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Die dicken Dampfschwaden sind der Beweis, dass Datteln 4 Strom produziert – aktuell 500 Megawatt.

Kohle-Gipfel im Kanzleramt

Reaktionen zu Datteln 4: Alt-Bürgermeister Werner befürchtet "Theater" von Klima-Aktivisten

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  • Fabian Hollenhorst
    Fabian Hollenhorst
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Das umstrittene Kraftwerk Datteln 4 darf ans Netz gehen. Zu diesem Ergebnis kam der Kohle-Gipfel am Mittwochabend im Kanzleramt. In Datteln löst das gemischte Reaktionen aus.

  • Die Entscheidung im Bundeskanzleramt zur Inbetriebnahme von Datteln 4 löst in der Kanalstadt gemischte Reaktionen aus
  • Alt-Bürgermeister Wolfgang Werner, der von Beginn an zu den Befürwortern gehörte, befürchtet Aktivisten aus dem Hambacher Forst
  • Bei den Kraftwerksgegnern der IG Meistersiedlung ist die Stimmung getrübt - sie hoffen auf den juristischen Weg

Rainer Köster, Sprecher der IG Meistersiedlung, erlebt gerade ein Wechselbad der Gefühle. „Nach dem Kohlekompromiss sollte Datteln 4 nicht ans Netz gehen. Da waren wir froh.“ Jetzt ist diese Stimmung ins Gegenteil gekippt. „Ich denke, die Lobbyisten haben gewonnen und haben das umgeworfen, wofür sich 28 Leute in der Kommission ausgesprochen haben.“

Datteln: Gegner hoffen auf eine Entscheidung vor Gericht

Neben dem BUND haben allein drei Familien aus der Meistersiedlung Klage eingereicht. Dabei gehe es auch um den Bebauungsplan für Datteln 4. „Wir haben gute Chancen“, ist Köster überzeugt. Sämtliche Klagen aber sind aktuell ruhend gestellt, bis in Sachen Trianel-Kraftwerk (Lünen) eine Entscheidung gefallen ist.

Unter Dattelns Alt-Bürgermeister Wolfgang Werner ist die Kraftwerksplanung – damals noch von E.ON – auf die Schiene gesetzt worden. Von Beginn an gehörte Werner zu den Befürwortern von Datteln 4. Daran hat sich nichts geändert. „Ich finde es eine gute Entscheidung, die da getroffen wurde“, sagt Werner. Man brauche weiterhin Kohlekraftwerke wie Datteln 4 für eine sichere Grundversorgung. 

Datteln: Wolfgang Werner befürchtet Klima-Aktivisten vom Hambacher Forst

Auch Werner befürchtet, dass die „bezahlten Aktivisten aus dem Hambacher Forst“ sich nun in Richtung Datteln in Bewegung setzen, „um hier Theater zu machen“. „Ich weiß nur nicht, wo sie ihre Baumhäuser hinsetzen wollen. Am Kraftwerk gibt es keine Bäume“.

Die Reaktionen unter anderem von Bürgermeister André Dora, Grünen-Ratsherr Mo El-Zein und Uniper-Sprecherin Ilona Flechtner lesen Sie im E-Paper sowie der Print-Ausgabe der Dattelner Morgenpost.

Die Polizei rechnet nun mit deutlich mehr Protesten gegen Datteln 4

Politische Entscheidung im Kanzleramt - Datteln 4 darf ans Netz.

In Lünen wurde Kraftwerksbetreiber Trianel von einem Gerichtsurteil geschockt: das Unternehmen verlor die wasserrechtliche Erlaubnis.

Aktuell befindet sich Datteln 4 im Probebetrieb - bis Mitte Februar sind 500 Megawatt verfügbar.

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