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Die Sicherheit auf Radwegen ist nicht erst seit dem Tod einer 57-Jährigen ein Thema in Datteln

Unfallstatistik

Radwege bleiben ein Sicherheitsrisiko

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DATTELN - Die Zahl der verunglückten Fahrradfahrer ist im Jahr 2018 auf 56 Personen gestiegen – Ein Unfall endete tödlich.

Zwei Menschen sind im Jahr 2018 bei Verkehrsunfällen im Dattelner Stadtgebiet tödlich verunglückt. Das geht aus der am Mittwoch vom Polizeipräsidium Recklinghausen veröffentlichten Unfallstatistik hervor. Der Tod einer 57-jährigen Fahrradfahrerin aus Castrop-Rauxel im Juli des vergangenen Jahres war der traurige Tiefpunkt im anhaltenden Streit um unsichere Radwege im Stadtgebiet. Laut der Polizeistatistik sind insgesamt 56 Radfahrer im Jahr 2018 bei Verkehrsunfällen verunglückt.

Ein Lkw-Fahrer erfasste im Sommer die Fahrradfahrerin aus Castrop-Rauxel als er von der Castroper Straße nach rechts auf die Emscher-Lippe-Straße abbiegen wollte. Die 57-Jährige verstarb noch an der Unfallstelle. Im jährlichen Polizei-Unfallbericht wird die Kreuzung als eine von zwei „unfallauffälligen Bereichen“ in Datteln gelistet. Der zweite Brennpunkt liegt direkt im Innenstadtbereich an der Ecke Pahlenort/Marktstraße. Dort ist Tempo 30 erlaubt, zudem sollen eigentlich gleich zwei Fußgängerüberwege für Sicherheit sorgen. Mit Blick auf ganz NRW erneuert der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Nordrhein-Westfalen seine Forderung nach mehr Sicherheit für Fahrradfahrer: Der Einsatz von Abbiege-Assistenten soll für Lkw verpflichtend werden. Tödliche Unfälle – wie an der Castroper Straße – sollen durch die technische Hilfe vermieden werden.

Sicherheitsbedenken

Sicherheitsbedenken für Radfahrer stellten Die Grünen bereits im April des vergangenen Jahres – Monate vor dem tödlichen Unfall – zur Schau, als sie sich selber mit dem Rad auf die Suche nach Problemstellen gemacht hatten. Die Wählergemeinschaft warnte davor, dass abseits der Kanalstrecken ein hohes Sicherheitsrisiko für Radfahrer besteht. „Umgesetzt ist von unseren Anmerkungen bisher nichts“, sagt Theodor Beckmann von der Wählergemeinschaft. Einziger Erfolg sei eine rote Radweg-Markierung an der Einfahrt zum Recyclinghof. „Im Vergleich zum In- und besonders zum Ausland hängen wir beim Thema Radwege mächtig zurück“, warnt er. Auch die eingeführte Fahrrad-Kommission, in der laut Stadtsprecher Dirk Lehmanski Bürger, Verwaltungsmitarbeiter und Lokalpolitiker an Konzepten arbeiten, hätte bei ihrem ersten Treffen noch keine konkreten Pläne geliefert. „Es war mehr ein Gedankenaustausch, um die schwierigen Stellen in der Stadt auszuarbeiten“, sagt Beckmann, der in der Kommission selbst mitarbeitet.

56 verunglückte Radfahrer

56 verunglückte Radfahrer und dazu noch 15 mehr als im Vorjahr stechen auch dem Leiter der Direktion Verkehr bei der Polizei Recklinghausen, Karl-Heinz Henn, direkt ins Auge – im Vorjahr waren es noch 41. „Durch den heißen Sommer waren zwar mehr Radfahrer unterwegs, die negative Entwicklung wird von uns dennoch ernst genommen“, sagt er. Mögliche Schwankungen seien laut Henn bei diesen Unfallstatistiken aber immer möglich. Während die Radfahr-Unfälle um 15 gestiegen sind, ist bei den Unfällen mit motorisierten Zweirädern ein Rückgang von 29 Unfällen im Jahr 2017 auf 16 im Jahr 2018 festzustellen. Der Direktionsleiter stellt zudem eine positive Entwicklung fest: 22 Senioren sind bei Verkehrsunfällen verletzt worden. Das sind – entgegen dem Trend im Kreis Recklinghausen – sieben weniger als im Jahr 2017.

Bessere Voraussetzungen für Radfahrer in Datteln sieht auch Henn als zwingend notwendig an. Ein Mitwirken der Polizei in der Dattelner Fahrrad-Kommission hält er daher für sinnvoll.

Auch Theodor Beckmann will sich weiterhin für sichere Radwege einsetzen, damit in Zukunft weniger Unfälle , vor allem auf dem Weg in die Innenstadt, passieren und in der nächsten Unfallstatistik der Polizei keine toten Radfahrer mehr aufgeführt werden müssen.

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