

Update, 29. Mai, 7.49 Uhr: Zu den Anmeldern gehören vier zum Teil gemischte Gruppierungen der Fridays-for-Future-Bewegung. Diese Gruppen haben sich mit jeweils 40 bis 50 Personen angemeldet. Drei weitere Anmeldungen stammen von Privatpersonen. Sie haben Aktionen mit jeweils 15 bis 150 Teilnehmern angekündigt. Laut Polizei wollen die Teilnehmer mit dem Hochhalten von Plakaten ihrem Protest gegen das Kraftwerk zum Ausdruck bringen.  

Update, 28. Mai, 14.40 Uhr: Für den kommenden Samstag hat der Energiekonzern Uniper die kommerzielle Inbetriebnahme des umstrittenen Steinkohlekraftwerks Datteln 4 angekündigt. Das ruft wie erwartet Klima- Und Umweltschützer auf den Plan, die bereits seit Jahren gegen das Kraftwerk protestieren und auch klagen. Allein vier Klagen hat die IG-Meistersiedlung gegen das Kraftwerk eingereicht. Die Umweltschützer beklagen nicht nur den Schaden für das Klima, den das Kraftwerk aus ihrer Sicht anrichtet. Ihr Protest richtet sich auch gegen die Bedingungen der Arbeiter, die in Kolumbien und Russland die Kohle für den Betrieb von Datteln 4 abbauen. Die Umweltschützer reden daher von "Blutkohle".

Bislang gibt es sieben Anmeldungen für Samstag. Zwischen 8.30 Uhr und 16 Uhr wollen die Gruppen ihrem Prostest mit unterschiedlichen Aktionen Ausdruck verleihen. Die vorangegangenen Demonstrationen und Mahnwachen verliefen durchweg friedlich. Das bestätigt auch die Polizei auf Nachfrage unserer Redaktion. Lediglich ein paar Pressevertreter hätten sich nicht an die Abstandsregelungen gehalten, sodass diese ermahnt werden mussten.  

Update, 27. Mai, 17.38 Uhr: Auch Polizei und Ordnungsamt stellen sich darauf ein, dass es zeitnah Protestaktionen rund um das Kraftwerk Datteln 4 geben wird. Angemeldet wurde bisher aber nicht eine einzige, wie Polizeisprecher Andreas Wilming-Weber auf Nachfrage unserer Redaktion. Der Polizeisprecher äußert die Hoffnung, dass sich wie zuletzt die Aktionen an den Vorgaben des Grundgesetzes orientieren. "Die Organisatoren selbst haben auch darauf geachtet, dass die Corona-Auflagen eingehalten werden." Sollte es zu unangemeldeten Störaktionen kommen, werde man sowohl bei strafrechtlichen Verstößen, als auch im Hinblick auf die Corona-Auflagen mit entsprechenden Maßnahmen reagieren.

Kraftwerkbetreiber Uniper hatte erst kürzlich gut sichtbar aufgerüstet und hunderte Meter Stacheldraht auf die Zäune, wie auch auf die Flächen dahinter verbaut. Zu weiteren Sicherungsmaßnahmen auf dem Gelände wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Den Vorwurf einiger Anwohner, Uniper hätte neue Kameras auf dem Kesselhaus angebracht und würde so möglicherweise sogar über das Firmen-Areal hinweg filmen, weist das Unternehmen zurück  

Update, 26. Mai, 18.31 Uhr: Grünen Ratsherr Mo El-Zein vermutet eine klare Taktik des Kraftwerkbetreibers, die Inbetriebnahme zwei Wochen früher als bislang angegeben war vorzunehmen. Er gehe davon aus, dass das Unternehmen so verhindern wollte, dass die Umweltaktivisten entsprechende Proteste vorbereiten konnten.  

Update, 26. Mai, 18.11 Uhr: Dattelns Bürgermeister André Dora hofft, dass die zu erwartenden Proteste unter Berücksichtigung der Corona-Einschränkungen erfolgen. Die kommerzielle Inbetriebnahme des Kraftwerks werde dem Betreiber Uniper die Gelegenheit geben Geld zu verdienen. Und das werde, sagt Dora, auch Geld in die Kasse der Stadt Datteln spülen. 

Datteln 4 geht ans Netz: Vorbereitungen für weitere Protestaktionen laufen

Update, 26. Mai, 17.48 Uhr: Kathrin Henneberger vom Umwelt-Bündnis Ende Gelände reagiert bestürzt auf die Nachricht, dass das Kraftwerk früher als geplant ans Netz geht. "Dieser 30. Mai wird in den Geschichtsbüchern zu finden sein, als der Tag an dem uns die Politik endgültig verriet", sagt sie auf Nachfrage unserer Redaktion. Außerdem werde die Umweltbewegung nicht aufgeben und dafür kämpfen, "dass Datteln 4 sehr schnell wieder vom Netz genommen wird", sagt die Umweltschützerin. Die Vorbereitungen für weitere, laute Protestaktionen würden jetzt auf Hochtouren laufen.

Update, 26. Mai, 17.31 Uhr: Innerhalb des Unternehmens habe man schon lange die Aufnahme des regulären Betriebs vorverlegt, erklärt Unternehmenssprecher Leif Erichsen auf Nachfrage unserer Redaktion. Es ist davon auszugehen, dass es bis dahin zu massiven Protestaktionen kommen wird.

Datteln: Kraftwerk geht früher ans Netz als geplant 

Die Nachricht schlägt ein wie eine Bombe: Das umstrittene Steinkohlekraftwerk Datteln 4 soll nicht wie ursprünglich geplant erst im Juni/Juli ans Netz gehen. Wie der Betreiber Uniper jetzt mitteilt, soll der Betrieb schon am kommenden Samstag aufgenommen werden. Dann will der Energielieferant damit beginne kommerziell Strom zu erzeugen.

Weitere Informationen rund um das Kraftwerk Datteln 4 lesen sie in der Printausgabe der Dattelner Morgenpost oder in unserem ePaper.

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