Pfarrer Thomas Mämecke (l.) und Pfarrer Heinrich Plaßmman berichten über die Auswirkungen der Pandemie auf ihre Gemeinden.
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Pfarrer Thomas Mämecke (l.) und Pfarrer Heinrich Plaßmman berichten über die Auswirkungen der Pandemie auf ihre Gemeinden.

Gemeindearbeit während der Corona-Pandemie

Dattelner Pfarrer sagt: „Der Lockdown ist doch kein Knock-down!“

  • Uwe Wallkötter
    vonUwe Wallkötter
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  • Sebastian Balint
    Sebastian Balint
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Corona hat auch die Kirchengemeinden in Datteln vor große Herausforderungen gestellt. Pfarrer Thomas Mämecke und Pfarrer Heinrich Plaßmann sprechen über Folgen und Chancen für die Gemeinden.

Corona hat die Arbeit der Gemeinden in Datteln extrem beeinflusst - nicht nur hinsichtlich der Gottesdienste. Alle Bereiche der Arbeit der Kirchen leiden unter den Einschränkungen. Vor allem Zwischenmenschliches, das, was Kirche letztlich ausmacht, blieb auf der Strecke. Pfarrer Heinrich Plaßmann von St. Amandus und Pfarrer Thomas Mämecke von der Evangelischen Kirchengemeinde berichten, wie sie dieses Weihnachten empfunden haben, was sie bewegt hat und was sie betrübt hat.

„Wir hatten als Gemeinde auf dringendes Anraten unserer Landeskirche sämtliche Präsenzgottesdienste in Datteln abgesagt“, sagt Pfarrer Thomas Mämecke. Natürlich habe er es vermisst, am Heiligen Abend zusammen mit der Gemeinde „O du fröhliche“ anzustimmen. „Das ist am Ende des Gottesdienstes für mich immer das Signal: Jetzt ist wirklich Weihnachten. Das muss im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder anders werden.“

Datteln: Weihnachtsgeschichte per Zoom

Die biblische Weihnachtsgeschichte habe der elfjährige Neffe des Pfarrers online per „Zoom“ vorgelesen. Er habe gerade erst in der 6. Klasse den ersten Platz bei einem Lesewettbewerb seiner Schule belegt, berichtet Mämecke. „Ansonsten konnte ich der Stille und der geschenkten Zeit über Weihnachten durchaus etwas abgewinnen, denn die Botschaft von der Menschwerdung Gottes ist ja an sich keine laute Angelegenheit; und von Familienzusammenführungen kann man in der Bibel sowieso nichts lesen.“

Alles in allem sei Weihnachten 2020 zwar speziell gewesen, „aber es war Weihnachten“, sagt Mämecke. „Gott gibt seine Menschen und die Welt nicht verloren. Sein Friede ist höher als menschliche Planungen.“ Pfarrer Heinrich Plaßmann sagt, ihn habe es sehr bewegt, „dass die Botschaft von Weihnachten viele Menschen in diesem Jahr wohl besonders angesprochen, getröstet und bestärkt hat.“ Eine knackige Formulierung als Reaktion auf ermutigende Worte habe sich ihm besonders eingeprägt: „Der Lockdown ist doch kein Knock-down!“ Gefehlt habe das übliche Beisammensein mit der Familie am 2. Feiertag. „Es ist lange her, dass wir alle – meine Eltern, meine 4 Geschwister und ihre Familien – beieinander gewesen sind“, sagt Plaßmann.

Datteln: Pfarrer Mämecke bedauert junge Menschen

Nicht nur im Rahmen ihrer seelsorgerischen Tätigkeiten sei Corona ein Thema sagen Mämecke und Plaßmann übereinstimmend. „Mir persönlich und meiner Familie geht es Gott sei Dank gut“, sagt Pfarrer Thomas Mämecke. „Ich bedaure in dieser Zeit vor allem, dass den jungen Erwachsenen, also der Generation meiner Kinder, der Start ins eigenständige Leben durch Corona erschwert wird.“

Die jungen Leute würden geradezu ausgebremst. Ein Online-Studium sei auf Dauer doch nur eine Notlösung. „Man möchte als junger Mensch reale Begegnungen mit Menschen haben und etwas vom Leben spüren“, sagt Mämecke. „Die soziale Distanzierung wird ja kein Dauerzustand bleiben können. Wir Menschen sind soziale Wesen und neugierig aufs Leben.“ Er denke dabei auch an die Menschen, die von dieser gefährlichen Infektionskrankheit betroffen sind und mitunter um ihr Leben kämpfen sowie an das medizinische und pflegerische Personal.

Datteln: Erster Lockdown traf Plaßmann in der Kennenlernphase

Der erste Lockdown habe Heinrich Plaßmann in der Phase des Kennenlernens getroffen, da er ja gerade erst ein halbes Jahr in Datteln war. „Viele Treffen entfielen, gewohnte Abläufe wurden auf den Kopf gestellt. So habe ich einen außergewöhnlichen ersten Jahreslauf in St. Amandus erlebt.“ Im privaten Bereich seien der Pandemie viele Begegnungen und über Jahre gepflegte Traditionen zum Opfer gefallen, was oft wehgetan hätte, so Plaßmann.

Lesen Sie das große Interview mit Pfarrer Thomas Mämecke und Pfarrer Heinrich Plaßmann in der Printausgabe der Dattelner Morgenpost vom 29. Dezember und in unserem ePaper.

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