Integrationsrat

Mehr muttersprachlicher und islamischer Religionsunterricht

DATTELN - Die türkischstämmigen Mitglieder des Dattelner Integrationsrates machen sich für eine möglichst zeitnahe Einführung des islamischen Religionsunterrichts an Dattelner Schulen stark.

Die Landesregierung plant, diesen Bekenntnis orientierten Religionsunterricht für Muslime „sukzessiv frühestens ab dem Schuljahr 2012/2013“ einzuführen, sagte Barbara Löcherbach, Sprecherin des NRW-Schulministeriums. „Wir möchten, dass das zeitgleich auch an Dattelner Schulen stattfindet“, forderte Mevlüt Odabas in der letzten Integrationsratssitzung vor der Sommerpause. Der islamische Religionsunterricht soll parallel zum evangelischen und katholischen Religionsunterricht stattfinden und in deutscher Sprache abgehalten werden – von in Deutschland ausgebildeten Lehrern.

Ein Lehrermangel ist absehbar. Immerhin gibt es nach Angaben des Schulministeriums 320000 muslimische Schüler in NRW – und rund 200000, schätzt das Ministerium, dürften sich für islamischen Religionsunterricht interessieren. Beschlossen ist die entsprechende Änderung des Schulgesetzes noch nicht.

Mevlüt Odabas warb bei den Vertretern der Ratsfraktionen um Unterstützung. Muttersprachlicher Unterricht sowie Islamunterricht seien wichtige Bausteine der Integration.

Ishak Caylak, Vorsitzender des Integrationsrates, meinte, mit muttersprachlichem Unterricht und islamischem Religionsunterricht würde die „Bildungssituation türkischstämmiger Kinder verbessert“.Der Ausländerbeirat sprach sich einstimmig dafür aus, Eltern über den bereits im Schulgesetz verankerten muttersprachlichen Unterricht und Islamkunde zu informieren. Dies solle durch die Schulen geschehen.

Die Ratsvertreter hatten Bedenken gegen mehr Türkischunterricht. „Das Problem ist ja nicht, dass die Kinder zu wenig Türkisch können, sondern dass sie zu wenig Deutsch können“, meinte FDP-Ratsherr Peter Amsel. „

Wenn mindestens 15 Familien einer Klasse den Antrag auf muttersprachlichen Unterricht stellen, kann eine Lerngruppe gebildet werden, teilt das Schulamt mit. Auch jahrgangs- oder schulübergreifender, muttersprachlicher Unterricht ist möglich.

Eine Neuerung hat der Kulturverein der Moschee bereits durchgesetzt. Vor den Einführungsgottesdiensten für die Schulneulinge wird es am 8. September ab 9 Uhr in der Moschee am Südring eine Gebetsstunde für muslimische i-Männchen und ihre Familien geben. „Zum allerersten Mal“, freut sich Ali Karakaruk vom Kulturverein.

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