Ein 42-jähriger Dattelner musste sich vor Gericht verantworten.
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Ein 42-jähriger Dattelner musste sich vor Gericht verantworten.

Missbrauchsprozess

Kindesmissbrauch: Dattelner will das Bewährungsurteil nicht akzeptieren

  • Sebastian Balint
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Ein Dattelner war vom Landgericht Bochum wegen des sexuellen Missbrauchs seiner Tochter zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das will er nicht akzeptieren.

Update, 17. November, 15.09 Uhr: Das Urteil gegen einen ehemaligen Busfahrer aus Datteln wegen sexuellen Missbrauchs seiner Tochter ist nicht rechtskräftig. Wie Gerichtssprecherin Katja Nagel am Dienstag bestätigte, hat der 42-Jährige seine Verurteilung vom 5. November am letzten Tag der Frist noch angefochten und Revision eingelegt.

Die Akten gehen damit zur rechtlichen Überprüfung zum Bundesgerichtshof (BGH). Nach Abfassung des Urteils gehen die Akten nun von Bochum zur Generalstaatsanwaltschaft und zum BGH nach Karlsruhe. Mit einer Entscheidung bei der Revisions-Überprüfung ist wohl frühestens Mitte 2021 zu rechnen.

Update, 5. November, 16.41 Uhr: In dem Prozess gegen einen 42-jährigen ehemaligen Busfahrer aus Datteln wurde heute am Landgericht Bochum das Urteil gesprochen. Trotzdem das Gericht die Schuld des Beklagten als erwiesen ansieht, muss der Dattelner nicht ins Gefängnis.

Bis zuletzt hatte der Vater bestritten, sich sexuell an seiner Tochter vergriffen zu haben. „Wir haben wirklich null Zweifel, dass es so gewesen ist, wie es das Mädchen berichtet hat, sodass sie also die ganze Zeit über die Wahrheit gesagt hat“, sagte Richter Johannes Kirfel in der Urteilsbegründung.

Datteln: Vorfall aus 2016 wurde ausgeklammert

Laut Urteil passierte der Missbrauch in den Herbstferien 2018 in einem Campingwagen. Die heute 13-Jährige hatte seinerzeit bei ihrem Vater übernachtet und sich nach eigenen Angaben schlafend gestellt. Der 42-Jährige soll seiner Tochter die Oberbekleidung hochgeschoben, sie berührt und dabei Fotos gemacht haben.

Den Übergriff selbst stufte das Gericht zwar vergleichsweise als eher von unterer Intensität ein. „Aber es ist Missbrauch gewesen“, sagte Richter Johannes Kirfel. Einen weiteren Vorfall aus dem Jahr 2016 klammerte das Gericht bei seinem Urteil aus prozessökonomischen Gründen aus.

Datteln: Ex-Busfahrer räumt pädophile Fantasien ein

Auch die über 1500 Dateien mit kinderpornografischen Inhalten waren Teil des Prozesses. Die Ermittler hatten auf dem beschlagnahmten Handy acht Videos und 1521 Bilder entdeckt, die fast ausnahmslos schwersten sexuellen Missbrauch an Kindern dokumentieren.

Die Ermittler konnten auch herausfinden, dass der Beklagte im fraglichen Zeitraum nahezu permanent mit eindeutigen Schlagworten im Internet nach neuen Kinderpornodateien gesucht hat. Der 42-jährige Dattelner legte im nicht-öffentlichen TEil der Verhandlung schließlich ein Teilgeständnis ab und räumte letztendlich auch eigene pädophile Fantasien ein.

Der Dattelner wurde zu einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt. Als Bewährungsauflage muss der Dattelner 150 gemeinnützige Arbeitsstunden ableisten sowie eine bereits begonnene Therapie fortsetzen und ordnungsgemäß durchführen.

Update, 5. November, 10.10 Uhr: Um 11.30 Uhr beginnt vor dem Landgericht in Bochum der letzte Prozesstag im Fall eines 42-jährigen Busfahrers, der seine eigene Tochter missbraucht haben soll. Das Urteil gegen den Mann, auf dessen Handy auch über 1500 Dateien mit kinderpornografischen Inhalten gefunden. Das Urteil soll gegen 13 Uhr gefällt werden.

Datteln: Angeklagter mit gesenktem Kopf im Gerichtssaal

Den Kopf gesenkt, den fragenden Blicken der Zuschauer den Rücken zugedreht: So nahm ein Busfahrer aus Datteln am Freitag die Verlesung der Anklageschrift entgegen. In den Jahren 2016 und 2018 soll sich der dreifache Vater an seiner heute 13 Jahre alten Tochter, die nicht in seinem Haushalt lebt, sexuell vergangen haben.

Mal soll er heimlich Nacktfotos von dem scheinbar schlafenden Kind angefertigt, mal den Intimbereich berührt haben. Laut Anklage geht es außerdem um mehr als 1500 Kinderporno-Dateien, die im Dezember 2018 auf dem Samsung-Smartphone des Dattelners sichergestellt werden konnten. Zum Prozessauftakt vor der 3. Jugendschutzkammer am Bochumer Landgericht hüllte sich der 42-Jährige öffentlich in Schweigen.

Datteln: Erschütternde Anklage - Tochter stellte sich schlafend

Die Missbrauchs-Anklage skizziert erschütternde Szenen: Als seine Tochter neun Jahre alt war und bei ihm übernachtete, soll der Vater den Schlafraum betreten, die Kleidung hochgeschoben und Fotos von dem Kind gefertigt haben. Laut Staatsanwaltschaft hatte sich das Mädchen aber nur schlafend gestellt.

In den Herbstferien 2018 soll sich das Szenario wiederholt haben. Wieder soll die Tochter, jetzt auf einem Campingplatz bei Münster, bei ihrem Vater übernachtet haben. Wieder soll sie sich schlafend gestellt haben. Diesmal soll der heute 42-Jährige sie nicht nur fotografiert, sondern auch im Intimbereich berührt haben.

„Mein Mandant wird zu beiden Anklagen Angaben machen, aber nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit“, erklärte Verteidiger Christian Kucera. Die Bochumer Richter berieten sich daraufhin zweimal und gaben dem Verlangen des Angeklagten schließlich nach.

Datteln: Ermittler finden Videos und Bilder auf dem Handy des Angeklagten

Ausweislich der Kinderporno-Anklage fanden die Ermittler auf dem Ende 2018 beschlagnahmten Handy des Dattelners acht Videos und 1521 Bilder, die allesamt schwersten sexuellen Missbrauch dokumentieren. Darüber hinaus konnte laut Anklage rekonstruiert werden, dass der 42-Jährige mit eindeutigen Such-Befehlen im Internet immer wieder nach neuen Kinderpornodateien gesucht hat.

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