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Jung und Alt demonstrierte gemeinsam auf dem Neumarkt in Datteln.

UPDATE: Fotos und Video

FFF-Organisatoren treten mit Forderungen an den Bürgermeister: Haben die geplanten Großprojekte noch eine Zukunft? 

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Etwa 200 Menschen, jung und alt, demonstrierten auf dem Neumarkt für den Klimaschutz. Jetzt stellen die Organisatoren erste Forderungen an die Stadt Datteln. 

UPDATE 23. September

Bürgermeister André Dora war am Freitag bei der Klima-Demo nicht nur Redner, sondern empfing gleichzeitig einen formlosen Brief, den die Schüler aufgesetzt hatten. Darin verdeutlichen sie ihre Forderungen, wie Datteln sich an einem klimafreundlichen Wandel beteiligen kann.

Forderung: Drei Projekte in Datteln nicht realisieren

Die Hauptforderungen der Jugendlichen sind, drei große Projekte nicht zu realisieren: Das Kraftwerk dürfe auf keinen Fall ans Netz gehen, der Industriestandort „newPark“ dürfe nicht umgesetzt werden und eine Brücke über das Dattelner Meer im Zuge der Umgehungsstraße B 474n dürfe nicht gebaut werden.

Außerdem bräuche die Stadt öffentliche Mülleimer mit Mülltrennung, die Ampelschaltung sollte überarbeitet werden und die Castroper Straße fahrradfreundlicher gestaltet werden. Gefordert werden zudem mehr Grünflächen an Straßenrändern und Brachflächen für Parks. Auch bei den Themen öffentliche Verkehrsmittel, erneuerbare Energien und Lebensmittelverschwendung könne die Stadt aus Sicht der Verfasser aktiv werden.

Stadtsprecher Dirk Lehmanski bestätigt, dass die Stadt mit einem Antwortschreiben reagieren wolle.

21. September

Unschöne Szenen auf dem Neumarkt in Datteln: Knapp 200 Menschen waren zur ersten Klima-Demo gekommen. Das erste Wort gehörte der 16-jährigen Schülerin Selin, die über die Beweggründe der Organisatorinnen und die Klima-Lage auf der ganzen Welt sprach. Die Schülerinnen hatten auch Bürgermeister André Dora zu der Demonstration eingeladen. Der wollte nach eigener Aussage keine Rede halten, sondern vielmehr seine Glückwünsche für einen gelungenen Demo-Auftakt ausdrücken.

Datteln: Politische Machtspiele zur Klima-Demo

Während er die Tagespolitik in Datteln außen vor ließ, wollten andere die Versammlung auf dem Neumarkt für politische Machtspiele missbrauchen. Grünen Ratsherr Theo Beckmann und Raimund Schorn-Lichtenthäler (Sachkundiger Bürger der Linken) fielen durch "Scheiße, Scheiße"-Zwischenrufe unangenehm auf, während Dora das Mikrofon in der Hand hielt. 

Datteln: Kein Verständnis für "Scheiße"-Rufe

„Zwei erwachsene Männer, einer davon Ratsmitglied, benehmen sich hier wie die Axt im Walde. Da würde ich als Jugendlicher auch auf die Straße gehen.“ Für dieses Verhalten hätte Dora keinen Respekt. Die anwesenden Demonstranten ließen sich von diesem Schlagabtausch nicht beeindrucken. Sie brachen zu einem Marsch durch die Dattelner Innenstadt hin zum Rathaus auf. Sprüche wie „wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut“ schallten durch die Hohe Straße.

Der Ticker zur Klima-Demo in Datteln:

13.33 Uhr: Die Demo wurde offiziell für beendet erklärt. 

13.20 Uhr: Die Gruppe löst sich langsam auf, einige der Demonstranten sind bereits gegangen. Die Organisatorinnen sprechen weiterhin durch das Megafon und klären auf.

13:01 Uhr: Die Demonstranten sind am Rathaus Datteln angekommen. Jetzt haben sich die Organisatorinnen auf der Rathaustreppe versammelt und geben Tipps, was man machen kann, um das Klima zu schützen und machten auf die Demos in der ganzen Welt aufmerksam. Sie ernten dafür ordentlich Applaus. Der Großteil der Menschen, die sich auf dem Neumarkt versammelt hatten, haben sich auch dem Marsch angeschlossen.   

