Buchhandlung Deilmann

Seit mehr als 100 Jahren in Datteln: Familienunternehmen macht dicht - so geht es jetzt weiter

  • Uwe Wallkötter
    vonUwe Wallkötter
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Das Familienunternehmen Deilmann, das seit 1914 in Datteln besteht, macht jetzt wirklich dicht. Am 31. März ist Schluss, sagt Annette Lamprecht.

Grund für die Shließung ist aber nicht Corona oder die immer stärker werdende Online-Konkurrenz. „Mit 66 Jahren fängt das Leben an“, sagt die Unternehmerin augenzwinkernd. Sprich: Es geht in den Ruhestand. Beschleunigt hat das Ganze der Umstand, dass Ehemann Harald seit kurzem ebenfalls Pensionär ist.

1914 startete Opa Josef Deilmann mit sogenannten Feldpostschachteln, Boxen, die an die Soldaten an der Front geschickt wurden. Bald danach wechselten er und Ehefrau Elisabeth an den jetzigen Standort und erweiterten das Angebot um Zigarren, Zeitschriften, Bücher, Geschenkartikel und Schmuck. Später stieg die zweite Generation, Aloysia und Alfons Deilmann, mit dem Schwerpunkt Buchbinden ein. Vor 26 Jahren übernahm Anette Lamprecht offiziell.

Datteln: Kein Mitarbeiter von Deilmann steht auf der Straße

Die vielen traurigen Reaktionen unserer Kunden auf die Schließung zeigen, dass wir vieles richtig gemacht haben“, sagt Annette Lamprecht. Besonders freut sich die Chefin, dass von den drei weiteren Mitarbeitern niemand nach der Schließung auf der Straße steht. Zwei der drei, darunter auch die jahrzehntelange Wegbegleiterin von Annette Lamprecht, Petra Krüger, gehen ebenfalls in den Ruhestand. Und Kerstin Dörner hat eine andere Stelle gefunden.

Zu den Tiefen gehörte zweifelsohne die wachsende Konkurrenz von Amazon & Co. Gegen die hat sich Deilmann mit einer starken, persönlichen Kundenbindung erfolgreich zur Wehr gesetzt. Das sei eben anders als in einer Großstadt.

Datteln: Das passiert nun am Deilmann-Standort

Hoffnung macht auch das, was an die Stelle der Buchhandlung Deilmann kommt. Der Großteil des zum Teil sehr alten Gebäudes wird abgerissen, an die Stelle rückt ein dreigeschossiges Wohngebäude. Im Erdgeschoss wird auf einer Fläche von rund 500 Quadratmetern eine Passage mit mehreren kleinen Geschäften Platz finden. Und es sollen keine Billigläden dort einziehen. „Als Eigentümerin habe ich natürlich Einfluss darauf, wer sich dort ansiedelt.“ Und sie wird sich bemühen, auch wieder einen Buchladen dort zu etablieren. Das ist ihr ein besonderes Anliegen.

Rubriklistenbild: © Wallkötter

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