Wollen die komplette Innenstadt mit drahtlosem, kostenlosen Internet abdecken (v.li.): Bürgermeister André Dora, Werbegemeinschafts-Vorsitzender Stephan Bröcker und die Freifunker Daniel Toschke und Marcel Schaller.
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Wollen die komplette Innenstadt mit drahtlosem, kostenlosen Internet abdecken (v.li.): Bürgermeister André Dora, Werbegemeinschafts-Vorsitzender Stephan Bröcker und die Freifunker Daniel Toschke und Marcel Schaller.

Online-Offensive

Kostenloses Netz für die ganze City

  • vonStefan Huxel
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DATTELN - Die Dattelner Kaufmannschaft und die Stadtverwaltung wollen den Ausbau des kostenlosen, drahtlosen Internets in der Innenstadt vorantreiben.

City Partner-Vorsitzender Stephan Bröcker hat die rund 100 Mitglieder der Werbegemeinschaft schriftlich aufgefordert, sich daran zu beteiligen. Auch an städtischen Gebäuden sollen bald mithilfe der Freifunker Zugänge ins weltweite Netz geschaffen werden.

Vom Südring über die Castroper Straße bis zum Neumarkt, von dort durch die Fußgängerzone bis hin zum Tigg sollen in wenigen Monaten die Passanten bummeln und dabei durchgehend im Netz surfen können.

„Wenn ein Video geguckt wird, kann es schon mal zu Rucklern kommen, aber das hängt auch vom Smartphone ab“, sagt Freifunker Marcel Schaller (38). Die anvisierte 6 MBit-Übertragungsrate, die im Innenstadtbereich auch jetzt schon mancherorts durchgehend erzielt wird, reicht problemlos, um zu surfen, E-Mails abzurufen und sich in Social-Media-Kanälen zu tummeln.

Einmal eingeloggt, verbindet sich das Geräte – egal wo in Deutschland – automatisch mit dem Freifunk-Netz.

Die technischen Voraussetzungen dafür schafft der ehrenamtlich arbeitende Verein Freifunk Ostvest. 22 Mitglieder, nahezu alle hauptberuflich in der IT- oder Medienbranche beschäftigt, stellen die Ausrüstung (Hardware) zur Verfügung und helfen bei der Einrichtung.

Neben dem vorhandenen Internetanschluss müssten nur die jährlichen Stromkosten (ca. sechs bis zehn Euro) und ein Router bezahlt werden. „Einstiegsgeräte gibt es für rund 20 Euro“, sagt Marcel Schaller. Je nach Standort muss es unter Umständen ein leistungsstärkeres Gerät sein, sodass im Einzelfall für die einmalige Anschaffung 70 bis 80 Euro fällig werden können.

Stehen die Router – auch Knoten genannt – dicht beisammen, verbinden sie sich und die Netzabdeckung wird größer.

Über die sogenannte Störerhaftung – jemand missbraucht den Knotenpunkt für Straftaten – müssen sich die Betreiber keine Sorgen machen. Die Haftung übernimmt der Freifunk-Verein.

Auf der Castroper Straße zwischen dem Südring und Busbahnhof sind derzeit drei Knoten installiert. „Um den Bereich komplett abzudecken, müssten es circa sechs bis sieben mehr sein“, sagt Vereins-Vorsitzender Daniel Toschke.

Daher appelliert Stepfan Bröcker an die Kaufmannschaft, sich zu beteiligen. „Das ist heutzutage ein Muss, jedes Einkaufszentrum hat ein kostenloses WLAN-Netz“, so Bröcker. Der Kunde von heute sei mobil, beziehe seine Informationen über das Smartphone und vergleiche Produkte im Internet. „So können auch mal eben Öffnungszeiten nachgeschaut werden“, sagt Bröcker. Es sei der Service-Gedanke, der zähle.

Durch kostenloses Internet werde die Stadt insgesamt attraktiver. Hauptnutznießer seien zunächst Gastronomen. Denn wer im Internet liest, bleibt schon mal länger und bestellt einen Kaffee mehr.

Auch die Geschäfte können mittelfristig von dem kostenlosen Internet profitieren, um gezielt Waren an den Mann zu bringen. Ein erster Schritt, den Raumausstatter Stepfan Bröcker gerade geht: Er lässt seine Homepage für mobile Geräte optimieren. „Wir wollen aber erst mal die Innenstadt mit kostenlosem Internet abdecken, dann sehen wir weiter“, so Bröcker.

Die Stadt Datteln unterstützt das Vorhaben. Die Wirtschaftsförderung wird gezielt Geschäftsleute und Betriebe ansprechen, um sie für das Freifunk-Netz zu gewinnen. In einigen Monaten werden auch das Rathaus, Jugendzentren und weitere städtische Gebäude online sein. Das müsse, so Bürgermeister André Dora, nur noch mit der GKD (Gemeinsame Kommunale Datenzentrale des Kreises Recklinghausen) abgestimmt werden, da die Stadt über deren Leitungen online geht.

Die Ostvest-Freifunker sind mitsamt Kontaktdaten über deren Homepage zu erreichen:

Das Land NRW betreibt sogar in Ministerien Freifunk-Knoten und ruft Kommunen auf, das Angebot der Freifunker zu nutzen.

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