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Hundesteuer: Datteln im oberen Mittelfeld

Datteln - Die Stadt kassiert für einen Hund jährlich 96 Euro Steuern. Aktuell sind 2600 Hunde in Datteln gemeldet.

Sie gelten als des Menschen bester Freund, sind innig geliebte Weggefährten und Familienmitglieder: Hunde. In Datteln sind laut Angaben der Stadtverwaltung aktuell 2600 von ihnen gemeldet. Neben den Kosten für Futter, Zubehör und Tierarzt werden für Mops, Labrador & Co. auch Steuern fällig. Der Bund der Steuerzahler (BdSt NRW) hat die Hundesteuer in 338 Städten in Nordrhein-Westfalen verglichen. Datteln kassiert jährlich 96 Euro, wenn ein Hund gehalten wird. Damit liegt die Stadt im oberen Mittelfeld.

Da die Kommunen die Hundesteuer selbst festlegen können, fällt diese je nach Wohnort sehr unterschiedlich aus. Die höchste Hundesteuer verlangt Hagen mit 180 Euro pro Jahr. Den geringsten Hundesteuersatz erhebt Verl mit 25 Euro für einen Hund und ein Jahr. Die Nachbarstädte Recklinghausen und Marl liegen mit 108 bzw. 110 Euro ein Stückchen über dem Dattelner Steuersatz, die kreisfreien Städte Gelsenkirchen und Herne sind dagegen mit 129 bzw. 152 Euro deutlich teurer. Die direkten Nachbarn Castrop-Rauxel, Haltern und Oer-Erkenschwick verlangen mit jeweils 96 Euro pro Hund und Jahr den gleichen Satz.

13 Hunderassen in Datteln als "gefährlich" eingestuft

Während Verl auch für „gefährliche Hunde“ nur 25 Euro kassiert, liegt die Steuer in Datteln beim dreifachen Satz, also bei 288 Euro. Als „gefährlich“ eingestuft sind in Datteln insgesamt 13 Rassen, darunter Pitbull Terrier, Mastiff und Rottweiler. Laut Angaben der Stadtverwaltung werden derzeit 33 gefährliche Hunde in Datteln gehalten. Noch ein paar Zahlen zum Vergleich: In Monheim fallen für jeweils einen gefährlichen Hund 1320 Euro an, Solingen berechnet 1200 Euro und Siegburg 1100 Euro.

In 82 der untersuchten Städte, darunter auch Castrop-Rauxel, Marl, Recklinghausen und Haltern, zahlen Besitzer gefährlicher Hunde hingegen den gleichen Steuersatz wie Halter anderer Hunderassen. 77 Städte bieten einen reduzierten „Kampfhundesteuersatz“ an, wenn die Halter einen Nachweis gemäß Landeshundegesetz NRW erbringen, dass eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit nicht zu befürchten ist. In Datteln gibt es diesen Rabatt nicht.

Steuerbefreiung in Ausnahmefällen

„Die Hundesteuer ist als Bagatellsteuer nicht mehr zeitgemäß“, findet Eberhard Kanski, stellvertretender Vorsitzender des BdSt NRW. Die Steuer nehme so gut wie keine Rücksicht auf die finanzielle Leistungsfähigkeit der Steuerzahler. „Der Erhebungs- und Kontrollaufwand der Hundesteuer ist hoch und das Aufkommen im Vergleich zu den klassischen Kommunalsteuern, wie die Grund- und Gewerbesteuer, eher unbedeutend“, sagt Kanski. Die Stadt Datteln hat im vergangenen Jahr allerdings immerhin rund 255.000 Euro eingenommen.

Doch nicht alle Halter müssen für ihre Vierbeiner zahlen: Hunde, die ausschließlich dem Schutz und der Hilfe blinder, tauber oder sonst hilfloser Menschen dienen, werden auf Antrag von der Steuer befreit. Die Voraussetzung dafür ist ein entsprechender Schwerbehindertenausweis. Auch für Hunde, die nachweislich aus dem Tierheim Recklinghausen übernommen werden, wird auf Antrag eine Steuerbefreiung gewährt – allerdings nur für zwei Jahre.

Die Hundesteuer ist eine der ältesten sogenannten Aufwandsteuern. Sie wird von den Gemeinden erhoben, reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück und verfolgt das ordnungspolitische Ziel, die Hundehaltung im Stadtgebiet zu beschränken. Jeder Halter ist verpflichtet, den Hund unabhängig vom Zweck der Haltung innerhalb von zwei Wochen schriftlich an- beziehungsweise abzumelden. Die Steuer ist nicht zweckgebunden, ihr steht keine bestimmte Leistung (etwa das Reinigen der Straßen von Hundekot) gegenüber. Sie wird wie andere Steuern auch zur Finanzierung aller städtischen Aufgaben mitverwendet.

Steuerermäßigungen in Höhe von 25 Prozent können Halter beantragen, die Hartz IV oder Grundsicherung beziehen. Auch für Hunde, die in der Landwirtschaft oder als Wachhunde gehalten werden, gibt es Steuerrabatt. Das ist jedoch nur bei einem Hund möglich, für jeden weiteren gilt der reguläre Steuersatz. In Datteln sind es bemerkenswerte 230 Haushalte, die mehr als einen Hund angemeldet haben.

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