2010 demonstrierten Eon-Kraftwerker für ihre Interessen vor Datteln 4. Die damalige Bürgermeisterin Anne Heck-Guthe scheute die direkte Begegnung nicht
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2010 demonstrierten Eon-Kraftwerker für ihre Interessen vor Datteln 4. Die damalige Bürgermeisterin Anne Heck-Guthe scheute die direkte Begegnung nicht

Anne Heck-Guthe und das Kohlekraftwerk

"Für Waltrop ist es ein Unding": Ex-Bürgermeisterin schaltet sich in Datteln-4-Debatte ein

  • Fabian Hollenhorst
    vonFabian Hollenhorst
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  • Markus Weßling
    Markus Weßling
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Seit sie nicht mehr Waltrops Bürgermeisterin ist, hat man von Anne Heck-Guthe zur Tagespolitik wenig gehört. Nun aber äußert sie sich zum Kraftwerk Datteln 4. 

  • Anne Heck-Guthe (SPD) war von 2004 bis 2014 Bürgermeisterin in Waltrop, bis sie von Nicole Moenikes (CDU) abgelöst wurde.
  • Ihr großer Widersacher in Datteln war der parteilose Bürgermeister Wolfgang Werner. Er war von 1999 bis 2014 Amtsinhaber.
  • Beide Ex-Bürgermeister haben auch heute noch einen völlig unterschiedlichen Blick auf Datteln.

Ein Ochsenbäckchen-Essen mit dem damaligen Eon-Chef Wulf Bernotat und dem damaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) lehnte Anne Heck-Guthe im Jahr 2007 dankend ab. Sie war am Tag der Grundsteinlegung für Datteln 4 auf einer anderen Mission unterwegs.

3000 Unterschriften für eine sogenannte Einhausung des Kohlelagers des Kraftwerks Datteln 4 übergab sie an diesem Tag. Ein Dach für die Kohle – das war damals die Forderung vieler Bürger.

Waltrop: Keine konkrete Antwort vom damaligen Eon-Chef

Bernotat, der im August 2017 verstorben ist, wollte sich damals auf nichts Konkretes einlassen. Er versprach lediglich, die Unterschriften an seinen Technik-Vorstand weiterzuleiten.

Heck-Guthe feierte lieber einen Mitarbeiter Geburtstag im Rathaus, als mit dem Eon-Chef zu speisen - dort gab es Schnittchen statt Ochsenbäckchen.

Heck-Guthe galt während ihrer Amtszeit nicht als dezidierte Kraftwerks-Gegnerin, aber sie fühlte sich den Leuten verpflichtet, die wenigstens vor dem Kohlestaub geschützt werden wollten.

Heute, mehr als zwölf Jahre später, meldet sich Heck-Guthe als Privatperson zu Wort: „Für Waltrop ist es ein Unding, an den Stadtgrenzen in Zukunft zwei Kraftwerke zu haben, die Millionen Tonnen CO2 ausstoßen.“ Denn es gibt ja noch das Lüner Trianel-Kraftwerk.

Datteln: Als Eon für das Kraftwerk demonstrierte

Heck-Guthe und das Kraftwerk - das war auch im Jahr 2010 noch Thema. Als Eon-Mitarbeiter mit Schildern wie „Datteln 4 – Zukunft im Revier“ für das Kraftwerk demonstrierten, stand ihnen Heck-Guthe in die Kamera lächelnd gegenüber. 

Es war die Zeit, in der Eon, der Vorgänger von Uniper als Kraftwerksbetreiber, noch mit einer eigenen Demo pro Kraftwerk den Kritikern etwas entgegensetzen wollte. Heute ist das anders.

Während sich Anne Heck-Guthe nun von sich aus zu einem politischen Thema zu Wort meldete, muss man ihren damaligen großen Widersacher, Wolfgang Werner, schon aktiv darum bitten. 

Datteln: Wolfgang Werners Sätze für die Geschichtsbücher

Der ehemalige Dattelner Bürgermeister (parteilos), hatte bei der Grundsteinlegung fürs Kraftwerk den unvergessenen Satz gesagt, er sei „stolz und glücklich“. Und auch Werners aktuelle Meinung zu Datteln 4 könnte in die Geschichtsbücher eingehen...

Bei Klimaaktivisten sowie Befürwortern ist das Kraftwerk Datteln 4 aktuell zentrales Thema. Der Grund ist eine politische Entscheidung im Bundeskanzleramt.

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