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Soll nach dem offiziellen Willen von Uniper ab Sommer 2020 Strom produzieren: Datteln 4.

Kraftwerk Datteln 4

Will Uniper mit Datteln 4 wirklich noch ans Netz? - Es gibt Zweifel 

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    Markus Weßling
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Will Uniper mit Datteln 4 wirklich bald Strom produzieren - oder sind die Betreiber lediglich auf mehr Entschädigung aus? 

Die Zukunft von Datteln 4 hat längst nicht mehr nur Uniper in der Hand - sondern auch der geplante Ausstieg aus der Kohleverstromung bis spätestens 2038. Trotzdem versucht der Betreiber nun, schnellstmöglichst ans Netz zu gehen. die Frage: Warum macht Uniper das überhaupt und pumpt weiter Millionen in die Fertigstellung? 

Datteln 4: Will Uniper nur ans Netz, um eine hohe Entschädigung zu bekommen?

Dr. Thomas Krämerkämper, Kraftwerks-Fachmann beim Umweltverband BUND hat jedoch eine klare Meinung: Er vermutet, dass es Uniper darum gehe, das Kraftwerk in positivem Licht darzustellen, um in den Gesprächen mit der Bundesregierung im Zuge des Ausstiegs aus der Kohleverstromung eine möglichst hohe Entschädigung zu bekommen. Heißt: Man tut so, als habe man ein technisch perfektes, höchst effizientes Kraftwerk, das schon sehr bald Strom liefern kann – eine Inbetriebnahme wäre aber tatsächlich gar nicht das Ziel. Georg Oppermann, Sprecher von Uniper in der Konzernzentrale in Düsseldorf, hält sich in dieser Angelegenheit bedeckt und verweist auf die derzeit laufenden Gespräche zwischen der Bundesregierung und Uniper.

Datteln 4: Erzählt Uniper nur halbe Wahrheiten?

Für die Kraftwerke, die zwar bereits gebaut aber nicht in Betrieb genommen wurden, gebe es „eine Verhandlungslösung“. Uniper hatte erklärt, sich der Verhandlunslösung nicht zu verschließen, das eigentliche Ziel sei jedoch, mit dem Kraftwerk an den Strom zu gehen. Dass das nur die halbe Wahrheit sein könnte, ist nicht nur vom BUND, sondern auch aus Branchenkreisen zu hören. Die Bundesregierung weiß außerdem über die Probleme des Kraftwerks, wie der Bescheid. 

Derweil gibt es einen Entwurf, wie mit Steinkohlekraftwerken umgegangen werden soll, die schon am Netz sind. Möglicherweise fällt bald auch Datteln 4 darunter, wenn die Verhandlungslösung scheitert. Jedes Jahr würden dann Kraftwerke abgestellt werden, wobei die Betreiber anbieten können, ab welcher Summe sie dazu bereit wären. Für jede Ausschreibung soll jedoch vorab ein Höchstwert festgelegt werden und der letztendliche Zuschlag für die Abschaltprämie soll sich aus einer Kombination aus Preis und CO2-Emissionen der betroffenen Anlage ergeben. Laufende Gespräche dazu sollen Ende des Jahres abgeschlossen sein. 

Erst 2017 wurden noch Risse am Kesselstahl des Kraftwerks festgestellt. 

Vor etwas über zehn Jahren wurde Richtfest gefeiert. 

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