Präsentieren die neuen iPads für die Schüler der Hauptschule Hachhausen: (v.li.) Beigeordneter und Kämmerer Dirk Franke, Schulsekretärin Andrea Bruns-Meyer, Oliver Klein (städtischer IT-Mitarbeiter), Rita Vetter (kommissarische Schulleiterin) und Aljoscha Schmidt (städtischer IT-Mitarbeiter).
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Präsentieren die neuen iPads für die Schüler der Hauptschule Hachhausen: (v.li.) Beigeordneter und Kämmerer Dirk Franke, Schulsekretärin Andrea Bruns-Meyer, Oliver Klein (städtischer IT-Mitarbeiter), Rita Vetter (kommissarische Schulleiterin) und Aljoscha Schmidt (städtischer IT-Mitarbeiter).

Für den Unterricht

Nur langsam kommt das schnelle Internet - an Schulen in Datteln hapert es an digitaler Geschwindigkeit

  • Sebastian Balint
    vonSebastian Balint
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Die Schulen in der Südstadt von Datteln sind langsam, zumindest was die Geschwindigkeit des Internets angeht.

An der Böckenheckschule weiß man ganz genau, was es bedeutet, nicht über eine schnelle Datenleitung zu verfügen. Der Grundschule im Süden der Stadt stehen ganze 16.000 kBit/s zur Verfügung, „sofern sie denn hier ankommen“, schränkt Rektor Heiko Kückes ein. Es gebe Tage, an denen würde bestenfalls eine Leistung von 9000 kBit/s erreicht. „Wenn ich dann ein Bild oder eine PDF-Datei mit sieben oder vielleicht sogar 15 Megabyte runterladen möchte, dann kann ich in der Zeit ganz gemütlich eine Tasse Kaffee trinken“, sagt Kückes. Der coronabedingte Wechselunterricht, der aktuell stattfindet, sei aus dieser Warte auch am praktikabelsten. Denn der Distanzunterricht habe nur deshalb funktioniert, weil das Kollegium bereit war, aus dem Homeoffice über die privaten Internetleitungen zu arbeiten. Jörn Rasmussen (38), seit vergangenem Jahr Fachbereichsleiter-IT bei der Stadt Datteln, weiß natürlich um die Probleme in der Südstadt. „Die Mecki-Schule trifft es sogar noch härter“, räumt er ein, „dort kommen bestenfalls 6000 kBit/s an.“ Und so gern er auch würde, seine Abteilung kann das Problem aus eigener Kraft nicht lösen. Denn bei der Versorgung der Schulen mit der schnellen Datenautobahn sei die Stadt auf die Telekom als ausführendes Unternehmen angewiesen. Die hatte eigentlich zugesagt, „dass der Glasfaserausbau in Datteln bis 2019 abgeschlossen ist“, erklärt Kämmerer Dirk Franke.

Monopolstellung der Telekom in Datteln ist ärgerlich

Gerne würde die Stadt Datteln Druck auf die Telekom ausüben. Aber das ist nicht so einfach, weiß Dattelns Bürgermeister André Dora zu erklären. „Die Telekom hat eine Monopolstellung, was sehr ärgerlich ist.“ Auf Nachfragen zu möglichen Hinderungsgründen bei der Ausführung der Glasfaserarbeiten laute die Antwort schlichtweg: „Wir können gerade nicht.“ Damit sei das Thema dann durch, sagt Dora. Bis auf die eingangs erwähnten Grundschulen sollten mittlerweile alle Schulen in Datteln über 250 MBit/s verfügen. Sollten! Denn, so weiß Jörn Rasmussen zu berichten, die eingehende Geschwindigkeit ist nicht alles, wenn die Technik vor Ort diese nicht verarbeiten kann. Denn in den Schulen selbst sind die verbauten Leitungen eben nicht mehr auf dem neuesten Stand. So ist das Comenius-Gymnasium zwar mit W-Lan ausgestattet, doch die verbaute Hardware ist veraltet. Sie soll jetzt ersetzt und dann auch erweitert werden. Denn spätestens dann, wenn nach den Sommerferien alle Fünftklässler mit iPads ausgerüstet werden, müssen die Netze an den Schulen so belastbar sein, dass die Vorteile der neuen Ausstattung auch ausgespielt werden können. Jörn Rasmussen arbeitet unermüdlich mit seinem Team daran, das sicherzustellen.

iPads für alle Schüler der Hauptschule Hachhausen in Datteln

An der Hauptschule Hachhausen in Datteln ist man derweil guter Dinge. Dieser Tage wurden die iPads ausgeliefert. Und zwar für alle Schüler. Die Hälfte der Kosten dafür werden durch Gelder aus der Ausstattungsoffensive getragen, die andere Hälfte steuert die Hauptschule aus dem eigenen Schulbudget bei. Noch in dieser Woche werden die Geräte an die Schüler übergeben. Am Mittwoch komme dann das fehlende Verbindungskabel, das die Schule mit der schnellen Datenautobahn verbindet.

Mittel aus dem DigitalPakt

Auf politischer Ebene und auch in den sozialen Netzwerken ploppt immer mal wieder die Frage auf, warum die Stadt Datteln noch keine Mittel aus dem DigitalPakt Schule abgerufen hat. 500 Millionen Euro stellt der Bund zur Verfügung, davon entfällt eine Gesamtfördersumme von 105 Millionen Euro auf Nordrhein-Westfalen. Voraussetzung ist jedoch ein technisch-pädagogisches Einsatzkonzept (TPEK). Die Schulen müssen dafür als Zuwendungsempfänger ihre technischen Bedarfe definieren und auch pädagogisch begründen. Dora sagt dazu, die Stadt wolle den kompletten Förderraum nutzen, „um das Optimum für uns herauszuholen.“ Stichtag dafür: 31. Dezember 2021.

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