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Pater Erwin Immekus

Totengedenken in der Alten Kirche Horneburg

Trauer um den "Schrottpater": der Horneburger Russenseelsorger Erwin Immekus ist verstorben

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Jahrelang setzte sich der Geistliche aus Horneburg mit Sammel- und Spendenaktionen für Menschen in Russland und der Ost-Ukraine ein - am Neujahrstag verstarb er im Alter von 95 Jahren.

  • 95 Jahre alt wurde Pater Erwin Immekus, den viele Dattelner als „Schrottpater“ kannten. 
  • Der mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Geistliche aus Horneburg starb Neujahr in Limburg an der Lahn.
  • Der ehemalige Kriegsgefangene organisierte jahrelang Hilfstransporte nach Russland und die Ost-Ukraine.

Schrottpater und Russenseelsorger hat man Erwin Immekus genannt – jahrelang sammelte er in Datteln Kleidung und andere Gegenstände, die niemand mehr haben wollte, um sie mit einem Kleinlaster nach Russland zu bringen.

Die Verbindung zu Russland und der russischen Bevölkerung stammt aus seiner Zeit als Kriegsgefangener. „Auf dem Marsch in die Gefangenschaft hat mir ein russischer Soldat befohlen, mit ihm die Schuhe zu tauschen. Seine hatten Löcher, so habe ich mir die Füße abgefroren“, erinnerte sich Immekus an seinem 90. Geburtstag im Jahr 2015. Dadurch konnte er keinen Arbeitsdienst leisten. Dennoch war es eine harte Zeit, in der die Bevölkerung, die selbst nicht viel zum Leben hatte, aber stets „liebevoll“ mit ihm umgegangen sei.

Und als Immekus nach 1945 zurück in Deutschland war, wuchs in ihm „ein komisches Heimweh“. Er widmet sich in seiner Arbeit dem russischen Volk, wird Russenseelsorger und macht die Schlosskirche in Horneburg zum Zentrum seiner Arbeit

Datteln: Erwin Immekus bekam das Bundesverdienstkreuz verliehen

Seit den 1960er Jahren fuhr er jedes Jahr für mehrere Wochen nach Russland und in die Ost-Ukraine, kümmerte sich um die Menschen, deren Sorgen und Nöte. Um Mittel für das Aussätzigenhilfswerk und die Russlandhilfe zu erwirtschaften, verkaufte er Metall und wurde liebevoll als der „Schrottpater“ bezeichnet.

Sein Engagement reichte noch weiter, er sammelte von Kleidung bis zu medizinischen Geräten alles, was den Bedürftigen in Osteuropa helfen konnte. Die vielleicht größte Ehre wurde Pater Immekus 2016 zuteil: Regierungspräsident Reinhard Klenke überreichte ihm 2016 in Münster das Bundesverdienstkreuz

Datteln: Totengedenken in Horneburg

Seit Mai 2018 lebte er bei den Pallottinern in Limburg. Am Sonntag, 5. Januar, findet um 10 Uhr ein Totengedenken in der Alten Kirche Horneburg, Horneburger Str. 39, statt.

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