Blick in die Zentralregion der Milchstraße. Dort befindet sich nicht nur ein schwarzes Loch, sondern auch alte und junge Sterne.
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Blick in die Zentralregion der Milchstraße. Dort befindet sich nicht nur ein schwarzes Loch, sondern auch alte und junge Sterne.

Astronomie

Forscher entdecken Hinweise auf Sternen-Feuerwerk in der Milchstraße

Forscher blicken durch den Staub ins Zentrum der Milchstraße und entdecken dort Hinweise auf ein dramatisches Ereignis im Leben der Galaxie.

  • Die Milchstraße ist die Heimatgalaxie unseres Sonnensystems
  • ImZentrum der Milchstraße gibt es alte Sterne, die Forschern mehr über die Vergangenheit verraten
  • Dort finden sie entscheidende Hinweise auf ein dramatisches Ereignis im Leben der Milchstraße

Im Zentrum unserer Milchstraße liegt das zentrale schwarze Loch Sagittarius A*. Doch Astronomen, die mit dem „Very Large Telescope“ (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) in diesen zentralen Teil der Milchstraße geblickt haben, hatten nicht das schwarze Loch im Sinn: sie interessierten sich für Sterne, die es in dieser Region zuhauf gibt. Im Zentrum der Milchstraße entstehen neue Sterne, dort findet man jedoch auch alte Sterne – mit deren Hilfe man mehr über die Geschichte der Milchstraße erfahren kann. 

Mit Hilfe einer Infrarotkamera am VLT konnten die Astronomen um Francisco Nogueras-Lara vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg durch den Staub im Zentrum der Milchstraße hindurchschauen und Überraschendes entdecken: In dem beobachteten Gebiet sind in einem Zeitraum von weniger als 100 Millionen Jahren Sterne mit einer Gesamtmasse von bis zu einigen zehn Millionen Sonnen entstanden, so die Forscher, deren Arbeit in der Fachzeitschrift „Nature Astronomy“ veröffentlicht wurde.

In der Milchstraße gab es ein dramatisches Ereignis

„Die Bedingungen in der untersuchten Region während dieses Aktivitätsausbruchs müssen denen in so genannten Starburst-Galaxien ähnlich gewesen sein“, so Nogueras-Lara in einer Mitteilung der ESO. Starburst-Galaxien bilden Sterne mit einer Rate von mehr als 100 Sonnenmassen pro Jahr. Zum Vergleich: Derzeit bildet die gesamte Milchstraße Sterne mit einer Rate von etwa ein bis zwei Sonnenmassen pro Jahr.

„Diese Aktivitätswelle, die zur Explosion von mehr als hunderttausend Supernovae geführt haben muss, war wahrscheinlich eines der energiereichsten Ereignisse in der gesamten Geschichte der Milchstraße“, betont Nogueras-Lara. Die ESO spricht in ihrer Mitteilung von einem „dramatischen Ereignis im Leben der Milchstraße“.

Milchstraße: Heftiger Aktivitätsausbruch und anschließendes Feuerwerk

Die Sterne, die während des heftigen Aktivitätsausbruchs entstanden, waren sehr massereich - und das bedeutet, dass sie kurzlebig waren und schnell in einer Supernova - einer Sternenexplosion - starben. In der Milchstraße dürfte es zu dieser Zeit ein wahres Feuerwerk von Supernova-Explosionen gegeben haben.

Rund 80 Prozent der Sterne in der Milchstraße sind nach Angaben der Forscher vor 13,5 bis acht Milliarden Jahren entstanden. Dann folgten etwa sechs Milliarden Jahre, in denen nur wenige Sterne geboren wurden – gefolgt von dem heftigen Aktivitätsausbruch, den die Forscher beschreiben.

Milchstraße: Die Heimat unseres Sonnensystems im Universum

Die Milchstraße - eine Balkenspiralgalaxie - ist Messungen aus dem Jahr 2004 zufolge etwa 13,6 Milliarden Jahre alt. Sie entstand in der Frühzeit des Universums, das etwa 13,8 Milliarden Jahre alt ist. In der Milchstraße soll es Schätzungen zufolge etwa 100 bis 300 Milliarden Sterne geben, dazu kommen große Mengen dunkler und interstellarer Materie.

2018 haben Forscher errechnet, dass die Milchstraße eine Masse von 960 Milliarden Sonnen* hat. Ein Blick von außen auf die Milchstraße ist nicht möglich, da die Entfernungen zu groß sind. Die Nasa hat jedoch vor einiger Zeit ein 360-Grad-Panorama der Milchstraße* veröffentlicht - das Bild hat 20 Gigapixel und ist keine Spielerei, sondern hilft Forschern bei ihrer Arbeit.

Schwarzes Loch im Zentrum der Milchstraße im Blick der Forschung

Erst kürzlich haben Forscher das schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße ins Visier genommen. Es leuchtete plötzlich hell auf* - Forscher vermuten, dass es eine große Masse eingesaugt hatte.

Von Tanja Banner

*fr.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

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