Keine Beanstandungen

Richterin watscht selbst ernannte Hunderetter ab

Dorsten - Die Altendorfer Welpenstube ist nicht zu beanstanden. Zu diesem Urteil kam am Mittwoch die Vorsitzende des Schöffengerichtes Dorsten, Lisa Hinkers, die drei selbst ernannte Hunderetter wegen Diebstahls zweier Welpen zu Freiheitsstrafen auf Bewährung und Geldbußen verurteilt hat.

„Ich möchte nicht, dass der Hundehandel Winkel durch dieses Gerichtsverfahren in ein schlechtes Licht gerückt wird“: Streng blickte Richterin Lisa Hinkers ihre drei betreten schauenden Angeklagten im Sitzungssaal des Dorstener Amtsgerichtes an, als sie für das Schöffengericht das Urteil über die selbst ernannten Welpenretter sprach. Das Trio war angeklagt, zwei Hundewelpen aus dem Altendorfer Tierhandel Anfang Januar 2015 entführt und damit einen Diebstahl begangen zu haben.

Zwei Angeklagte, eine 32-Jährige und ihr damaliger Lebensgefährte (30), gaben als Motiv an, fest überzeugt gewesen zu sein, dass „Welpen es bei ihnen besser hätten als in der Welpenstube“. Der dritte Angeklagte war, wie auch das Gericht befand, als Mitläufer mit nach Dorsten gefahren. Ihre Informationen über die angeblich fragwürdigen Zustände in der Altendorfer Welpenstube hatten die 32-Jährige und ihr 30-jähriger damaliger Lebensgefährte, die den Diebstahl einräumten, aus dem Internet bezogen: „Ins Internet kann jeder reinschreiben, was er will“, belehrte Richterin Hinkers die beiden.

Subjektive Überzeugung

Sie hielt den Angeklagten aber zugute, dass sie aus ihrer „subjektiven Überzeugung“ heraus gehandelt hätten: „Objektiv gesehen ist der Hundehandel nicht zu beanstanden“, sagte Lisa Hinkers klipp und klar: „Ich weiß, dass der Hundehandel einen schlechten Ruf hat, ich würde da selbst keinen Hund kaufen. Aber in den letzten Jahren hat es keine Klagen mehr vor dem Amtsgericht in Dorsten gegeben, weder straf- noch zivilrechtlich“, sagte Lisa Hinkers.

Kein Recht, Recht in die Hände zu nehmen

Sie sprach den Angeklagten zudem das Recht ab, „das Recht in die eigenen Hände zu nehmen“. Trotz spektakulärer, teils einschlägiger Vorstrafen der beiden Haupttäter kamen sie noch einmal mit einer Bewährungsstrafe davon: Die Frau kassierte vier Monate, ihr Ex-Freund sechs Monate Freiheitsstrafe, zu zwei Jahren auf Bewährung ausgesetzt. Bewährung auch für den „Mitläufer“, der zu vier Monaten Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Außerdem bekam das ehemalige Pärchen eine Geldbuße aufgebrummt: 600 Euro bzw. 1200 Euro müssen Mann und Frau an den Tierschutzverein Dorsten zahlen. „Damit können sie den Tieren wirklich etwas Gutes tun“, sagte die Richterin.

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