Bundesumweltministerin Svenja Schulze bekommt Post aus Russland und Uniper-Chef Andreas Schierenbeck kann Standpunkte von Fridays for Future nachvollziehen. 
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Bundesumweltministerin Svenja Schulze bekommt Post aus Russland und Uniper-Chef Andreas Schierenbeck kann Standpunkte von Fridays for Future nachvollziehen. 

Uniper gibt Erklärung ab

Datteln 4: Umweltministerin Svenja Schulze bekommt Post aus Russland

  • Uwe Wallkötter
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Bundesumweltministerin Svenja Schulze bekommt Post aus Russland und Uniper-Chef Andreas Schierenbeck kann Standpunkte von Fridays for Future nachvollziehen. 

  • Nach dem Probebetrieb ging das Kraftwerk Datteln 4 am Samstag, 30. Mai, ans Netz.
  • Rund 500 Kraftwerksgegner protestierten dagegen.
  • Eine Woche später kommt kein Dampf mehr aus dem Kühlturm von Datteln 4.

Update, 9. Juni, 10.47 Uhr: Vertreter der russischen Umweltorganisation Ecodefense wenden sich mit einem dringlichen Appell gegen den Weiterbetrieb des Kohle-Kraftwerks Datteln IV und gegen die dafür notwendigen Kohleimporte aus Sibirien an Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Der Appell wurde am Sonntag auf einer Demonstration von Klima- und Anti-Atom-Initiativen in Münster vor dem Münsteraner Büro der Bundesumweltministerin erstmals vorgestellt.

Datteln 4: Massive Konsequenzen für die Umwelt befürchtet

Durch den Kohle-Abbau im sibirischen Kuzbass für deutsche Kohlekraftwerke komme es zu schweren Umweltschäden, heißt es in dem Schreiben. Der eindringliche Appell aus Russland zeige, dass die Inbetriebnahme von Datteln IV nicht im luftleeren Raum erfolgt und massive Konsequenzen für das Klima im Allgemeinen, aber auch für die Bergbau-Region Kuzbass in Sibirien habe, erklärt Udo Buchholz vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz. 

Datteln: Umweltinitiativen besorgt über Ölkatastrophe in Sibirien

Die unterzeichnenden Initiativen und Verbände zeigten sich zudem sehr besorgt angesichts der aktuellen Ölkatastrophe in Sibirien. Die rücksichtslose Industrialisierung ökologisch sehr fragiler Regionen zeige seine gravierenden Folgen. Diese folgenschwere Umweltschädigung durch fortgesetzten Kohle-Abbau und die Lagerung von Uranmüll weiter zu fördern, sei verantwortungslos, schreiben die Umweltschützer.

Update, 8. Juni, 13.24 Uhr: "Als ich 16 war, waren es andere Zeiten. Vielleicht wäre ich damals auch bei Fridays for Future dabei gewesen. Ich habe kein Problem mit der Gruppierung. Einige Standpunkte unterstütze ich", sagt Uniper-Chef Andreas Schierenbeck in einem Interview mit dem Business Insider. "Es ist wichtig, unseren Planeten zu erhalten, nachhaltig zu wirtschaften und die Umwelt unseren Kindern in einem besseren Zustand zu hinterlassen." 

Die Kernfrage sei aber, wie man das erreichen will – und in welcher Geschwindigkeit. Darüber könne man diskutieren, sagt Schierenbeck. Weiter sagt er, wundere er sich, warum sich die aktuellen Diskussionen gerade auf den Steinkohlemeiler in Datteln fokussieren. Schließlich sei das Kraftwerk eines der saubersten in Deutschland und der Schadstoffausstoß fast so gering wie in Gaskraftwerken, erklärt Schierenbeck. Allerdings erreicht Datteln 4 nur im Volllastbetrieb den angepeilten hohen Wirkungsgrad von mehr als 45 Prozent.

Uniper-Chef sagt, Datteln 4 sei sauberer als Braunkohle-Kraftwerke

"Die interessante Frage ist doch, warum die schmutzigsten Meiler, die Braunkohlekraftwerke, noch so lange weiterlaufen? Wenn der CO2-Ausstoß das maßgebliche Kriterium ist, dann ist völlig klar, dass Braunkohlemeiler deutlich mehr emittieren als Steinkohlekraftwerke. Das müsste doch vor allem die Leute stutzig machen, die in der Debatte Maximalpositionen beziehen", äußert sich der Uniper-Chef gegenüber dem Business Insider. 

Nach einer Woche legt Datteln 4 eine Pause ein 

Seit Samstagnachmittag (6. Juni) dampfte es nicht mehr aus dem Kühlturm, lediglich ein paar Schwaden quollen aus dem Kesselhaus. Auf Anfrage unserer Redaktion erklärte Uniper-Sprecher Leif Erichsen dazu: „Das ist die neue Normalität. Mal läuft das Kraftwerk, mal läuft es nicht.“

Datteln 4 fährt je nach Bedarf der Kunden

Das hänge vom Bedarf der Kunden ab und dies werde Uniper immer mit etwas Vorlaufzeit angezeigt. Je nach Bedarf der Kunden werde das Kraftwerk gefahren. Erichsen erklärte weiter, dass Datteln 4 am Montag (8. Juni) wieder die Strom-Produktion aufnehme.

Datteln: Stillstand trotz langfristiger Verträge mit Deutscher Bahn und RWE

Bekanntlich hat Uniper langfristige Abnahme-Verträge mit der Deutschen Bahn und dem Energiekonzern RWE abgeschlossen. Und offensichtlich bestand bei diesen beiden Unternehmen an dem Wochenende kein Bedarf an Kohle-Strom aus Datteln.

Das Trianel-Kraftwerk an der Grenze von Waltrop und Lünen ereilt zurzeit das gleiche Schicksal. Das ist aufgrund der Marktlage seit Wochen nicht am Netz. Anders als in Datteln bestehen für das Trianel-Kraftwerk allerdings keine festen Abnahmeverträge mit großen Unternehmen. Der Stillstand in Datteln kommt also insofern schon etwas überraschend.

Die Polizei in Datteln sucht Zeugen für eine mysteriöse Tat.

Todesdrama in Datteln: Am Mittwoch wird das Urteil gefällt.

Proteste gegen die Inbetriebnahme gab es am Stichtag zuhauf - so gingen die Demonstranten gegen das Kraftwerk Datteln 4 vor.

Im Internet machten Hass-Kommentare gegen die Klimaaktivisten und Umweltschützer die Runde - so reagierten die Dattelner auf Facebook

Die Stadt Datteln hat noch mehr zu bieten: Kanäle, die Haard und bekannte Gesichter.

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