Hamm-Osterfelder-Bahn

Bahn soll Halt in Datteln machen

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DATTELN - Die SPD-Landtagsfraktion fordert, wieder Personenverkehr über die Schienen der Hamm-Osterfelder-Bahnline rollen zu lassen.

Neu sind die Forderungen der SPD, über die Hamm-Osterfelder-Bahn wieder Personenzüge fahren zu lassen, nicht. Durch einen offiziellen Antrag der Fraktion im NRW-Landtag, vom 15. Januar, in dem eine „zeitnahe Reaktivierung der vorhandenen Schienenstrecke“ von Hamm bis nach Recklinghausen gefordert wird, kommt nun wieder Bewegung in eine mögliche Anbindung des Ostvests an das Bahnnetz. Die Jungsozialisten der SPD (Jusos) und auch der Dattelner Bürgermeister André Dora (SPD) stehen auf Nachfrage hinter den Forderungen der SPD-Landtagsfraktion.

Bahnhof seit 1977 stillgelegt

Von Datteln-Meckinghoven aus bequem das ganze Ruhrgebiet bereisen – Bis 1977 war das mit der Hamm-Osterfelder-Bahn kein Problem. Seitdem ist der Bahnhof stillgelegt. Die Strecke ist seit 1983 nur noch für den Güterverkehr zugelassen. Überlegungen und Bemühungen, die Strecke durch das Ostvest wieder für den Personenverkehr zu öffnen, gab es seitdem einige. Zuletzt vor knapp fünf Jahren, als die Waltroper CDU mit der Forderung nach einer „Waltrop Linie“ verkehrspolitisch in die Offensive ging. Doch auch die Bemühungen der Nachbarstadt verliefen im Sande. Nun folgt im Jahr 2019 also der nächste Anlauf, diesmal von der SPD-Landtagsfraktion.

„Diese Überlegungen gab es immer wieder“, sagt der Recklinghäuser SDP-Landtagsabgeordnete Andreas Becker. Die durch den Bundesverkehrswegeplan 2030 zur Verfügung gestellten Mittel seien der Hauptgrund, warum ein neuer Anlauf für eine Ostvest-Strecke unternommen wird. Das Gesamtvolumen beträgt bundesweit 264,5 Milliarden Euro. 41 Prozent davon soll laut dem Plan in den Schienenverkehr investiert werden. Für Aus- und Neubauprojekte stehen im Durchschnitt 1,7 Milliarden Euro pro Jahr zur Verfügung. Zu Zeiten der Rot-Grünen-Landesregierung mit Hannelore Kraft an der Spitze sei dies nicht realisierbar gewesen. „Da war an zusätzliches Geld ja gar nicht zu denken“, sagt Becker. Über das Ausmaß der Kosten könne der Landtagsabgeordnete keine konkreten Angaben machen. Die Errichtung von neuen Bahnhöfen in Standorten wie Datteln, Waltrop, Lünen oder Recklinghausen-Suderwich würde aber Kosten mit sich ziehen, so Becker. Alte Bahnhöfe könnten aus seiner Sicht dabei nicht mehr reaktiviert werden. „Infrastruktur kostet Geld. Hier wäre es aber sinnvoll angelegt“, sagt Becker. Er hoffe auf einen „Schneeballeffekt“, der immer mehr Befürworter aus den verschiedenen Städten generieren soll.

Busse haben häufig Verspätung

„Den Ball der Landtagsfraktion nehmen wir gerne auf“, sagt der stellvertretende Vorsitzende der Jusos-Datteln, Pascal Buddäus. Er und seine Mitstreiter von der Jugendorganisation der SPD bemängeln die langen Bus-Fahrtzeiten zu den umliegenden Bahnhöfen Recklinghausen, Dortmund-Mengede oder Castrop-Rauxel. Eine halbe Stunde Fahrt bis zum nächsten Bahnhof müsse man laut ihm in alle Richtungen einplanen. „Durch die langen Strecken haben die Busse auch häufig Verspätungen und sind länger unterwegs, als es der Plan vorsieht“, sagt Buddäus. Er sieht eine mögliche Anbindung an den Schienenverkehr als große Bereicherung an, auch wenn die Strecke „nur“ durch Meckinghoven führe. Pascal Joswig, Vorsitzender der Jusos in Datteln verdeutlicht: „Das Ostvest gehört zu den wenigen Regionen in Deutschland, die über keinen eigenen Anschluss ans Bahnnetz verfügen. Das ist untragbar für die vielen Menschen, die hier leben und davon betroffen sind.“

Durch eine Öffnung der Hamm-Osterfelder-Bahnlinie für Personen würde Datteln eine wichtige Verbindung an das Ruhrgebiet erhalten, so der Juso-Vorsitzende. „Wir sind überzeugt, dass insbesondere viele junge Menschen dies begrüßen würden“, sagt Pascal Buddäus. Gerade wenn es Jugendliche am Wochenende aus Datteln hinaus nach Dortmund oder ins Rheinland ziehe, sei die Gefahr groß, am späten Abend oder in der Nacht nicht mehr in die Kanalstadt zurückzukommen.

Attraktivität der Stadt Datteln steigern

Neben den Jusos aus anderen Städten wie Bergkamen oder Lünen, stützt auch Bürgermeister André Dora das Vorhaben: „Durch eine Anbindung ließe sich die Attraktivität Dattelns für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber, Bürgerinnen und Bürger auf jeden Fall steigern. Die Reaktivierung der Hamm-Osterfelder-Bahn-Strecke würde natürlich Kosten verursachen, wobei diese Investition sicherlich gut angelegt wäre.“ Stadt-Pressesprecher Dirk Lehmanski kann bestätigen, dass bezüglich der Hamm-Osterfelder-Bahn Kontakt zu den weiteren betroffenen Städten aufgenommen wird.

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