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Wenn der Kampfmittelbeseitigungsdienst im Einsatz ist, heißt es "Abstand halten".

2. Weltkrieg

Explosive Stolperfalle: Dattelner Bauer entgeht knapp einer Katastrophe

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Eine Stolperfalle aus Metall ärgert einen Dattelner Bauern über Jahre. Als er sie endlich entfernen will, erkennt er seinen Irrtum und ruft die Feuerwehr. Auch die muss einen Experten rufen. 

  • Ein Metallgegenstand erweckt am Samstagabend die Aufmerksamkeit eines Bauers.
  • Seit Jahren hat er sich vorgenommen, den Gegenstand zu entfernen.
  • Die herbeigerufene Feuerwehr zieht den Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe hinzu.

Schon seit langer Zeit ärgert sich ein Dattelner Landwirt über einen metallischen Gegenstand, der neben einem Pferdestall aus dem Boden ragt. Mehrfach soll er versehentlich davor getreten haben oder über den Gegenstand gestolpert sein. Das berichtet Stadtsprecher Dirk Lehmanski auf Nachfrage unserer Redaktion. Ebenso habe sich der Mann immer wieder vorgenommen, den störenden Gegenstand zu entfernen. 

Datteln: Bauer ärgert sich über nervende Stolperfalle

Jetzt stolperte er wohl ein mal zu oft über das störende Metall und beschloss, dem Teil endlich zu Leibe zu rücken. Mit der Hand herausziehen konnte er das Metall-Stück nicht. Also fing er an, das Erdreich abzutragen, um die Stolperfalle endlich zu entfernen. Doch je mehr er von dem merkwürdigen Gegenstand freilegt, desto mehr wundert er sich. Denn ein altes Rohr, wie er anfangs vermutet, findet er nicht. Was er anstatt dessen findet, veranlasst ihn, augenblicklich die Feuerwehr zu verständigen.

Und die trifft am Samstagabend gegen 21.33 Uhr an der Redder Straße ein.  Die Einsatzkräfte begutachten das Fundstück und beschließen den Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe herbeizurufen. Die richtige Entscheidung, wie sich schnell zeigen sollte. Denn der Bauer war jahrelang nicht über ein veraltetes Metallrohr gestolpert, sondern über eine 88 Millimeter Panzergranate aus dem Zweiten  Weltkrieg. Und wie sich kurze Zeit später herausstellt, hat der Bauer Glück gehabt, dass über all die Jahre nichts passiert ist.

Datteln: Abtransport war nicht möglich

"Denn", erklärt Dirk Lehmanski, "der Schlagbolzen der Panzergranate war vorgespannt." Die Panzergranate hätte also jederzeit "hochgehen" können. Denn oftmals werden die Sicherungen im Innern eines solchen Sprengkörpers mit der Zeit porös und damit instabil. Die Gefahr einer unkontrollierten Explosion steigt also mit den Jahren. 46 Mal sind seit dem Zweiten Weltkrieg solche Granaten ohne jede Vorwarnung explodiert. 

Dadurch, dass der Schlagbolzen bereits vorgespannt war, sei ein Abtransport nicht möglich gewesen, sagt der Stadtsprecher. Deshalb hätten sich die Fachleute vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe dafür entschieden, das Weltkriegs-Relikt noch vor Ort zu sprengen. Dafür musste die Redder Straße in Höhe der Recklinghäuser Straße kurzzeitig für den fließenden Verkehr gesperrt werden. 

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