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„Oh, was ist denn jetzt schon wieder los?“, fragten Thomas Philipsen, Jochen Rüther und Harald Funke (v.li) das Publikum. Die ungeschönte Wahrheit verpackten sie in abgefahrene, humorvolle Dosierungen, welche die Zuhörer nur zu gerne schluckten.

Stadthalle

Storno: Polit-Entertainment der Extraklasse

Datteln - Das Storno-Trio bestehend aus Harald Funke, Thomas Philipzen und Jochen Rüther begeisterte das Publikum in der Stadthalle.

Ausverkauft, ausgelassen, abrechnend: 450 Zuschauer trafen auf die drei Kabarettisten Harald Funke, Thomas Philipzen und Jochen Rüther und erlebten einen bissigen, hintersinnigen Jahresrückblick. Storno schenkte dem Publikum nichts. Das konnte sich nur mit gezielten Lachattacken wehren. Politik gepaart mit Bonmots, Kalauern und jeder Menge Alltagsgeschehen – der perfekte Mix für eine gelungene Vorstellung.

Storno schaut zurück und nach vorne. Das Kabarett-Trio möchte fröhliche Gesichter um sich herum, auch wenn die Welt mehr und mehr aus den Fugen zu geraten scheint. Eines erstaunt die drei Betrachter des Zeitgeschehens: Trump ist noch immer da. Vor einem Jahr haben sie in Datteln die Hoffnung gehegt, sich nicht lange mit ihm beschäftigen zu müssen. Jetzt ist er doch wieder ihr Thema.

„Alle Pubertierenden haben die Haare scheiße.“ Das wunderbare Zusammenspiel, untermauert mit passenden Grimassen von Funke, großem Erstaunen von Rüther und skurriler Musik von Philipsen, treibt alles zum perfekten Höhepunkt. Eiskalt haben sie recherchiert, durchleuchtet und bringen es jetzt auf den Punkt: Beim wem ist die Schuld für alle Missstände zu suchen? Darauf gibt es nur eine Antwort: Mesut Özil. Auch Christian Lindner bekommt sein Fett weg. Ihn sieht Funke zusammen mit Putin mit nackten Oberkörpern auf einem Hengst reiten. Das Publikum spürt deutlich die Gänsehaut, die Funke bei diesem Kopfkino überkommt. „Crazy Horst“ Seehofer darf natürlich auch nicht fehlen.

Es macht Spaß, den Dreien zuzuhören

Sahra Wagenknecht wird als Bildschirmschoner enttarnt, anders sei ihre Omnipräsenz in Talkshows nicht zu erklären. Wer fehlt noch in den wilden Fantastereien? Richtig, "Angie" Merkel. Sie sei die Uschi Obermaier der Christdemokraten, einmal geschieden und bis zur Kanzlerkandidatur jahrelang in wilder Ehe gelebt. Die Grünen kommen auch nicht gut weg. „Diese besserverdienenden Impfgegner, die mit ihrem SUV zum nächsten Biomarkt fahren und am Abend beim Faszientraining für Golden Retriever zu finden sind.“ hadert Philipzen und lässt sich von Rüther trösten.

Getröstet werden muss auch Funke, der mit seinem Diesel nur noch nachts zur Tankstelle fährt und kurz vor dem Entlarven als Umweltsünder durch seine Nachbarin lieber den Super-Zapfhahn in den Tank steckt. Der Klimawandel, die Kühe haben in diesem Sommer H-Milch gegeben, die Kirchenskandale, die Ehe für alle, nichts bleibt ungesagt, niemand kommt ungeschoren davon. Das alles in zwei absolut amüsanten Stunden, die ihresgleichen suchen. Es macht trotz der Krisen, Skandale und Negativ-Schlagzeilen einfach nur Spaß, den drei Kabarettisten mit ihrem unschlagbaren Wortwitz und abgefahrenen, neu erdachten Texten zu bekannter Musik zuzuhören. Das Jahr 2019 muss niemand fürchten, Storno wird es bestens im Griff haben.

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