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Überzeugungsarbeit am Infostand: Polizist Rolf Schmidt im Gespräch mit Bürgern.

Infokampagne der Polizei in Datteln

Datteln ist ein gefährliches Pflaster für Radfahrer

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DATTELN - Datteln ist und bleibt ein gefährliches Pflaster für Radfahrer. Einige Unfallschwerpunkte sind durch Baumaßnahmen entschärft worden und Polizeiaktionen zur Unfallprävention gibt es regelmäßig. Dennoch wurden im vergangenen Jahr durchschnittlich alle acht Tage Radfahrer bei Unfällen verletzt.

44 verletzte Radler listet die Polizeistatistik 2016 auf, acht mehr als im Jahr zuvor – viele für eine Kleinstadt wie Datteln. Ein Grund: Die Verkehrsinfrastruktur ist in Datteln alles andere als optimal. Aber wenn‘s kracht, liegt das in den allermeisten Fällen am Fehlverhalten von Autofahrern, Radfahrern oder Fußgängern. Die Polizei setzt auf Überzeugungsarbeit. „Wir wollen Verständnis für die Situation des jeweils anderen Verkehrsteilnehmers erzeugen“, erklärt Polizeihauptkommissar Jörg Teichert. Am Mittwoch hatten er und Kollegen am Neumarkt wieder einmal einen Infostand zum Thema Radfahrsicherheit aufgebaut. Teichert empfiehlt gegenseitige Rücksichtnahme und Radfahrern schon aus Selbstschutz einen vernünftigen Fahrstil. „Immer wachsam sein, beide Hände an den Bremsen. Radfahrer müssen zusehen, dass sie heile ankommen.“

"Wir haben Nachholbedarf in NRW"

Bei der Verkehrsplanung sei vor Jahrzehnten viel falsch gemacht worden, meint der Polizist. „Man kommt als Radfahrer nicht zügig von A nach B. Wir haben da Nachholbedarf in NRW. Schauen Sie mal nach Holland…“ Die schmalen Radwege an der Castroper Straße beispielsweise seien Gefahrenpunkte. Dagegen tun kann die Polizei so gut wie nichts. Aber sie kann an Radfahrer appellieren, den richtigen Radweg zu benutzen, beim Fahren das Handy wegzupacken und das eigene Rad verkehrssicher zu machen. „Es ist eine Sisyphusarbeit, Menschen dazu zu bringen, ihr Verhalten im Straßenverkehr zu ändern“, weiß Teichert. „Das braucht Zeit.“ Der nächste Infostand der Polizei kommt bestimmt.

Ein wenig Mut macht ein Blick auf ältere Zahlen der Unfallstatistik. 2005 beispielsweise waren in Datteln 72 verletzte Radler zu beklagen. „Langfristig wird‘s besser“, sagt Teichert.

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