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Es geht los an der Wagner Straße: Zum symbolischen Spatenstich trafen sich (v.li.) Architekt Dirk Neugebauer, SEG-Steuerberater Ralf Jorzig, Thomas Benterbusch (CDU), Rüdiger Korte (Sparkasse), SEG-Geschäftsführer Hans-Jürgen Büker, Bürgermeister André Dora und Joachim Lehmann (SPD).

Wohnraum

Bis 2035 fehlen 960 Wohnungen – mindestens

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DATTELN - Die erste Auswertung der Wohnraumbedarf-Analyse liegt vor. Die SEG macht in Hagem mit 33 Sozialwohnungen den Anfang, insgesamt braucht Datteln 960 neue Wohnungen.

In den kommenden Jahren braucht die Stadt Datteln reichlich zusätzlichen Wohnraum – insbesondere im Segment kleiner und bezahlbarer Wohnungen angesichts der steigenden Zahl von Singlehaushalten. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten zur Wohnraumbedarfs-Analyse, das die Stadt in Auftrag gegeben hat. Demnach benötigt Datteln bis 2035 im günstigsten Fall 960 neue Wohnungen.

Sollte die Einwohnerentwicklung der letzten Jahre anhalten, schätzt der Gutachter sogar, dass mehr als 1400 Wohnungen in der Kanalstadt fehlen. In einem zweiten Schritt, so kündigt Stadtplaner Andreas Beilein an, wird der Gutachter mit detaillierten Daten zur Bevölkerungsstruktur der einzelnen Stadtteile gefüttert, um zu ermitteln, welche Wohnungen an welcher Stelle der Stadt genau benötigt werden.

Bedarf bei Sozialwohnungen

Politik und Verwaltung sind sich darüber im Klaren, dass insbesondere im Bereich des sozialen Wohnungsbaus dringender Handlungsbedarf besteht. Denn einerseits ist dieser Bereich trotz der bekannten schwierigen Sozialstruktur Dattelns in der Vergangenheit stiefmütterlich behandelt worden. Die Stadt selbst hatte bislang hier keine Aktien im Spiel. Private Investoren investieren lieber in hochpreisige Wohnungen, insbesondere im Segment barrierefreier Wohnungen für Senioren. Andererseits laufen die Preisbindungen für die wenigen Sozialwohnungen in Datteln nach und nach aus. Stand Ende 2016 gab es in Datteln gut 900 Sozialwohnungen – bei einem Gesamtbestand von 17.600 Wohnungen. 2018 hat das Sozialamt 124 Wohnberechtigungsscheine ausgegeben. „Wobei nicht jeder, der Sozialhilfe bezieht, auch automatisch einen Anspruch auf einen solchen Schein hat“, betont Detlef Nathaniel-Brand vom Sozialamt. Neben den Sozialhilfeempfängern, die von der Stadt betreut werden, leben in Datteln 4140 Personen in 2085 Bedarfsgemeinschaften, die vom Jobcenter SGB-II-Grundsicherung beziehen.

Die Stadtentwicklungsgesellschaft, die im letzten Jahr von der Politik den Auftrag erhalten hat, sich bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum zu engagieren, hat jetzt einen ersten Schritt für zusätzliche Sozialwohnungen getan. Auf dem Gelände der alten Gustav-Adolf-Schule (Wagnerstraße) gab es den symbolischen Spatenstich für 33 neue Sozialwohnungen (55 bis 89 Quadratmeter). Dank der Förderung durch die KfW liegt der Quadratmeterpreis Kaltmiete bei 5,05 Euro. Im Frühjahr 2020 sollen die Wohnungen fertig sein.

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