Ralf Honsel zeigte am Dienstag Verständnis für die Landwirte und reichte Hubert Krampe, stellvertretender WLV-Kreisverbandsvorsitzender, symbolisch die Hand.
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Ralf Honsel zeigte am Dienstag Verständnis für die Landwirte und reichte Hubert Krampe, stellvertretender WLV-Kreisverbandsvorsitzender, symbolisch die Hand.

Aktion Tierwohl

Bauern demonstrieren vor Edeka in Rhade

Dorsten - "Edeka bremst Tierwohl aus!" Das stand am Dienstag auf den Plakaten der zahlreichen Dorstener Landwirte, die auf dem Parkplatz von Edeka Honsel in Rhade demonstrierten.

Zwischen den Landwirten und dem Einzelhandelsriesen ist ein Streit entbrannt, „weil Edeka sich weigert, für die Verbesserung des Tierwohls mehr zu bezahlen“, so der Landwirtschaftliche Kreisverband Recklinghausen. Dabei ist Edeka das Zugpferd der „Tierwohl Initiative“, bei der teilnehmende Lebensmitteleinzelhändler pro verkauftes Kilo Fleisch- und Wurstware von Schwein, Hähnchen und Pute vier Cent in einen Fonds einzahlen.

Woraus dann die Landwirte Gelder erhalten, freiwillig Maßnahmen umzusetzen, die über den gesetzlichen Standard der Tierwohlkriterien hinausgehen. Die Nachfrage nach der im Januar 2015 gestarteten Initiative war jedoch größer als gedacht. Daher hätten die mehr als 85 Millionen Euro hinten und vorne nicht gereicht, so Einzelhändler Ralf Honsel, der gestern von einer Fehleinschätzung bei der Kalkulation sprach. „Das Geld

reichte gerade mal für die Hälfte der Landwirte, die bei der Initiative mitmachen möchten“, sagte Hubert Krampe, stellvertretender Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Recklinghausen.

Sechs statt vier Cent

Um mehr Bauern zu unterstützen, sollen nun für jedes verkaufte Kilo Schweinefleisch sechs anstatt vier Cent an der Ladentheke fällig sein. Krampe befürchtet, dass sich auch andere Einzelhändler von Edeka beeinflussen lassen könnten. Die Edeka-Zentrale in Hamburg äußerte sich gestern in einer Pressemitteilung. Als Begründung für ihre Reaktion wird angeführt, dass bisher keine neutrale Überprüfung des Tierwohls durch einen sogenannten Tierwohlindex gewährleistet sei. Außerdem fordert Edeka mehr Solidarität der Branchenbeteiligten, vor allem von der fleischverarbeitenden und -exportierenden Industrie.

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