Einer Hausfrau aus Datteln droht eine Freiheitsstrafe - sie hatte mehr als eine Millionen Euro geerbt.
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Einer Hausfrau aus Datteln droht eine Freiheitsstrafe - sie hatte mehr als eine Millionen Euro geerbt.

Montagefirma in Osteuropa

Millionen-Erbe für Hausfrau aus Datteln: Neun Jahre später steht sie vor Gericht

  • Werner von Braunschweig
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Neun Jahre nach einer Millionenerbschaft muss sich eine Hausfrau (53) aus Datteln vor dem Bochumer Schöffengericht verantworten - sie soll Erbschaftssteuer hinterzogen haben.

  • Eine Hausfrau aus Datteln hatte knapp 1,3 Millionen Euro von ihrem verstorbenen Vater geerbt
  • Neun Jahre später muss sie sich nun vor dem Schöffengericht in Bochum verantworten
  • Sie soll das Erbe verschwiegen und die Erbschaftssteuer hinterzogen haben

Neun Jahre nach einer Millionenerbschaft muss sich eine Hausfrau (53) aus Datteln seit Dienstag vor dem Bochumer Schöffengericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft der dreifachen Mutter vor, nach dem Tod ihres Vaters die Höhe des Erbes von fast 1,3 Millionen Euro über Jahre hinweg verschwiegen und dadurch 163.000 Euro Erbschaftssteuer hinterzogen zu haben - die Angeklagte dagegen ist sich keiner Schuld bewusst.

Datteln: Montagefirma in Osteuropa bringt Hausfrau Millionen ein

Der Vater der Angeklagten war 2011 in Datteln verstorben. Der Senior hatte im osteuropäischen Ausland eine kleine Montagefirma geleitet, aus deren späteren Verkauf der Alleinerbin aus Datteln - wo nun drei Wochen vor der Kommunalwahl Wahlplakate abgenommen wurden - laut Anklage ein Vermögen in Höhe von 1.262.796 Millionen Euro zugeflossen ist. Nachdem die 53-Jährige anschließend jahrelang keine Erbschaftssteuererklärung abgegeben hat, erließ das zuständige Finanzamt im März 2019 einen Erbschaftssteuerbescheid über fällige 163.913 Euro. Dieser Bescheid ist, wie es im Prozess hieß, inzwischen auch rechtskräftig.

Die Angeklagte und ihr Verteidiger bestehen jedoch darauf, dass zu keinem Zeitpunkt eine Vertuschungsabsicht vorgelegen hat. Stattdessen wollen sich die Dattelnerin und ihr Ehemann in dieser Frage den Rat von drei Steuerberatern eingeholt haben. „Alle drei Steuerberater, mit denen wir besprochen haben, haben uns gesagt, dass die Erbschaftsteuersache sich für uns durch eine andere Steuerzahlung im Ausland bereits erledigt hat“, erklärte der Ehemann (57) der Angeklagten als Zeuge. Im guten Glauben und im Vertrauen darauf seien seine Frau und er dem Rat der „Experten“ gefolgt.

Datteln: Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten droht

Das Problem ist jedoch: Eine Befragung der drei Steuerberater, ob ein solcher Hinweis wirklich so erfolgt ist, erscheint schwierig. Der erste ist inzwischen leider verstorben, der zweite angeblich schwer krank und der dritte nicht zu finden. Die Dattelnerin und ihr Mann wollen sich nämlich nicht mehr erinnern können, in welcher Kanzlei genau sie seinerzeit in Bochum eine Steuerberatung bekommen haben.

Richter Sönke Zimmermann will nun in einem Fortsetzungstermin zumindest den Sachbearbeiter des zuständigen Finanzamtes befragen. Im Falle einer Verurteilung droht der Dattelnerin eine Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten.

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