Bisher hat Karl-Heinz Linn pauschal für Fernwärme gezahlt, nun wird nach Verbrauch abgerechnet.
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Bisher hat Karl-Heinz Linn pauschal für Fernwärme gezahlt, nun wird nach Verbrauch abgerechnet.

E.ON

Fernwärme wird teurer

  • vonStefan Huxel
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DATTELN - Im September vergangenen Jahres hatte E.ON-Sprecherin Franziska Krasnici mitgeteilt, dass es „keine Preiserhöhung in Datteln im nächsten Jahr“ bei der Fernwärme geben werde. Nun das: Zahlreiche Kunden, deren Verträge ausgelaufen sind, sollen künftig keine Pauschale mehr zahlen, es wird nach Verbrauch abgerechnet. Karl-Heinz Linn geht von monatlichen Mehrkosten von mindestens 40 bis 50 Euro für sein Haus aus. Für den Rentner ist das viel Geld.

Im Spätsommer 2014 waren wegen möglicher Investitionen in das Dattelner Fernwärmenetz noch Preiserhöhungen für die 80 Kunden im Gespräch, deren Pauschal-Verträge in diesem Jahr auslaufen. Wenige Tage später ruderte der Konzern zurück. Ins Dattelner Inselnetz werde nicht investiert. Demzufolge drohe auch keine Preiserhöhung in Datteln. Insgesamt hängen 1 800 Häuser in der Stadt am Fernwärmenetz.

Vor drei Tagen bestätigte E.ON-Sprecherin Franziska Krasnici auf Nachfrage, dass die provisorische Fernwärme-Versorgungsanlage – zwei ölbefeuerte Hilfskessel – nachgerüstet und um zwei mobile Heißwassererzeuger ergänzt wird (wir berichteten).

Ende Mai bekam Karl-Heinz Linn von seinem Fernwärme-Versorger eine Änderungskündigung. Bisher hat er eine monatliche Pauschale von 216 Euro gezahlt. Ab Oktober soll er neben einer Grundgebühr von 80 Euro nach Verbrauch bezahlen. Für die Kilowattstunde fallen dann 7 Cent an. Laut einer E.ON-Rechnung verbrauche das Ehepaar Linn rund 2 670 Kilowattstunden monatlich. „Das wäre eine Steigerung von 30 bis 40 Euro, aber damit werde ich bei weitem nicht auskommen. Wir benötigen deutlich mehr als 3 000 Kilowattstunden“, sagt der 64-Jährige.

Der Versorger begründet die Preiserhöhung in dem Schreiben folgendermaßen: „Mehrere ältere Kraftwerkseinheiten, aus denen bisher Fernwärme ausgekoppelt wurde und die immer seltener wirtschaftlich betrieben werden können, sind bereits stillgelegt worden. Teilweise sind diese schon durch geeignete Anlagen ersetzt. (...) Mit diesen Maßnahmen sind jedoch auch erhebliche Investitionen und Kostensteigerungen verbunden“.

E.ON ruft auch zum „sparsamen Umgang“ mit Energie auf. Bei den Linns nach eigenen Angaben schwierig umzusetzen, das Haus in Hagem ist nicht gedämmt. „Damals gab es die Fernwärme-Festpreisgarantie, darum haben wir uns gegen eine Sanierung des Hauses entschieden“, sagt der ehemalige Hausmeister. Jetzt fehlt das Geld, um zu dämmen oder eine Pelletheizung einzubauen. Die Rente sei klein und einen Kredit bekomme man als Rentner nur schwer.

„Wir haben keine Alternativen, E.ON hat ein Monopol. Wir würden gerne die Fernwärme aus Oer-Erkenschwick beziehen, aber es liegen keine Leitungen “, sagt Linn.

In den Bau der rund zwei Millionen teuren Leitungen soll E.ON, geht es nach der Fernwärmegesellschaft Oer-Erkenschwick (FOE), investieren (wir berichteten). Das will E.ON nicht. Die Verhandlungen über eine mögliche Kooperation laufen laut FOE-Geschäftsführer Ludger Heine seit zwei Jahren.

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