Die Polizei Recklinghausen hat am Sonntag der Kollegen gedacht, die am 14. Juni 2000 von einem Dortmunder Neonazi ermordet worden waren
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Die Polizei Recklinghausen hat am Sonntag der Kollegen gedacht, die am 14. Juni 2000 von einem Dortmunder Neonazi ermordet worden waren

Gedenkstunde

Polizistenmord: Ein Neonazi tötete vor 20 Jahren drei Beamte im Dienst 

  • Sebastian Balint
    vonSebastian Balint
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Seit der Ermordung dreier Polizeibeamte durch einen Neonazi vor 20 Jahren treffen sich alljährlich Weggefährten, um ihrer zu gedenken. Der Täter nahm sich kurz nach der Tat das Leben. 

  • Am 14. Juni 2000 tötete ein Neonazi drei Polizisten.
  • Der Täter nahm sich später selbst das Leben.
  • Seitdem gedenken alljährlich Weggefährten der Getöteten.

Am 14. Juni 200 fuhr der 31-jährige Neonazi Michael Berger mit seinem BMW durch die Stadt Dortmund. Er war nicht angeschnallt, was die Polizeibeamten Thomas Goretzky und Nicole Hartmann dazu veranlasste, ihn zum Anhalten aufzufordern. Der 31-Jährige kam dieser Aufforderung aber nicht nach und setzte stattdessen zur Flucht an. Die beiden Beamten folgten dem Mann und versuchten ihn zu stellen, als er plötzlich das Feuer auf sie eröffnete. 

Datteln: Schwerverletzte Beamtin löste Großalarm aus

Thomas Goretzky wurde dabei tödlich getroffen, seine Kollegin Nicole Hartmann wurde durch die Schüsse schwer verletzt. Ihr gelang es aber noch die Zentrale ihrer Dienststelle zu informieren, die daraufhin Großalarm auslöste. Auf seiner Flucht durchquerte der Neonazi Berger auch die Stadt Waltrop. Als er neben einem Streifenwagen zum Halten kommt, eröffnete er augenblicklich das Feuer. Drei Schüsse gab der 31-Jährige ab. Zwei davon trafen die Beamten Ivonne Hachtkemper und Matthias Larisch von Woitowitz direkt in den Kopf. 

Später finden Beamten den BMW des Täters auf einem Waldweg in Olfen. Darin lag Michael Berger, der sich mit einem Kopfschuss selbst das Leben genommen hatte. In der Wohnung des Täters fanden die Ermittlungsbehörden später weitere Waffen und sogar eine Splittergranate. 

Datteln: Weggefährten treffen sich seit 20 Jahren

Zur ersten Gedenkfeier am 19. Juli 2000 zogen 8000 Polizeibeamte mit einem Schweigemarsch durch die Dortmunder Innenstadt. Seitdem treffen sich in jedem Jahr Weggefährten der Getöteten in Datteln zu einer Gedenkfeier. So auch in diesem Jahr. "Dieses Verbrechen hat die Polizei vor 20 Jahren zutiefst erschüttert. Die ermordeten Kollegen sind in unserer Behörde unvergessen", sagte Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen an diesem Sonntag während der Gedenkfeier.

Datteln: Polizisten sind täglichen Gefahren ausgesetzt 

"Diese Tat eines Rechtsextremisten und Angriffe und Anschläge der jüngeren Vergangenheit müssen uns mahnen, entschieden gegen jegliche Formen von Extremismus einzustehen und uns diesen entgegenzustellen", führte die Polizeipräsidentin weiter aus. Bei ihrem Einsatz für die freiheitlich demokratische Grundordnung seien Polizisten trotz aller Vorsicht tagtäglich Gefahren ausgesetzt. Dies habe vor wenigen Wochen der tragische Tod eines jungen Polizisten, bei einem Einsatz in Gelsenkirchen schmerzhaft vor Augen geführt. 

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