In Olfen ist vieles anders: Die Bauern dort dürfen mit Genehmigung der Stadt Grünschnitt und Gehölz auch ohne Osterfeuer verbrennen. In Datteln wird das gerade politisch diskutiert. Das Foto entstand am Mittwoch direkt an der Stadtgrenze zu Olfen auf einem Feld neben dem Hofladen Tenkhof.
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In Olfen ist vieles anders: Die Bauern dort dürfen mit Genehmigung der Stadt Grünschnitt und Gehölz auch ohne Osterfeuer verbrennen. In Datteln wird das gerade politisch diskutiert. Das Foto entstand am Mittwoch direkt an der Stadtgrenze zu Olfen auf einem Feld neben dem Hofladen Tenkhof.

Osterfeuer fallen aus

Schreddern oder verbrennen? - Bauern wissen nicht wohin mit Grünschnitt und Gehölz

  • Simone Hollenhorst
    vonSimone Hollenhorst
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Wegen Corona fallen die Osterfeuer in Datteln aus. Doch: Wohin sollen die Dattelner Bauern mit Grünschnitt und Gehölz, das sonst immer dabei verbrannt wurde?

Coronabedingt fallen die Osterfeuer aus. Das teilt die Stadt Datteln mit. „Zurzeit dürfen diese Veranstaltungen wie schon im vergangenen Jahr nicht durchgeführt werden. Das gilt für den öffentlichen und den privaten Bereich, da die Brauchtumspflege in Corona-Zeiten nicht möglich ist“, heißt es aus dem Rathaus. Eine Frage bleibt jedoch offen – und zwar fernab vom gesellschaftlichen Veranstaltungscharakter der Osterfeuer: Wohin mit dem Grünschnitt und dem Gehölz, das sonst üblicherweise zu großen Haufen aufgeschichtet und bei den Osterfeuern verbrannt wurde? Das Ordnungsamt der Stadt weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass „pflanzliche Abfälle abseits von Osterfeuer-Veranstaltungen nicht verbrannt werden dürfen.“

Ausnahmeregelung für die Landwirte in Datteln

Für den einen oder anderen Landwirt dürfte das Probleme mit sich bringen. Bei der Pflege von Grünanlagen und landwirtschaftlichen Flächen fällt schließlich einiges an Grünschnitt und Gehölz an, etwa beim Schneiden von Hecken und Sträuchern. Deshalb hat die Dattelner CDU einen Antrag bei der Stadt gestellt. Darin fordert die Union eine Ausnahmeregelung für die Verbrennung von Schlagabraum. „Im Gebiet der Stadt Datteln dürfen pflanzliche Abfälle, die auf landwirtschaftlich oder erwerbsgärtnerisch genutzten Grundstücken aus Maßnahmen zum Schutz und zur Pflege von Hecken, Wallhecken, Windschutzstreifen, Kopf-/Obstbäumen sowie Ufergehölzen angefallen sind (Schlagabraum), zukünftig von Oktober an bis zum 30. April verbrannt werden“, schreibt die CDU in ihrem Beschlussvorschlag für den nächsten Hauptausschuss am 17. März. So eine Allgemeinverfügung ist aus Sicht der Christdemokraten zum einen aus ökologischen Gesichtspunkten sinnvoll. Rückschnitt trage zur Gesundheit der Gehölze bei, schaffe Nistplätze und mache Schädlingen das Leben schwer. Zum anderen steigere gepflegtes Grün „die Attraktivität der Naherholungsmöglichkeiten für viele Dattelner.“

Stadt Datteln ist anderer Meinung

Das sieht die Stadt Datteln anders. In der Sitzungsvorlage für den Ausschuss lehnt die Verwaltung das Verbrennen von pflanzlichem Material weiterhin ab und begründet das mit den hohen Schadstoffemissionen, die zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Luftqualität führen können. Das Verbrennen stelle zudem keine umweltverträgliche Entsorgung dar, zu der Abfallerzeuger aber nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz verpflichtet sind. Außerdem führe die Rauch- und Geruchsbelästigung häufig zu Beschwerden aus der Bevölkerung und es sei den Bürgern schwer zu vermitteln, dass Osterfeuer zwar ausfallen, andere große Feuer aber erlaubt seien. Den Landwirten sei zuzumuten, dass sie ihre pflanzlichen Abfälle fachgerecht entsorgen, etwa schreddern oder in Biomassekraftwerken verwerten lassen.

Eine Entscheidung darüber wird der Hauptausschuss der Stadt Datteln am kommenden Mittwoch treffen müssen. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Forum des Berufskollegs. Besucher müssen sich vorher für ihre Teilnahme anmelden.

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