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Karsten Schwanke erläutert den Zusammenhang zwischen langen Hitzesommern und dem Klimawandel.

Klimawandel

Wetterexperte warnt: In spätestens 80 Jahren gibt es keine Wälder mehr

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Der Meteorologe Karsten Schwanke erklärte während eines Vortrages im Jammertal Resort den den Zusammenhang zwischen langen Hitzesommern und dem Klimawandel. Mit unliebsamen Wahrheiten. 

Die Städte in Deutschland müssten grüner werden, erklärte der ARD-Wetterexperte Karsten Schwanke im Saal des Jammertal Resorts. Er war auf Einladung des Lions Clubs Datteln/Waltrop und des Rotary Clubs Datteln-Lippe in die Kanalstadt gekommen. Seit der Eiszeit habe sich das Klima zwar regelmäßig im Wandel befunden, sagt Schwanke und fährt auf einem Schaubild mit dem Finger über eine lang gezogene, langsam ansteigende Kurve, bis er an einen senkrechten Strich kommt. "Und das hier", sagt er, "das kann die Natur nicht. Das waren wir!“ Stille.

Die Temperaturen in den letzten Jahren seien ungewöhnlich schnell angestiegen. Bis 1980 seien Experten davon ausgegangen, dass mit Temperaturen über 40 Grad nur im südlich Teil Europas zu rechnen sei. Plötzlich seien hier Temperaturen von 40,2 Grad gemessen worden, sagt Schwanke. Dann habe es eine Pause von gut 20 Jahren gegeben. "2003 waren es wieder 40,2 Grad. 2015 waren wir bei 40,3 und im letzten Sommer lagen wir schon bei 42,6 Grad", der Experte lässt das Gesagte einen Moment nachwirken. "Und das ist nicht gut. Wir haben mittlerweile doppelt so viele Sommertage wie in den 50er-Jahren." Die Anzahl der Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad hätte sich sogar vervierfacht.

"Der Wald", sagt Schwanke, "den haben wir verloren. In spätestens 80 Jahren wird es hier keine Wälder mehr geben. Das ist so." Die Klimaveränderungen würden zu schnell voranschreiten, erklärt der Meteorologe. Die Bäume könnten sich nur an das Klima anpassen, indem sie angepflanzt würden. Jetzt sei es umso wichtiger, in den Städten für Abkühlung zu sorgen. "Ich bin mir ganz sicher, dass wir schon bal die 45 Grad Marke knacken werden", sagt Schwanke. Deswegen müssten in den Städten Wasser- und Grünflächen angelegt werden. Man müsse sichauf weitere Wetterextreme einrichten. Daher sei es wichtig, eine Umweltstrategie auszuarbeiten, die auf 20 Jahre und nicht nur auf die nächste Legislaturperiode ausgerichtet sei.

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