Die Freifunker Ostvest – hier Daniel Toschke und Sven Kozma (v.li.)– haben eigene Server in Betrieb genommen.
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Die Freifunker Ostvest – hier Daniel Toschke und Sven Kozma (v.li.)– haben eigene Server in Betrieb genommen.

Eigene Server angeschafft

Freifunker rüsten auf

  • vonStefan Huxel
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DATTELN - Der Verein Freifunk Ostvest möchte die Innestädte und kulturellen Zentren von Datteln, Waltrop und Oer-Erkenschwick mit kostenlosem, kabelfreiem (WLAN) Internet ausstatten. Jetzt haben die Ehrenamtler aufgerüstet, haben eigene schnellere und leistungsstärkere Server in Betrieb genommen. Für einige Geräte, die schon im Netz hängen, ist daher ein Update nötig.

Anfang des Jahres hat sich der mittlerweile auf 22 Mitglieder angewachsene Verein gegründet. Die Idee dahinter: Privatpersonen oder Geschäftsleute stellen einen Router (auch Knoten genannt) auf und bieten in ihrer Umgebung frei zugängliches Internet an. Stehen die Geräte dicht beisammen, verbinden sie sich und die drahtlose Netzabdeckung wird größer. Kleinere Router gibt es ab 20 Euro, leistungsstärkere Geräte kosten rund 70 Euro. Hinzu kommt der jährlich Stromverbrauch: sechs bis zehn Euro. Über die sogenannte Störerhaftung, falls jemand den Knotenpunkt für Straftaten missbraucht, müssen sich die Betreiber keine Sorgen machen. Die Haftung übernimmt der Freifunk-Verein. Der Knoten ist lediglich das Medium, wie eine Autobahn, dort hat schließlich auch der Fahrer und nicht die Straße die Verantwortung. Der Ausbau des Netzes schreite langsam voran. „In Waltrop können sie durch die ganze Innenstadt laufen und bleiben die ganze Zeit im Freifunknetz. In Datteln gibt es in der Fußgängerzone ab etwa der Hälfte der Hohen Straße bis zum Tigg Lücken und Oer-Erkenschwick ist leider größtenteils eine digitale Wüste“, sagt Sven Kozma, zweiter Vorsitzender und hauptberuflich IT-Systemelektroniker. Bislang haben die Freifunker aus dem Ostvest über die Emscherland-Server, ein großer Freifunkerverband des nördlichen Ruhrgebiets, gearbeitet. „Aber wir hatten massive Geschwindigkeitsprobleme, wenn zu viele gleichzeitig aufs Netz zugriffen“, erklärt Kozma. Dadurch ist es teilweise zu Ausfällen gekommen, es konnten keine weiteren Knoten in Betrieb genommen werden. Die Zeiten sind jetzt vorbei, über die zwei Server – zwei weitere sind in Planung – können nun problemlos rund 200 Router gleichzeitigbedient werden. „Die drei Innenstädte der Ostvest-Städte sind damit locker abgedeckt“, so Vorsitzender Daniel Toschke. Surfgeschwindigkeiten von bis zu 6M/Bit werden erreicht. Das sei auch fast überall der Fall, „das haben wir mehrfach mit unseren Handys gemessen“, so Kozma. Die Kosten von rund 80 Euro im Monat trägt der Verein. Der Umzug hat aber auch zur Folge, dass all diejenigen, die schon einen Knoten betreiben, nun von der Homepage der Freifunker Ostvest eine neue Software herunterladen müssen, damit die Router im Netz erkannt werden. Das ist kostenlos. „Mitmachen kann man auch mit seinem eignen Router, die Software aufspielen und Freifunker werden“, sagt Kozma. Toschke und Co. sind davon überzeugt, dass drahtloses Internet für die (Innen)Städte – Kaufmannschaft und Gastronomen – immens wichtig ist. „Ich als Dattelner finde, dass die Stadt durch offenes WLAN nur attraktiver werden kann“, so Fachinformatiker Toschke.

Auf der Homepage ist auf einer Karte angezeigt, wo in den Städten kostenlos gesurft werden kann:

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