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Gerd Zimmermann und Harry Squar kommen in ihrer Reibekuchen- und Suppenküche auf lockere 45 Grad. Ein Abkühlen ist nicht möglich.

Hitzewelle

Temperaturen machen Markthändlern zu schaffen

DATTELN - Den Dattelner Markthändlern machen die tropischen Temperaturen zu schaffen: Der Besucherstrom wird weniger, einige Anbieter fehlen. Die Waren müssen aufwendig gekühlt werden, manche der Händler verschenken die Ware sogar zum Ende des Marktes. Ein Weiterverkauf ist nicht möglich.

Samstagmorgen, 11.30 Uhr: Der sonstige Anziehungspunkt „Markt“ wirkt verwaist. Das liegt nicht nur an den Sommerferien, auch die tropischen Temperaturen sind daran schuld. 36 Grad zeigt das Thermometer an und die Marktleute versuchen, diesen Temperaturen zu trotzen. In der beliebten Reibekuchen- und Suppenküche von Gerd Zimmermann herrschen über 45 Grad.

Trotzdem bleiben er und sein Küchenkompagnon Harry Squar cool. „Mittlerweile haben wir uns an diese Temperaturen gewöhnt“, nehmen es die beiden Köche mit Humor. Eine Alternative gibt es ohnehin nicht für sie. „Wir könnten die Unterwäsche weglassen“, frotzelt Zimmermann mit einem Augenzwinkern. Seine Kunden suchen sich unter einem Sonnenschirm ein schattiges Plätzchen und lassen sich ihren Appetit von der Hitze nicht verderben. „Was Deftiges geht immer“, sagt Kunde Olaf Mankewitz und lässt es sich schmecken.

Was nicht verkauft wird, wird aussortiert

Am Obst- und Gemüsestand vom Hof Engelkamp-Knigge nehmen die Kunden alles kritisch unter die Lupe. Aber die Ware sieht auch gegen Mittag noch immer knackfrisch aus, lediglich das Grün der Radieschen macht einen welken Eindruck. „Ab sechs Uhr morgens geht es zum Ernten raus aufs Feld.“, erzählt Frank Knigge. Danach heißt es für den Landwirt und sein Team, die Ware zu kühlen. Was an diesem Markttag nicht verkauft wird, bleibt nicht mehr im Angebot. Trotzdem senkt Knigge zum Schluss des Marktes nicht die Preise. „Das wäre den Kunden gegenüber unfair, die bereits frühmorgens ihre Einkäufe getätigt haben“, ist sein Standpunkt.

Anders geht es am Stand von Blumenhändler Harald Zapler zu. Seine Blumen, die sonst reißenden Absatz finden, gibt es kurz vor Mittag noch in großer Auswahl. „Um 12.45 Uhr werde ich die Preise drastisch senken und einige verschenken“, kündigt der Zapler an. Und das passiert dann Schlag auf Schlag: Gladiolen umsonst, Sonnenblumen für 50 Cent, 10 Edelrosen für 1,50 Euro, Gerbera umsonst.“ Ein hitzebedingter Ausverkauf, Zapler versucht das Beste aus der Situation zu machen. Trotzdem ärgert auch ihn die Reaktion einer Schnäppchen-Kundin, die kritisch hinterfragt, ob die Rosenblüten noch alle aufgehen werden. Am kommenden Mittwoch schenkt er sich den Markttag, er wird erst wieder am Samstag anreisen.

Weniger Fisch, mehr Eis

Auch Ayse Yavuz kämpft im Fischwagen von Kobuss gegen die Hitze an. Sie und ihre Kollegin haben am frühen Morgen weniger Fisch, dafür zwei Kisten mehr Eis zum Kühlen eingeladen. Das Verkaufsteam findet, dass weniger gegessen wird. Um 13 Uhr ist der Markt leer gefegt. Ab kommenden Donnerstag sollen die Temperaturen in den „Keller gehen“. Darauf hoffen die Marktleute und freuen sich wieder auf mehr Trubel und erfolgreiche Zeiten.

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