Wenn die Lukasbrücke erneuert wird

"Aufbruch" fordert Ersatzbauwerk

DATTELN - Aus Angst, dass sich ein ähnliches Brücken-Desaster abspielen könnte wie im aktuellen Fall am Hebewerk, hat sich der Vorsitzende des Waltroper Aufbruchs, Andreas Walgenbach (Foto), mit einem Brief an diverse Politiker gewandt. Er fordert die Errichtung einer Behelfsbrücke für die Zeit, in der die Lukasbrücke erneuert wird.

Aufbruch-Vorsitzender Andreas Walgenbach hat unter anderem an MdB Frank Schwabe, MdB Michael Groß sowie die Bürgermeister der Städte Waltrop, Datteln und Castrop-Rauxel geschrieben. „Durch die vorgesehene Sperrung der Lukasbrücke werden den Bürgerinnen und Bürgern der Städte Datteln, Castrop-Rauxel und Waltrop sowie dem Kreis Recklinghausen insgesamt große Nachteile entstehen. Wirtschaft, Kultur und Bildungseinrichtungen werden Schaden erleiden“, schreibt Walgenbach.

Um dem zu entgehen, fordert der WA-Chef die Politiker auf, dafür Sorge zu tragen, dass für die laut Walgenbach geplante Bauzeit von zwei Jahren ein Behelfsbauwerk installiert wird.

Laut Neubauamt fehlt der Platz

Eine nachvollziehbare Idee, wiewohl die Umsetzung so nicht funktionieren wird. So sagt es jedenfalls Dirk Bölling, zuständiger Sachbereichsleiter beim WNA. Das Problem: Zumindest für eine Behelfsbrücke, über die auch Busse und Lkw fahren können, fehlt laut Böllings Aussage der Platz. „Wir brauchen zehn Meter zwischen der alten und der Übergangsbrücke“, erklärt der Experte. Dies könne nur dann erreicht werden, wenn einige Gebäude vor der Brücke weichen. „Da muss man sich natürlich die Frage stellen, was schützenswerter ist“, sagt Dirk Bölling.

Baustart wohl erst 2025

Die Lukasbrücke wird im Zuge der geplanten Kanalverbreiterung erneuert, da sie für die künftigen Maße des Dortmund-Ems-Kanals zu klein ist. Dirk Bölling geht davon aus, dass der Neubau der Lukasbrücke frühestens 2025 starten kann. Zwar sei man in der Planung schon relativ weit, wegen Personalmangels müsse das Neubauamt jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit die Prioritäten ändern. Vorrang hätten die Brücken, die akutere Mängel aufweisen.

Eine kleine, drei Meter breite Brücke, die einzig von Pkw befahren werden dürfte, könnte dort theoretisch zwar installiert werden. „Allerdings halte ich es für wichtiger, dass Rettungskräfte und der ÖPNV die Brücke nutzen könnten“, sagt Bölling. Doch das gehe unter den aktuellen Voraussetzungen aus eben den Platzgründen nicht.

Brücke für Fußgänger und Radler möglich

Während sich Andreas Walgenbach mit einem erheblichen zeitlichen Aufwand und „nervenaufreibenden Umweg über bereits überlastete Ausweichstrecken wie die B 235“ nicht anfreunden möchte, gibt es immerhin für Fußgänger und Radfahrer gute Nachrichten. Das WNA wird vor „Lukas“ eine kleine Fußgängerbrücke installieren.

Die avisierte Bauzeit von zwei Jahren könnte sich laut Dirk Bölling übrigens noch verringern. „Nach einem Jahr sollte die Brücke zumindest wieder befahrbar sein.“

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