Bildergalerie: Das war die Fridays for Future-Demo in Datteln

 © Sebastian Balint
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12:51 Uhr: Die Truppe ist mittlerweile nicht mehr weit vom Rathaus entfernt. Die Besucher in der Stadt reagieren auf die Ausrufe der Demonstranten größtenteils gleichgültig, einige reagieren negativ und werfen den Schülern an den Kopf, sie sollten besser zur Schule gehen. Unter den Menschen sind etwa zwei Drittel Erwachsene und ein Drittel Schüler. Vom Comenius-Gymnasium nehmen insgesamt vier Kassen teil: drei Politik- und ein Deutschkurs. Darunter befindet sich auch zur Überraschung der Organisatorinnen eine fünfte Klasse. Eine andere Schule hat sich bis jetzt nicht zu erkennen gegeben. 

12:42 Uhr: "Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut" - mit Ausrufen wie diesen zieht die Truppe durch die Dattelner Innenstadt. 

12.36 Uhr: Der Marsch zum Rathaus beginnt. Die Organisatorinnen laufen mit ihrem Banner vorneweg, der Rest der Teilnehmer folgt ihnen. 

Fridays For Future: Tausende demonstrieren im Kreis Recklinghausen | cityInfo.TV

Fridays For Future: Tausende demonstrieren im Kreis Recklinghausen | cityInfo.TV

12.26 Uhr: Die Organisatoren riefen die Dattelner dazu auf, sich in einer Reihe aufzustellen. Jetzt stellen sie den Demo-Teilnehmern nach und nach Fragen oder nennen Aussagen. Wie die Aussage auf den Teilnehmer zutrifft, tritt dieser einen Schritt nach vorne. Die erste Aussage war: "Ich lebe umweltbewusst." 

12.15 Uhr: Vielen sei immer noch nicht bewusst, dass der Klimawandel eine Bedrohung für die Menschheit heißt, so eine der Organisatorinnen. Sie bedankt sich für das zahlreiche Erscheinen. Jetzt sind sogar "Profis" eingetroffen: Die Scientists for future von der Uni Dortmund, die die Organisatoren in Datteln unterstützen und die Menschen über die Dringlichkeit, jetzt zu handeln, aufklären wollen. Bürgermeister André Dora hielt eine Ansprache und bedankte sich bei den Organisatorinnen für den Anstoß - und erntete ein paar Buh-Rufe aus den Reihen der Grünen. 

Es wird immer voller auf dem Neumarkt. 

12.06 Uhr: Es geht los - die Organisatorinnen eröffnen die Demo. Mittlerweile ist der Neumarkt gut gefüllt, etwa 150 bis 200 Menschen haben sich für den Streik mit vielen bunten Plakaten eingefunden. Jetzt sind auch mehr Schüler eingetroffen und sogar Bürgermeister André Dora ist vor Ort.  

Die Dattelner haben sich mit Plakaten auf dem Neumarkt eingefunden.

11.57 Uhr: Wie auch in den Städten Recklinghausen und Marl läuten passend zum Start der Demo die Glocken der Lutherkirche.

11.50 Uhr: Unter den etwa 40 Demonstranten befinden sich größtenteils ältere Menschen und kaum Schüler. 

11.45 Uhr: Die Polizei, sowie das Ordnungsamt sind auf dem Neumarkt eingetroffen. Acht Beamte sind mit zwei Streifenwagen vor Ort. Die erste kleine Gruppe, bestehend aus jüngeren und älteren Menschen, tummelt sich mit einem Banner vor den Toilettenhäuschen. 

Minuten vor der Demo war es noch ruhig auf dem Neumarkt

11.15 Uhr: Knapp 45 Minuten vor dem Start der Demonstrationen herrscht noch Ruhe auf dem Neumarkt in Datteln: Es läuft der alltägliche Betrieb - die Dattelner gehen zur Sparkasse oder in die Stadtgalerie. Nach Demonstration sieht es noch nicht aus. Doch es dürfte nicht mehr lange dauern, bis die ersten Klimaschutz-Demonstranten aufschlagen. Auch Bürgermeister André Dora wird auf Einladung zu einer Ansprache erwartet.

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