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Die beiden Häuser 49 und 49a an der Böckenheckstraße sind nach dem Dachstuhlbrand vorläufig nicht bewohnbar.

Dachstuhlbrand an der Böckenheckstraße

Kripo ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung

MECKINGHOVEN - Der Dachstuhlbrand an der Böckenheckstraße, der am Mittwochmorgen zu einem Großeinsatz der Feuerwehr geführt hat, könnte für den 76-jährigen Bewohner ein teures Nachspiel haben. Denn die Kripo ermittelt nun wegen fahrlässiger Brandstiftung.

Das bestätigte Polizeisprecherin Ramona Hörst auf Anfrage unserer Redaktion. „Wir gehen jetzt den Hinweisen nach, dass der Mann ein Wespennest im Dach selbst ausgeräuchert haben soll und dadurch das Feuer im Dachstuhl möglicherweise ausgelöst wurde“, so Hörst.

Schaden von 150000 Euro

Ein Sachverständiger der Kripo hat sich das Haus inzwischen angeschaut. Nach ersten Schätzungen geht die Polizei von einem Sachschaden in Höhe von 150 000 Euro aus. Das Haus Böckenheckstraße 49 ist aktuell nicht bewohnbar. Gleiches gilt für das Nachbargebäude, bedingt durch den Löschwassereinsatz. Das Feuer an sich hatte nicht übergegriffen.

Sollte dem Rentner die fahrlässige Brandstiftung nachgewiesen werden, ist es sehr gut möglich, dass der Gebäudeversicherer zunächst in Vorleistung geht, um den Schaden zu regulieren und dann Regressansprüche an den 76-Jährigen stellt. „Bei solchen Sachen ist nicht ausgeschlossen, dass Versicherer Regress nehmen“, sagt Versicherungs-Fachmann Frank Spotke auf Anfrage. Das hänge natürlich von den Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft ab.

Greift in so einem Falle die Haftpflichtversicherung? „Das hängt vom Vertrag und von der Deckungssumme ab“, sagt Spotke. „Grundsätzlich ist grobe Fahrlässigkeit versicherbar.“

Auch Feuerwehr prüft Regressansprüche

Im Falle einer Verurteilung wegen fahrlässiger Brandstiftung könnte dem Rentner noch eine zweite Rechnung ins Haus flattern – nämlich von der Feuerwehr. „Grundsätzlich sind Brandeinsätze kostenfrei. Es sei denn, jemand handelt grob fahrlässig oder gar mit Vorsatz. Dann prüfen wir Regressforderungen“, erklärt Stadtbrandinspektor Theo Berkel auf Nachfrage mit Hinweis auf gesetzliche Vorgaben. Die Feuerwehr wird in diesen Tagen gemäß der Gebührensatzung die entstandenen Kosten für Personal und Material auflisten und dem Rechtsamt der Stadtverwaltung übergeben. Eine genaue Summe kann Theo Berkel noch nicht nennen, aber „es geht in die Tausende.“

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